„Leaf“ soll beim Lernen im Alltag helfen

Moers.   Die Grafschafter Diakonie bietet demnächst für die kleinen und großen Bewohner der Jugendhilfeabteilung des Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbunds Therapie auf der Pferdeweide an. Sarah Gaßmann, Bezugsbetreuerin im Mutter-Kind-Bereich an der Walpurgisstraße, hat die dazu passende Ausbildung in pferdegestützter Therapie abgeschlossen, wie die Diakonie jetzt mitteilt. Die 31-jährige freut sich darauf, zusammen mit Pferd Leaf mit der Arbeit zu beginnen. „Das wird eine tolle Möglichkeit für unsere Bewohner, die aus schwierigen Lebenslagen zu uns kamen und besondere Unterstützung benötigen.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Grafschafter Diakonie bietet demnächst für die kleinen und großen Bewohner der Jugendhilfeabteilung des Johann Heinrich Wittfeld-Wohnverbunds Therapie auf der Pferdeweide an. Sarah Gaßmann, Bezugsbetreuerin im Mutter-Kind-Bereich an der Walpurgisstraße, hat die dazu passende Ausbildung in pferdegestützter Therapie abgeschlossen, wie die Diakonie jetzt mitteilt. Die 31-jährige freut sich darauf, zusammen mit Pferd Leaf mit der Arbeit zu beginnen. „Das wird eine tolle Möglichkeit für unsere Bewohner, die aus schwierigen Lebenslagen zu uns kamen und besondere Unterstützung benötigen.“

Vertrauen aufbauen

Belastende Lebensumstände kennt die achtjährige Leaf, die derzeit noch in der Ausbildung zum Therapiepferd ist. Frühere Halter aus dem Ausland hatten die goldbraune Stute stark vernachlässigt. Davon ist dem Pferd fast nichts mehr anzumerken. Sensibel, freundlich, ruhig und lernbereit, so beschreibt Halterin Gaßmann den Charakter des schulterhohen Tiers.

Eigenschaften, die den künftigen Klienten zugute kommen können. Denn wer schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, dem gelingt es manchmal leichter, Vertrauen zu einem Tier aufzubauen. „Pferde spiegeln das Verhalten, die Körpersprache und Ausstrahlung eines Menschen unmittelbar und reagieren darauf“, weiß Gaßmann. So wird die Sozialpädagogin zum Beispiel zusammen mit ihren Klienten beobachten, wie sich das Pferd verhält, warum es in verschiedenen Situationen ängstlich oder scheu, reagiert oder wann es sich umgekehrt folgsam, entspannt und zufrieden zeigt. „Die Klienten sollen lernen, acht zu geben und Verständnis zu zeigen. Das erfordert im Umgang mit dem Fluchttier Pferd viel Geduld und Feingefühl.“

Ob für Jugendliche oder Mütter mit ihren Kindern – der Kontakt mit Leaf bietet viele Möglichkeiten: Einzeln oder zu zweit können Mütter und Kinder Leaf durch einen Parcours führen oder sich von ihr tragen lassen. „Mal kann vielleicht das Kind das Pferd mit der Mutter auf dem Rücken führen, mal wieder umgekehrt.“ So könnten Mütter und Kinder ihre Bindung stärken oder überhaupt erst aufbauen. „Wenn man so ein großes Tier dazu gewinnen kann, dass es folgt und tut, was man will, spürt man die eigene Selbstwirksamkeit oder kann Ängste abbauen“, sagt die Fachfrau.

Vor allen Dingen wird auf dem Reiterhof Alltägliches geübt: Futter vorbereiten, Stall misten, sehen, wie das Pferd frisst und trinkt, was es braucht und womit es sich umsorgt fühlt. „So können Mütter in entspannter und schöner Atmosphäre üben, wie man sich fürsorglich verhält und was für eine gute Wirkung das hat.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben