Kirchenjubiläum

Kirchengemeinden in Kapellen und Asberg feiern Jubiläum

Hans-Josef Kluyken, Hermann Schroer, Herbert Werth und Clemens Hillebrand, von links, berichten als Zeitzeugen über die Geschichte der Gemeinde St. Ludger. Montag der 12.06.2017 in Moers. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services

Foto: Lars Fröhlich

Hans-Josef Kluyken, Hermann Schroer, Herbert Werth und Clemens Hillebrand, von links, berichten als Zeitzeugen über die Geschichte der Gemeinde St. Ludger. Montag der 12.06.2017 in Moers. Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services Foto: Lars Fröhlich

Moers.   Am Sonntag geht die Jubiläumswoche der beiden Gemeinden St. Ludger und St. Bonifatius zu Ende. Zum Gottesdienst kommt hoher Besuch aus Münster.

50 Jahre Geschichte werden lebendig, wenn Zeitzeugen der beiden Gemeinden St. Ludger Kapellen und St. Bonifatius Asberg von der Entstehung der Kirchengemeinden und dem Bau der beiden modernen Kirchengebäude berichten. Im Jahr 1967 wurden beide Kirchen eingeweiht. Grund genug für eine ganze Jubiläumswoche.

Geschichten von damals erzählen Clemens Hildebrand (79) vom heutigen Kirchenvorstand, Hermann Schroer (92) Kirchenvorstand während des Baus St. Ludgers, und Hans-Josef Kluyken (83) von St. Bonifatius. Sie erinnern sich an vergangene Zeiten, unterstützt von Pfarrer Herbert Werth und Verbundleiterin Ria Jansenberger.

Grafschaft Moers war streng calvinistisch-evangelisch

Beide Gemeinden waren lange Jahrzehnte Diaspora. In der streng calvinistisch-evangelischen Grafschaft Moers gab es kaum Katholiken. Vor dem zweiten Weltkrieg lebten ganze sechs Familien in Kapellen, die katholisch waren.

„Noch 1945/48 gab es in Kapellen nur 180 Katholiken. Und die mussten zur Sonntagsmesse entweder nach St. Josef in die Stadt oder nach Traar“, berichtet Hermann Schroer. „Als wir in den 50-er Jahren versuchten, hier eine Ökumene aufzubauen, war das gar nicht so leicht. Aber später gab es eine gute Zusammenarbeit vor allem, was die Frauen anging“, erinnert er sich.

Zuerste ein Notkirche in Asberg

Und auch in Asberg gab es nicht besonders viele Katholiken. Jedoch besaß man dort schon 1923 eine kleine Notkirche. „Die wurde im Krieg ziemlich zerstört und von vielen Pfarrmitgliedern in Eigenleistung wieder aufgebaut. Als dann die neue Kirche kam, waren deshalb nicht alle in der Gemeinde begeistert.“

Die Kapellener bekamen erst 1949 Räume für einen eigenen Gottesdienst, und zwar im Peterhof gegenüber dem Lauersforter Schloss.

1,4 Mio. D-Mark für Jugendheim, Pfarrhaus, Kita

Alles änderte sich nach dem Krieg durch den verstärkten Zuzug – daran waren auch die vielen Ruhrgebietler schuld, die die Vorzüge des Wohnens im Grünen entdeckten. „Die Gemeinden wuchsen, und es wurden auch größere Kirchen notwendig.“ Hermann Schroer blättert in seinen Unterlagen: „Die Kirche St. Ludger samt Jugendheim, Kita und Pfarrhaus kostete insgesamt 1,4 Millionen D-Mark.“

Die bekannte Künstlerin Hildegard Bienen schuf die Fenster des ungewöhnlichen Gebäudes. Der bekannte Architekt Josef Lehmbrock aus Düsseldorf entwarf die kühne Konstruktion. „Rund um die Kirche waren damals nur Feld und Acker“, sagt Hermann Schroer und zeigt alte Fotos. Und: „Die Planung der Kirche St. Ludger lief noch unter der Regie Pfarrer Wilhelm Jansens“, weiß Clemens Hildebrand.

2008 Fusion von St. Ludger und St. Bonifatius

Einen Namen als Geistlicher hatte sich in den vergangenen Jahrzehnten der alte Prälat Rudolf Kurnoth in St. Bonifatius mit seiner schlesisch-rustikalen Art gemacht. „Er wohnte nach seiner Pensionierung nur ein Haus neben der Kirche, aber er hat sich nie mehr eingemischt. Das hat alle in der Gemeinde sehr verwundert...“, schmunzelt Hans-Josef Kluyken.

2008 fusionierten St. Ludger Kapellen und St. Bonifatius Asberg mit St. Josef in der Innenstadt. „Beide Gemeinden sind ja aus St. Josef entstanden und jetzt, wenn man so will, wieder dorthin zurückgekehrt“, sagt Pastor Werth dazu.

Vielleicht doch wieder einen Turm

Dass die Kirche St. Ludger keinen Kirchturm mehr habe – er wurde wegen baulicher Mängel Ende 2015 abgerissen – darunter leide die Gemeinde bis heute.

„Aber vielleicht gibt es ja in naher Zukunft doch wieder einen Turm...“, bekundet Pfarrer Herbert Werth vielsagend. Er wolle sich zumindest dafür stark machen. Immerhin gebe es derzeit Überlegungen, St. Ludger wegen seiner Architektur unter Denkmalschutz zu stellen.

Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, kommt

Am morgigen Sonntag findet die Festwoche der beiden Gemeinden mit einem gemeinsamen Hochamt mit dem Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, und einem anschließenden Pfarrfest rund um St. Ludger ihren Ausgang. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

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