Stadtentwicklung

Moers: CDU und Grüne fordern bei Mercator-Areal hohes Tempo

Was wird aus dem Mercator-Gelände (links), wenn das Berufskolleg im Jahr 2022 an die Repelener Straße zieht?1

Was wird aus dem Mercator-Gelände (links), wenn das Berufskolleg im Jahr 2022 an die Repelener Straße zieht?1

Foto: Hans Blossey / FFS

Moers/Kreis Wesel.  Die Fraktionen erhöhen den Druck auf beide Verwaltungen, um einen Plan für das Grundstück in Moers zu entwickeln. Wann es frei wird, steht fest.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Fraktionen von CDU und Grünen in Kreis und Stadt unterstreichen bei der Entwicklung des Mercator-Geländes ihre Geschlossenheit. Gleichzeitig erhöhen sie vor den Sitzungen des Kreisausschusses am 5. und des Kreistages am 12. Dezember den Druck auf beide Verwaltungen, einen schnellen und engen Austausch in die Wege zu leiten, um frühzeitig Klarheit darüber zu erlangen, was auf dem Grundstück im Interesse aller möglich und gewollt ist.

Seit 2013 sei schließlich klar, dass das Grundstück frei werde, sagen die Fraktionsspitzen im NRZ-Gespräch. In den politischen Diskurs sei das Thema aber bislang nicht eingeflossen. Deshalb habe man den Vorstoß jetzt unternommen. Die SPD sei herzlich eingeladen, sich an den Gesprächen zu beteiligen. Auch sei es nicht darum gegangen, als erstes das Thema zu setzen. „Aber einer musste nun mal den Anfang machen“, sagt der Chef der CDU-Kreistagsfraktion, Frank Berger. Mittlerweile sei genug Zeit vergangen, zum anderen sei das Gelände mit seiner Nähe zum St. Josef Krankenhaus prädestiniert für eine Fokussierung auf Wohnen und Gesundheit.

CDU und Grüne sehen keinen Grund, die Gespräche dazu nicht schon weit vor den Kommunalwahlen zu starten. Erstens würde man weitere wertvolle Zeit vergeuden, zweitens „werden sich die politischen Verhältnisse in Kreis und Stadt bei der Wahl nicht so signifikant verändern, dass man das Projekt neu denken muss“, glaubt der Moerser Fraktionsvorsitzende Christopher Schmidtke.

Die Fraktionschefs sehen nun vor allem die Verwaltungen von Kreis und Stadt am Zug. Der Kreis ist Eigentümer eines Großteils des Areals, während die Stadt die Gestaltungshoheit hat.

Die Entwicklung des Geländes soll nach Meinung von CDU und Grünen aber in der Hand des Kreises bleiben. Darum soll die Grafschaft Moers Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH als Kreistochter diese Aufgabe übernehmen. Doch auch darüber hinaus müsse der Kreis Eigentümer des Grundstücks bleiben. Über den Verkauf der Grundstücke, die am unteren Rand an die Xantener Straße grenzen und rechts und links neben einem St-Josef-Grundstück liegen, könne man dagegen noch sprechen.

Grundsätzlich wolle man das Gelände aber nicht meistbietend verkaufen, um nur einen einmaligen finanziellen Effekt zu erzielen und danach keinen Einfluss mehr auf die Entwicklung nehmen zu können. CDU und Grüne betonen in dem Zusammenhang den Bedarf an öffentlich gefördertem Wohnraum, der an der Stelle umgesetzt werden soll. In welchem Umfang, müssten Kreis und Stadt erörtern.

Das bedeute nicht, dass man bei der Entwicklung des Mercator-Geländes auf die Erfahrung alteingesessener Investoren und Projektentwickler verzichten müsse. Allerdings müsse man sich vorher auf eine gemeinsame Marschrichtung einigen. Und das früh. Denn der Berufsschulcampus werde 2022 bereits fertig. Darum müssten Kreis und Stadt schnellstens in die detaillierten Gespräche einsteigen.

Die nach Meinung der Fraktionsvorsitzenden nicht nur das Mercator-Gelände, sondern das gesamte Umfeld umfassen sollen, in dem sowohl die Stadt als auch das St. Josef-Krankenhaus Grundstücke besitzen. Auch deshalb müsse das St. Josef ganz generell mit ins Boot geholt werden. Die Klinik hatte jüngst angekündigt, auf einem gegenüberliegenden Eckgrundstück ein rund 4000 Quadratmeter großes Gebäude für seine Gesundheitsdienste bauen zu wollen. Bereits im kommenden Jahr soll es soweit sein.

Und nicht nur das Mercator-Grundstück sehen Grüne und CDU im Zentrum der Gespräche. Auch über die Nachnutzung des Herbert-Gmeiner-Kollegs müsse man frühzeitig sprechen. Besonders vor dem Hintergrund, dass das benachbarte Adolfinum bereits aus allen Nähten platze.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben