Ausbildung

Kamp-Lintfort: Warum Finanzbeamter ein toller Beruf ist

| Lesedauer: 3 Minuten
Die Finanzverwaltungsmitarbeiterin Sarah Röhder betreut beim Schnuppertag die  Neukirchen-Vluynerin Lea-Isabell und die Rheurdterin Jule.

Die Finanzverwaltungsmitarbeiterin Sarah Röhder betreut beim Schnuppertag die Neukirchen-Vluynerin Lea-Isabell und die Rheurdterin Jule.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Das Finanzamt hat potenziellen Nachwuchs zum Schnuppertag in Kamp-Lintfort eingeladen. Die Behörde wehrt sich gegen das verstaubte Image.

Mit einem Schnuppertag warb am Montag das Finanzamt in Kamp-Lintfort für sich als attraktiven Arbeitgeber. 21 angehende Abiturienten und 9 Schülerinnen und Schüler, die die zehnte Klasse oder das Fachabi absolvieren, hatten sich angemeldet, um die Welt der Steuererklärungen und Betriebsprüfungen näher kennenzulernen, die für Teenager auf den ersten Blick nicht so verlockend scheint. Dass es trotzdem ein toller Beruf sein kann, sollten ihnen auch Azubis direkt erklären. „Denen werden dann die Fragen gestellt, die sie sich bei uns nicht trauen“, erklärt Claudia Lohr, Ausbildungsleitung beim Finanzamt.

Sie zählt auch gern die Vorteile auf, die die Arbeit in der Behörde so bietet: „Viele der jungen Leute achten auf ihre Work-Live-Balance. Als angehende Finanzbeamte kriegt man Arbeit, Familie und Hobbys unter einen Hut.“ Tele-Arbeit, flexible Arbeitszeiten kämen hinzu. Der Geschäftsstellenleiter Sven Freis weiß um die Tatsache, dass ein Finanzamt ein etwas vertaubtes Image hat, aber es gehe um mehr als Zahlen: „Bei jedem sind die Zahlen doch anders, da ist doch ein Leben hinter. Da kommt keine Routine auf“, versucht er seine Faszination zu erklären. In Kamp-Lintfort arbeiteten nette und kommunikative Leute, nicht Schlipsträger.

Beim Schnuppernachmittag erfuhren die Teenager, dass sie im schicken Wasserschloss Nordkirchen studieren könnten, „sehr praxisorientiert“. Nach den drei Jahren Ausbildung seien die Absolventen in der Lage, in allen Bereichen der Finanzverwaltung durchzustarten. Allerdings: „Das Studium ist kein Spaziergang“, so Dr. Till Spernau, der die Dienststellenleiterin vertritt. Dieses Studentenleben, das allerdings vergütet wird, ist straff organisiert. Die Azubis werden in Wuppertal auf den Stand gebracht. Was ihre Bewerber mitbringen sollten, fasst Claudia Lohr so zusammen: „Sie sollten neugierig sein, empathisch, teamorientiert, lernbereit und belastbar. Mathe und Deutsch sollte im Dreierbereich sein.“

Sven Freis macht Mut: „Wenn man da einmal durchgestiegen ist, dann macht das Spaß. Außerdem ist es doch schön, wenn man anderen Leuten helfen kann. Wir sind schließlich Dienstleister.“

Eine derer, die sich am Montag im repräsentativen Gebäude an der Südstraße umgesehen hat, ist Lea Müller aus Moers. Ja, sie könne sich das vorstellen. Die Veranstaltung habe sie überzeugt. Sie ist fast 18, geht zur Hermann-Runge-Gesamtschule, macht im nächsten Jahr Abitur. „So langsam muss ich mich entscheiden“, findet die sehr sortierte junge Frau, die ungern eine „Lücke im Lebenslauf“ haben möchte. Auch plant sie weit in die Zukunft und findet die Familienfreundlichkeit in der Behörde ansprechend. Als Alternative hatte sie den Zoll als Berufsziel ins Auge gefasst.

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