Ärger mit Enni

Moers: Missverständnis führt zu monatelangem Mahnverfahren

Jan van Gemmern vor dem Stromzähler. Er kommuniziert seit Jahresbeginn mit Enni, die ihm Rechnungen für eine Wohneinheit stellt, die ihm gar nicht gehört.

Jan van Gemmern vor dem Stromzähler. Er kommuniziert seit Jahresbeginn mit Enni, die ihm Rechnungen für eine Wohneinheit stellt, die ihm gar nicht gehört.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Moers.  Seit Februar bekam Jan van Gemmern Stromrechnungen für ein Ladenlokal, das ihm nicht gehört. Jetzt hat Enni den richtigen Eigentümer ermittelt.

Missverständnisse sind dazu da, ausgeräumt zu werden. Auch wenn es mitunter länger dauert. Wie im Fall von Jan van Gemmern und Enni. Im Februar dieses Jahres schickte ihm der Moerser Energiedienstleister eine Mahnung, die sich auf eine Stromrechnung in Höhe von 1433,32 Euro belief. Das Problem: Das Ladenlokal, auf das sich die Mahnung bezog, gehört Jan van Gemmern gar nicht.

In den Eigentümerdateien von Enni tauchte er allerdings als Eigner des Ladenlokals auf, das von einer Versicherung gemietet ist. Die Ansprüche bezogen sich auf einen ihrer Vormieter. Und diese sollte Jan van Gemmern nun begleichen.

Das muss er nicht mehr. Bis das Missverständnis aber beseitigt war, vergingen Monate, in denen sich Jan van Gemmern mit Enni auseinandersetzte, ohne weiterzukommen, und Enni verzweifelt versuchte, den Eigentümer der Immobilieneinheit herauszufinden. Die befindet sich an der Haagstraße in einem großen Gebäudekomplex mit vielen Wohneinheiten, die vielen verschiedenen Eigentümern gehören. Jan van Gemmern gehören in diesem Gebäude drei Wohnungen. Und irgendwie rutschte sein Name in das Eigentümerfeld des Ladenlokals.

Im Mai war Schluss, doch im November bekam van Gemmern wieder eine Mahnung

Wie, das kann sich Enni nicht erklären. Allerdings bestreitet der Energiedienstleister energisch, dass er nicht versucht habe, der Sache auf den Grund zu gehen. Auch den Vorwurf, dass er stattdessen in reiner Bürokratenmanier ständig Schreiben geschickt habe, in denen entweder die Summe angemahnt oder van Gemmern aufgefordert worden sei nachzuweisen, dass er nicht der Eigentümer ist, bestreitet Enni. Das aber sagt van Gemmern, der sich im Frühjahr gemeinsam mit der Versicherung an Enni wandte, weil er annahm, dass es sich einzig um vertauschte Zählernummern handelte. Seitdem sei nichts geschehen.

Und langsam hatte Jan van Gemmern die Hoffnung, dass sich das ganze endlich in Wohlgefallen auflösen würde. Bis er nach rund halbjähriger Pause Mitte November wieder eine Mahnung und eine Woche später eine Aufforderung in der Post hatte, nachzuweisen, dass er nicht der Eigentümer des Ladenlokals ist.

Enni sagt, sie habe um Zählernummern gebeten, van Gemmern sagt, er habe sie geliefert

Enni erklärt, dass man im Mai eine Mahnsperre eingerichtet habe, die nach einem halben Jahr automatisch ausgelaufen sei. In der Zwischenzeit habe man die Zählernummern überprüft und auch die Versicherung kontaktiert, um zu erfahren, wer der tatsächliche Eigentümer ist. Herrn van Gemmern habe man darüber hinaus mehrmals gebeten, die Zählernummern seiner Wohneinheiten zu übermitteln. Das habe er aber nicht getan. Dem widerspricht van Gemmern aber. Er habe der Enni sehr wohl eine E-Mail mit Zählernummern und Zählerständen geschickt. Außerdem hatte er seine Zählernummern in einer weiteren E-Mail der Versicherung mitgeteilt, die ebenfalls mit Enni in Kontakt stand.

Irgendwie, so Enni, „war das alles eine Verkettung blöder Umstände“.

In dieser Woche konnte Enni schließlich den tatsächlichen Eigentümer des Ladenlokals feststellen. Rund neun Monate, nachdem die erste Mahnung an Jan van Gemmern verschickt wurde. Und irgendwie könnte man meinen, dass es telefonisch vielleicht einfacher gegangen wäre...

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