Filmkunst

Moerser gewinnt Publikumspreis bei Kurz-Stummfilm-Wettbewerb

Jonas Burgwinkel (links) und Frederik Göke im Film „Farblos“.

Jonas Burgwinkel (links) und Frederik Göke im Film „Farblos“.

Foto: Hückstädt/Risch

Moers/Essen.   Jonas Burgwinkel überzeugte mit poetischen Bildern vor der malerischen Kulisse der Moerser Altstadt. Und er machte wichtige Erfahrungen.

Der 18-jährige Moerser Jonas Burgwinkel hat den Publikumspreis beim Essener Kurz-Stummfilm-Festival gewonnen. Das Thema des Wettbewerbs war „Gelb“. Den gut hundert Zuschauern gefiel der Erstling des jungen Mannes mit dem Titel „Farblos“ am besten.

In poetischen Schwarz-Weiß-Bildern und vor der malerischen Kulisse der Moerser Altstadt und des Schlossparks erzählt der angehende Journalismus-Student die Geschichte zweier Gauner, die eigentlich im Begriff sind, jemanden zu erwürgen, dann aber von einem kleinen Mädchen eine gelbe Sonnenblume geschenkt bekommen. Die Farbe können nur sie allein sehen, ihre Freunde und Familien glauben daher nicht an die Existenz von gelber Farbe.

Auf der Suche nach einem Wettbewerb

Während der eine der beiden Gauner (Jonas Burgwinkel) zu seiner Frau hält und die gelbe Farbe ihr zuliebe verblassen lässt, beharrt der andere (Frederik Göke) darauf, dass es Gelb gibt. Er verliert daraufhin seine Familie, die ihn für verrückt erklärt.

Dass Jonas Burgwinkel sich an genau diesem Wettbewerb beteiligt hat, war eher dem Zufall geschuldet. Er wollte nach einem Praktikum beim Fernsehen „interessehalber“ einen Film drehen zusammen mit seinem Freund Robin Hückstädt, der das häufiger für Musiker macht. Auf der Suche nach einem Wettbewerb sei er dann auf die Essener Veranstaltung gestoßen.

Kostüme vom Moerser Laden „Seconrella“

Der Film „Farblos“ ist beinahe einen Familien-Projekt, denn auch sein 13-jähriger Bruder Silas und seine Eltern spielen mit, aber auch Freunde und Nachbarn. Um besser in der Rolle zu bleiben, haben alle zwar miteinander gesprochen, aber der Ton wurde halt nicht aufgenommen. Unterlegt wird der Film, der auch auf Youtube zu sehen ist, mit Musik des Komponisten Jochen Schlierkamp. „Die Lizenz zu erwerben, war das Teuerste an dem Film“, erklärt Jonas Burgwinkel, der auch als freier Mitarbeiter für die NRZ Moers unterwegs ist.

Zeitlich spielt der Film geschätzt in den zwanziger Jahren. Das entsprechende Outfit stellte entweder Ruth Braun vom Moerser Secondhandladen „Seconrella“ zur Verfügung oder – in Jonas Fall – tat es auch der schwarze Abiball-Anzug. Die Szenen im „Wohnzimmer“ kamen ebenfalls bei „Seconrella“ in den Kasten, denn dort werden nicht nur Kleider verkauft, sondern in der oberen Etage – eingerichtet wie ein Wohnzimmer – sind nostalgische Lampen, Schränke, Stühle oder Vasen zu bestaunen, die eine wunderbare Kulisse hergaben.

Eine Stunde Material, zehn Minuten Filmlänge

Gut eine Stunde Material gab es nach den Dreharbeiten. Zehn Minuten sollten hinterher übrig bleiben. „Da haben wir gut 30 Stunden dran gesessen“, erklärt Jonas Burgwinkel. Dass nun der Preis die Mühen belohnte: „Das ist die Kirsche auf der Sahnetorte.“ Wenn auch keine, die mit Geld belohnt wird. Aber wichtiger war ihm, die Erfahrung zu machen und ein Feedback zu bekommen. Eine wichtige Erfahrung: „Beim Drehen nie die Spontaneität verlieren. Wenn der Drehort doch nicht so ideal ist wie angenommen, oder, wie in unserem Fall, wenn Hagelschauer die Arbeit unterbrechen.“

>>DIE FILMEMACHER: Idee und Regie: Jonas Burgwinkel. Mit: Frederik Göke, Lea Hegemann, Silas Burgwinkel, Jonas Burgwinkel, Claire Paczkowski, Frank Basten, Björn Marholt, Lea Köstermann, Tanja Burgwinkel, Priska Croonenbruck, Lara Bisch, Ben Basten, Jonas Klüser, Anna Rohde, Jan Skryneczki und Alrik Seidl. Kamera: Robin Hückstädt und Marc Risch. Schnitt: Robin Hückstädt, Marc Risch und Jonas Burgwinkel. Musik: Jochen Schlierkamp.

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