Tödlicher Überfall

Juwelier jetzt wegen unerlaubten Waffenbesitzes bestraft

Tödlicher Überfall auf einen Juwelier in Moers: Der Tatort am Montag, 22. Dezember 2014.

Tödlicher Überfall auf einen Juwelier in Moers: Der Tatort am Montag, 22. Dezember 2014.

Foto: Markus Joosten

Moers.   Bei einem Überfall kurz vor Weihnachten erschoss ein Juwelier aus Moers einen Täter und verwundete einen zweiten. Jetzt wurde auch er bestraft.

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Genau zwei Jahre ist es her, dass fünf Rumänen den Juwelier Werner Gebhard in Repelen überfielen. Der Juwelier sah sich in seinem Keller zwei Männern gegenüber, zog eine Pistole und schoss: Einer der Täter wurde dabei getötet, ein zweiter durch die Hand geschossen. Die vier Komplizen des Getöteten standen bereits alle in Moers vor Gericht. Nun ist auch für Juwelier Gebhard die Sache endlich abgeschlossen: Die Staatsanwaltschaft erließ gegen ihn einen Strafbefehl über neun Monate auf Bewährung.

Dass der Juwelier, Inhaber des „Schmuckkästchen“ an der Lintforter Straße, sich mit der Waffe lediglich verteidigte, hatte Staatsanwalt Arne Kluger bereits während des Prozesses gegen einen der Täter im Mai diesen Jahres geäußert: „Die Schussabgabe geschah nach meiner Überzeugung in Notwehr.“

Großkaliberpistole und Schrotflinte

Gleichwohl musste sich der überfallene Juwelier einem Ermittlungsverfahren stellen, denn die Großkaliberpistole, die er am Tag des Überfalls im Hosenbund trug, besaß er ebenso wenig legal wie die Repetierschrotflinte, die die Polizei bei der Durchsuchung seiner Geschäftsräume fand.

Auf Werner Gebhard war zwar eine Waffenbesitzkarte ausgestellt, doch in der war lediglich eine Kleinkaliberwaffe eingetragen. Die gegen ihn verhängte Strafe von neun Monaten auf Bewährung wurde daher wegen unerlaubten Waffenbesitzes ausgesprochen.

Mit durchschossener Hand geflüchtet

Die vier Komplizen des getöteten 37-jährigen Rumänen standen mittlerweile alle in Moers vor Gericht. Staatsanwalt Kluger ging davon aus, dass es sich um Profis gehandelt haben musste. Der 23-Jährige, dem mit durchschossener Hand die Flucht gelang, saß bereits in Rumänien im Gefängnis, seine DNA passt zu einer Tatortspur in Frankreich.

Die rumänischen Behörden fassten den mit europäischem Haftbefehl Gesuchten bei dem Versuch, erneut nach Deutschland einzureisen. Er wurde zu einem Jahr und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Drei Täter waren beim Fluchtfahrzeug geblieben; zwei wurden zu jeweils einem halben Jahr auf Bewährung, der dritte zu fünf Monaten ohne Bewährung verurteilt.

Das letztere Urteil ist indes noch nicht rechtskräftig, denn der Verurteilte legte Berufung vor dem Landgericht Kleve ein.

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