Wohnungen

Kamp-Lintfort hat über 100 geförderte Wohnungen im Plan

Die Bunten Riesen stehen nicht mehr zur Verfügung.

Die Bunten Riesen stehen nicht mehr zur Verfügung.

Foto: Ulla Michels

Kamp-Lintfort.   In Neubaugebieten gibt es immer auch sozialen Wohnungsbau mit günstigen Mieten. In 17 Jahren ist die Zahl der Sozialwohnungen drastisch gesunken.

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Die Grafschafter Diakonie, die bei der Wohnungssuche hilft, beklagte es dieser Tage: Bezahlbarer Wohnraum ist in Kamp-Lintfort Mangelware.

Die Zahlen, die die Stadt jetzt in einer Pressemitteilung veröffentlichte, sprechen eine eindeutige Sprache: Im Jahre 2000 gab es noch 4 448 Sozialwohnungen in Kamp-Lintfort. Im Jahre 2017 sind es nur noch 1 336, nachdem zahlreiche Wohnungen aus der Mietbindung herausgefallen sind.

Sozialdezernent: Wohnungen nicht automatisch teurer

„Das heißt zwar nicht, dass alle diese Wohnungen, die zumeist in der Hand von Wohnungsbaugesellschaften sind, automatisch teurer werden“, erläutert Sozialdezernent Dr. Christoph Müllmann, der zugleich im Aufsichtsrat der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Grafschaft Moers tätig ist.

Dennoch sei der Bedarf an preiswerten Wohnungen deutlich größer als das Angebot. Dies gelte insbesondere für kleine Wohnungen bis zu 50 bzw. 65 Quadratmeter. Hier habe sich der Bestand nahezu halbiert, während die Nachfrage nicht zuletzt aufgrund des demografischen Wandels gestiegen sei.

Investoren sollen mindestens 60 Prozent umsetzen

Dem will die Stadt Kamp-Lintfort mit ihrer „Wohnungsbauoffensive Geförderter Wohnraum“ entgegentreten. Damit zukünftig mehr Wohnungen mit niedrigen Mieten in Kamp-Lintfort vorhanden sind, plant die Stadt bei allen Bauprojekten immer geförderten Wohnraum mit ein. Diese Planung stellte die Stadt am Freitag für die vier neuen Baugebiete vor: Tor-Ost, Wohnen an der Fossa (Moerser Straße West), Wohnen am Wandelweg (Berta-/Konradstraße) und Rathausquartier.

In den ersten vier genannten Wohngebieten sollen potenzielle Investoren pro Baugebiet mindestens 60 Prozent geförderten Wohnungsbau umsetzen. Um Interessenten für die Bebauung zu gewinnen, bietet die Stadt dafür die Bauflächen zu günstigen Konditionen an.

Geförderte Wohnungen schon ab Ende 2018

Damit bleibe die Umsetzung der Bauprojekte auch für Bauherren attraktiv und die Stadt erreicht ihr Ziel: günstigem Wohnraum. So sollen in den nächsten Jahren über 100 geförderte Wohneinheiten in Kamp-Lintfort entstehen.

Für das Baugebiet „Wohnen an der Fossa“ wird ein Bieterverfahren angewendet, bei dem der Startpreis pro Quadratmeter Baugrund bei sozialem Wohnungsbau niedriger ist. Geboten werden kann ab September. Im Baugebiet „Tor-Ost“, zurzeit durch die Grafschaft Moers in Planung, könnten schon Ende 2018 erste geförderte Wohnungen entstehen, da der 1. Bauabschnitt bereits freigegeben ist.

Auch im späteren Wohnquartier „Friedrich-Heinrich“, das nach der Landesgartenschau entsteht, sollen geförderte Wohnungen, nach einem ähnlichen Prinzip wie bei den aktuellen vier Baugebieten, entstehen.

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