Corona

Moerser Optiker hat ein Visier für Brillenträger entwickelt

Augenoptikerin Lisa-Maria Bröcken zeigt das von ihrem Chef Roland Brökelschen erfundene Visier für Brillenträger in Moers.

Augenoptikerin Lisa-Maria Bröcken zeigt das von ihrem Chef Roland Brökelschen erfundene Visier für Brillenträger in Moers.

Foto: Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Moers.  Ein Moerser Augenoptiker hat ein Spezial-Visier entwickelt. Vorteil für Brillenträger: Sie können unbeeinträchtigt durch ihre Gläser sehen.

Seit einigen Tagen ist ein Gesichtsvisier speziell für Brillenträger auf dem Markt. Entwickelt wurde es von dem Moerser Optikermeister Roland Brökelschen und seiner Frau Eva van Dieken in der Werkstatt ihres Geschäftes an der Klosterstraße. Wichtigster Vorteil: Das Kunststoffvisier spart den Raum für die Brille aus, Brillenträger können durch ihre Gläser unbeeinträchtigt sehen, während das Visier Nase und Mund abschirmt.

Die Idee hatte seine Frau, berichtet Roland Brökelschen. Eva van Diekens Anliegen war, Brillenträgern das Leben zu erleichtern, die wegen des Mund-Nasen-Schutzes häufig mit beschlagenen Gläsern zu kämpfen haben. Auch das klassische Plastikvisier, das mit einem Reif am Kopf befestigt wird, hat Nachteile vor allem für Träger von Gleitsichtbrillen, weil es verzerrt und das Sichtfeld verengt.

Drei Monate wurde an der Erfindung getüftelt

Drei Monate haben van Dieken und Brökelschen getüftelt, haben verschiedene Materialien kommen lassen und ausprobiert und die Folien in immer neuen Varianten und Winkel für den Brillendurchlass zurecht geschnitten, bis sie die passende Form und die richtige Folie hatten. Herausgekommen ist ein leichtes, biegsames etwa 30 Zentimeter breites Visier aus komplett durchsichtigem Kunststoff. Die Form erinnert an eine flachen Ellipse, deren Enden in schmalen „Wänden“ aus demselben Material aufgehen. In Sekundenschnelle kann es auf die Brillenbügel gesteckt werden. Van Dieken und Brökelschen haben ihr Visier, das mit Wasser und Spülmittel gereinigt wird, als Gebrauchsmuster beim Patentamt angemeldet. Gefertigt wird es in Deutschland, verkauft für 9,90 Euro im Geschäft an der Klosterstraße.

Ihre Erfindung haben die beiden „Covisier“ getauft. Der Name deutet darauf hin, dass es den Mund-Nasen-Schutz ergänzt. „Überall da, wo die Corona-Schutzverordnung eine Maske vorschreibt, kann das Covisier sie nicht ersetzen“, erklärt Brökelschen. Das gelte beispielsweise für ihn bei Kundengesprächen. Einsatzmöglichkeiten gebe es aber durchaus, etwa für jene, die im Büro oder an der Kasse hinter Plexiglas arbeiten. Auch unabhängig von Corona sieht der Optikermeister Bedarf, etwa in der Gastronomie aus hygienischen Gründen beim Hantieren mit Waren. Bestellungen habe er bereits aus dem Handwerk, wo bei einigen Arbeiten Schutzbrillen zu tragen sind: „Einige Covisiere haben wir ins Saarland geschickt.“

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