Bergbau

In Moers gibt es ein zweites Konzert „Licht bei der Nacht“

Das Organisationsteam von Licht bei der Nacht.

Das Organisationsteam von Licht bei der Nacht.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  Am 21. Dezember soll über Tage wieder ein Licht in Moers leuchten. Der Knappenchor Rheinland lädt zum Konzert. Es gibt weitere Programmpunkte.

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„Es war ein wirklich bewegender Abend“, berichtet Frank Heinrich vom Grafschafter Museums- und Geschichtsverein mit Blick auf die Veranstaltung zum Ende des Bergbaus am 21. Dezember vergangenen Jahres. „Wir haben das Licht unter Tage ausgemacht. Aber wir haben über Tage eines angezündet.“ Dieses Licht soll am 21. Dezember wieder leuchten.

Dann nämlich gibt es ein weiteres Kerzenkonzert „Licht bei der Nacht“ des Knappenchors Rheinland auf Schacht IV. Damit verbunden sind Besichtigungen der alten Industrieanlage und die Vorführung eines Films über die Geschichte des Bergbaus in Moers. „Schon beim ersten Konzert hat so mancher Besucher beim Steigerlied eine Träne verdrückt“, erzählt Heinrich.

Der Abend im vergangenen Jahr habe ihn so berührt, dass er einer Wiederholung spontan zugestimmt habe, erklärt Frank Liebert vom Kooperationspartner „100 Jahre Kolonie Meerbeck e.V.“. So habe das Stadtteilbüro Meerbeck/Hochstraß diesmal auch für die Finanzierung aus einem Landesfördertopf gesorgt.

Für Emotionen wird vor allem der Chor sorgen. Neben traditionellem Bergmannsliedgut beispielsweise zu Ehren der Heiligen Barbara erklingen auch vorweihnachtliche Lieder. Peter Noruschat vom Knappenchor Rheinland, 1932 gegründet: „Wir waren Jahrzehnte der Repräsentant des Bergbaus.“

Jetzt wolle man die Tradition bewahren und die Erinnerung an die Industriekultur lebendig erhalten. Was nicht immer einfach sei angesichts allgemein schwindender Sängerzahlen. „Noch vor einiger Zeit gehörten dem Chor 100 Aktive an, heute sind es noch rund 40.“ Aber: „Wir haben uns vorgenommen, solange wir noch eine halbe Stunde stehen können, nehmen wir gerne an solchen Veranstaltungen teil“, so das nicht ganz ernst gemeinte Versprechen des Sängers.

Nach dem Konzert wird die DVD „Was wird bleiben“ von Frederik Göke über die Historie des Moerser Bergbaus gezeigt. Dabei kommen einige ehemalige Bergleute sowie eine Angestellte über Tage zu Wort. Viele Luftaufnahmen zeigen beeindruckende Bilder von Moerser Schauplätzen. „Dass ein Verein eine solche DVD herausgibt, ist schon ungewöhnlich“, meint Heinrich. Die DVD sei für 9,95 Euro in Buchhandlungen und auch beim Kerzenkonzert zu bekommen.

Frank Liebert, der das Museum Schacht IV unlängst mit einer begeisterten Schulklasse besucht hat, mahnt: „Solche Besuche sind ganz wichtig. Damit Kinder begreifen, woher wir kommen und warum dieser Stadtteil existiert.“

<< Zeiten und Eintritt >>

Das zweite Kerzenkonzert findet in der Fördermaschinenhalle des Industriedenkmals Schachts IV an der Zechenstraße 50 statt. Der Eintritt ist frei.

Beginn des Konzertes: 19 Uhr. Ab 18 Uhr ist der Schacht zur Besichtigung geöffnet. Ehemalige Bergleute betreuen die Besucher.

Der Schacht IV wurde 1962 geschlossen, es entstand das Bergwerk Rheinland aus Rheinpreussen, Pattberg und Rossenray.

In dem damals größten Verbundbergwerk Europas arbeiteten zeitweise 10.000 Beschäftigte. Die Tagesfördermenge betrug damals 20.000 Tonnen Kohle.

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