Soziales

Mehr alleinlebende Rentner besuchen die Tafel in Moers

Helfer sortieren bei der Tafel Lebensmittel.

Helfer sortieren bei der Tafel Lebensmittel.

Foto: Bernd Thissen / FUNKE Foto Services

Moers.  Altersarmut: Von rund 2000 Kunden, die jede Woche die Tafel in Moers besuchen, sind 250 alleinstehende Senioren.

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Die Zahl der Rentner unter den Tafel-Bedürftigen ist innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gestiegen, berichtet Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbandes der Tafeln am vergangenen Wochenende in einem Spiegel-Online-Bericht. Von rund 1,65 Millionen Tafel-Kunden bundesweit seien 430.000 Rentner und die Tendenz sei weiter steigend, hieß es dort weiter.

Auch bei der Moerser Tafel zeigt sich dieser bundesweite Trend. „Auf jeden Fall hat die Zahl der alleinlebenden, älteren Menschen, die von uns mit Lebensmitteln versorgt werden, zugenommen“, sagt Raffaele Corda, ehrenamtlicher Tafel-Helfer. „Wie viele es in diesem Jahr aber mehr sind, kann ich nicht genau sagen.“

Wie sich die Zahl bei älteren Bedürftigen entwickelt, ist laut Tafel schlecht einzuschätzen

Von den wöchentlich rund 2000 Bedürftigen, die das Angebot der Moerser Tafel nutzen, seien etwa 250 meist alleinlebende Rentner, so Corda. „Und auch unter den rund 50 Menschen, die bei uns das einmal wöchentlich angebotene Mittagessen nutzen, sind die meisten schon älter“, weiß der freiwillige Tafel-Helfer.

Anders, als bei vielen anderen Tafeln in Deutschland, die durch die zunehmende Zahl der bedürftigen, älteren Menschen an ihre Kapazitätsgrenzen kämen, wie der Bundesverbandsvorsitzende Brühl Spiegel-Online sagte, sieht sich die Moerser Tafel mit ihren 110 freiwilligen Helfern noch nicht in Bedrängnis. „Wir sind bis jetzt ganz gut aufgestellt“, meint Raffaele Corda. „Aber wie sich das bei zunehmenden Zahlen auch von älteren Bedürftigen weiter entwickelt, können wir jetzt noch nicht abschätzen.“

Mehr Unterstützung bedürfe es aktuell in Moers aber weniger an Helfern, „sondern wir brauchen vielmehr dringend einen Unterstand, damit die Menschen, die zu uns kommen, während der Wartezeit nicht im Kalten und im Regen stehen müssen“, so der Tafel-Helfer. „Leider werden wir dabei aber total alleine gelassen, auch von der Stadt.“

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