Moers

Jugendorchester der Ukraine in Moers: Der Film zu den Proben

| Lesedauer: 3 Minuten
Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse am Niederrhein, Giovanni Malaponti, der Filmemacher Felix Hecker, der künstlerische Leiter der Festwoche, Konrad Göke, und Ulrich Hecker (v.l.) vom Verein Erinnern für die Zukunft stehen vor einer Szene des Dokumentarfilms.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse am Niederrhein, Giovanni Malaponti, der Filmemacher Felix Hecker, der künstlerische Leiter der Festwoche, Konrad Göke, und Ulrich Hecker (v.l.) vom Verein Erinnern für die Zukunft stehen vor einer Szene des Dokumentarfilms.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Um ein Zeichen gegen Krieg zu setzen, kommt das Jugendsinfonieorchester der Ukraine bald nach Moers – Dokumentation beleuchtet die Hintergründe.

Für zwei Wochen war das rund 60-köpfige Jugendsinfonieorchester der Ukraine (YSOU) im Juni in Moers zu Gast, um für die anstehende Musik-Festwoche „Moers klingt“ zu proben. Aufgenommen wurde das Ensemble in dieser Zeit, vermittelt durch den Verein Erinnern für die Zukunft, von verschiedenen Gastfamilien aus der Region. Jetzt gibt es sogar einen Film über den Besuch.

Felix Hecker vom Institut für Musik und Medien der Robert Schumann-Hochschule Düsseldorf hat die Proben seinerzeit begleitet und eine 15-minütige Filmdokumentation über die Zeit der Ukrainer in Moers produziert. Diese beinhaltet auch Interviews mit der Dirigentin Nataliia Stets und zwei Musikerinnen des Orchesters – „geführt in ihrer Muttersprache, um sich nicht auf die Sprache, sondern ganz auf die Gedanken konzentrieren zu können“, erklärt Hecker. Das Werk wurde am Dienstag in der Sparkasse am Niederrhein vorgestellt und ist online auf www.moers-klingt.de und bei Youtube zu sehen.

Der Film beginnt mit Ausschnitten von Dvořáks 9. Sinfonie „Aus der neuen Welt“. Geprobt wird in der Aula des Gymnasiums in den Filder Benden. Parallel erzählt Musikerin Inha Soroka, wie sie ihren Weg in das Orchester gefunden hat und wie ihr Musik dabei hilft, ihre Erfahrungen zu verarbeiten. „Alle unsere Erlebnisse lassen wir in die Musik einfließen und diese Musik geben wir an das Publikum weiter“, wird Soroka im Film übersetzt.

Die 16-jährige Kateryna ist bereits Anfang März nach Deutschland geflohen. „Am Bahnhof konnte ich mich nicht mal von meiner Mutter verabschieden, weil der Bahnhof unter Beschuss war“, erinnert sich die Bratschistin. Auch ihre Eltern haben inzwischen die Heimatstadt Kiew verlassen. Ihre Wohnung wurde von einer Druckwelle zerstört. „Das war sehr gruselig, weil sich innerhalb eines Tages dein Leben komplett verändert… in ein Vorher und Nachher. Du weißt einfach nicht, wie es weitergeht“, erzählt Soroka.

Für Dirigentin Stets spielt Musik in Zeiten des Krieges daher eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt weil Kultur in der Ukraine selbst aktuell stark in den Hintergrund gerät. „Deswegen – und heute wie nie zuvor – müssen wir zusammenstehen, stark sein, aufstehen, weitergehen und von einer Zukunft in Ruhe in der Ukraine träumen“, blickt die Dirigentin nach vorn.

Die Festwoche „Moers klingt“ sehen die Musikerinnen als Möglichkeit, erneut auf die Situation in der Ukraine aufmerksam zu machen. „Wir sind hier und präsentieren unsere Kultur und wir müssen mitteilen, wie es ist“, erklärt Soroka. Für diese Gelegenheit zeigen sich die Ukrainerinnen sehr dankbar. Sie seien von den Gastfamilien gut aufgenommen worden und fühlten sich am Niederrhein sehr wohl. „Ich fühle mich fast ein bisschen wie zuhause“, beschreibt es Kateryna in der Dokumentation.

Dann kehrt das Orchester nach Moers zurück

Am Sonntag, 28. August, kehrt das Jugendsinfonieorchester dann für das große Sinfoniekonzert zurück nach Moers. Anlass ist der ukrainische Unabhängigkeitstag am 24. August. „All unsere Partnerstädte haben inzwischen ihre Teilnahme an „Moers klingt“ zugesagt. Nun gilt es, ein Zeichen zu setzen, dass die Ukraine zu uns gehört. Dass uns das Jugendsinfonieorchester der Ukraine dabei unterstützt, ist uns eine große Ehre“, freut sich künstlerischer Leiter Konrad Göke auf die Festwoche. Karten sind auf der Homepage von „Moers klingt“ erhältlich.

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