Abgrabungen

Kamp-Lintforter Kiesgegner suchen den Schulterschluss

| Lesedauer: 3 Minuten
Peter Schiffler hat zur Gründung einer Initiative gegen Kiesabbau in Kamp-Lintfort aufgerufen. Er hält den Schulterschluss mit anderen Initiativen in der Region für sinnvoll.

Peter Schiffler hat zur Gründung einer Initiative gegen Kiesabbau in Kamp-Lintfort aufgerufen. Er hält den Schulterschluss mit anderen Initiativen in der Region für sinnvoll.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Nicht nur die Kamp-Lintforter sind betroffen von Auskiesungsplänen. Auch die Neukirchern-Vluyner und Rheinberger. Sie wollen zusammen stark sein.

Das Thema Kiesabbau berührt die Kamp-Lintforter. 80 von etwa 100 Bürgerinnen und Bürgern, die bei der Auftaktveranstaltung vor kurzem dabei waren (die NRZ berichtete), wollen sich der in Gründung befindenden Initiative gegen Kiesabbau anschließen.

Das berichtet Peter Schiffler auf Anfrage. Er hatte zu der Aktion aufgerufen, die vor allem durch die Unterstützung der Landwirte mit einem imposanten Trecker-Korso deutlich machte, was Kamp-Lintfort und anderen Gemeinden am Niederrhein möglicherweise bevorsteht, wenn die Pläne des Regionalverbands Ruhr (RVR) umgesetzt würden.

Der ehemalige Grundschulrektor hat lange in Saalhoff gewohnt und war geschockt, als er hörte, dass dort nur noch der Flugplatz bleiben soll, umgeben von 82 und 56 Hektar großen Baggerlöchern. „Das geht so nicht weiter. Egal wo es passiert, die Rohstoffe werden weniger und kommen nicht wieder“, stellt er fest. Von den 80 Interessierten stehen laut Schiffler 17 bereit, um dauerhaft und aktiv die Kamp-Lintforter Initiative zu mitzugestalten. Eine erste Sitzung steht jetzt an. Womöglich direkt vor Ort auf dem Vereinsgelände der Luftsportgemeinschaft: „Das wäre sinnfällig“, findet Schiffler. Erst dann wird es einen Namen geben für die Initiative. Oder auch eine Homepage, um die sich ja jemand kümmern muss.

Klar ist für Schiffler, dass hier in der Region alle an einem Strick ziehen sollten: „Wir können nicht sagen, wir wollen das hier nicht, aber woanders ist es uns wurscht“, findet der Sozialdemokrat. Erste Adresse für gemeinsame Aktionen sei das Aktionsbündnis Niederrhein-Appell. Hier gibt es erste Überlegungen, etwa von dort den Newsletter zu übernehmen und mit „einer Art Lokalteil“ aus Kamp-Lintfort zu versehen, erklärt Schiffler.

Vor Ort werde es vor allem darum gehen, die Bürgerinnen und Bürger beispielsweise auf Märkten zu informieren oder Kontakt zu den Politikern aufzunehmen. Da sieht er weitgehende Einigkeit: „Wobei die CDU sich ja einigermaßen winden muss, wenn deren Landtagsabgeordnete für den LEP gestimmt haben, der die abbaubaren Kiesmengen festgelegt hat.“ Einige Aktivisten haben sich auch bereit erklärt, Transparente an den eigenen Zaun zu hängen, die deutlich machen, „dass die Straße dann weg ist, wenn alles so kommt wie jetzt geplant“. Insgesamt, so sagt Schiffler, sei er optimistisch, dass der geballte Widerstand helfen könnte. „Die IG Dachsbruch hat’s vorgemacht.“

Am Wochenende gab es auf Initiative der Linken eine Radtour von Rheinberg über Budberg und Vierbaum nach Kamp-Lintfort entlang der Auskiesungsgebiete. Etwa 100 Teilnehmer waren dabei, auch von anderen Initiativen, Parteien und Verbänden. Ein guter Anfang für eine weitere Vernetzung.

>>> INFO

Unter anderem diese Initiativen sind neben Parteien und Verbänden im Niederrheinappell zusammengeschlossen: IG Brünen, Auskiesungsgegner Rheinberg Vierbaum, IG Schwalmtal for future, IG Dachsbruch, (Wickrather-Feld), IG Kiesgegner Alpen/Millingen, IG Heier Kiesgegner (Bönninghardt), IG Sonsbeck, Rettet die Binnenheide, BI Zukunft Esserden, Isselburg 21, IG Lankern/Loikum (Hamminkeln), IG Meerhoog (Hamminkeln)

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