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Moerser Chor St. Martinus Sänger für „poppige“ Messe

Neue Töne beim Kirchenchor St. Martinus. Wer hat Lust und Zeit mitzumachen?

Neue Töne beim Kirchenchor St. Martinus. Wer hat Lust und Zeit mitzumachen?

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Der Chor führt Ostern in Repelen die „Mainzer Messe“ auf, und die sei eher mit Pop als mit Kirchenmusik zu vergleichen, sagen die Sänger.

Das klingt ganz schön flott und modern: Pop statt Requiem. Der Chor im Repelener Kindergarten St. Martinus probt an diesem Abend zum dritten Mal die „Mainzer Messe“, und der geneigte Zuhörer wippt leise mit dem Fuß. Das ungewöhnliche Chorstück soll Ostern in der Kirche St. Martinus erklingen.

„Das klingt ja wie Filmmusik, hat einer der Sänger bei der ersten Probe gesagt“, berichtet Chorleiterin Annelie Herrmann. Zurzeit sucht die Gemeinschaft für das Projekt noch Verstärkung durch zusätzliche Sängerinnen und Sänger jeden Alters. „Auch wer sich nicht so fest binden mag, ist bei uns herzlich willkommen.“

Bisher klassische Kirchenmusik

Seit über 50 Jahren gibt es den Kirchenchor St. Martinus. „Hauptsächlich haben wir die normale klassische Kirchenmusik oder romantische Stücke gesungen“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende, Inge Röhner. So sei die Mainzer Messe, als unlängst ein Chormitglied den Vorschlag machte, nur auf offene Ohren gestoßen.

Annelie Herrmann kann das nur bestätigen: „Das hat Potenzial, hab ich gedacht. Und sie ist ganz anders als die üblichen Messen. Man kann sie eher mit Pop als mit Kirchenmusik vergleichen“, meint die Profimusikerin begeistert. „Noch am Morgen nach der ersten Probe hab ich das Kyrie unter der Dusche gesungen.“ Es beginne klassisch, dann folgten deutsche Strophen. „Das ist für mich auch ‘mal schön.“ Und man hoffe, mit dem modernen Chor-Stück nun auch weitere junge Leute anzulocken. „Es ist ja auch viel Rhythmus dabei.“

Alle Stimmlagen gut besetzt

„Wir haben das große Glück, dass noch alle vier Stimmlagen gut besetzt sind. In anderen Chören fehlen leider oft ganze Stimmen wie die Tenöre bei den Männern“, schildert Inge Röhner. Und trotzdem freue sich die Gemeinschaft über jedes neue Gesicht. Des einen Leid, des anderen Freud’: „Wir haben durch die Auflösung des Meerbecker Frauenchores gute Verstärkung bekommen“, weiß die stellvertretende Vorsitzende.

Erstaunlich sei auch das Engagement der Gemeinschaft, was die Aufführungen angehe: „Oft geht hier die Sammelbüchse herum, damit wir auch die Solisten für Konzerte bezahlen können. Aber auch die Geldinstitute am Ort unterstützen uns“, so Röhner.

In den Pausen wird auch geschwatzt

Neben den Chorproben tut die Gemeinschaft auch etwas für die Geselligkeit. Ein Mal im Jahr trifft man sich zum Essen, daneben geht es zusammen auf Tour. Das Jahrestreffen wird zum gemütlichen Beisammensein genutzt, und auch ein ökumenisches Singen mit Kaffee und Kuchen steigt ein Mal im Jahr. „Aber in unseren Proben-Pausen wird auch ganz ordentlich geschwatzt“, berichtet Annelie Herrmann lachend.

>>> SERVICE <<<

Der Chor probt donnerstags von 19.30 Uhr bis 21.30 Uhr, mit einer Pause. Die Sänger treffen sich im Kindergarten, an der Sandkull 102. Auch wer nur beim laufenden Projekt mitmachen möchte, kann jederzeit einsteigen. Kontakt unter 02129/ 59 09 163 (Annelie Herrmann).

Das Alter der etwa 25 Sänger liegt zwischen 14 und 80 Jahren, wenn auch die älteren „Semester“ stärker vertreten sind. Zu Ostern soll die Mainzer Messe gesungen werden. Das ungewöhnliche Chorstück klingt nach Meinung von Chorleiterin Annelie Herrmann eher nach Pop.

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