Soziales

In Kamp-Lintfort eröffnet das Sozialkaufhaus Anfang Dezember

Eine breite Auswahl gehört zum Konzept der Sozialkaufhäuser des Diakonischen Werkes.

Eine breite Auswahl gehört zum Konzept der Sozialkaufhäuser des Diakonischen Werkes.

Foto: Jörg Schimmel

Kamp-Lintfort.   Das siebte Kaufhaus der Diakonie geht in Kamp-Lintfort an den Start. Betriebsleiter Siegbert Weide glaubt an den Standort und sagt auch warum.

Die Handwerker sind schon fleißig und die Kamp-Lintforter bringen die ersten Kleider-Säcke oder ausrangierte Suppenschüsseln vorbei. Der Eröffnungstermin steht: Am Montag, 3. Dezember, soll es losgehen mit dem Kaufhaus der Diakonie (KadeDi) am Prinzenplatz in den ehemaligen Räumen von Woolworth. Hier gibt es Gutes aus zweiter Hand.

Damit geht die mittlerweile siebte Filiale des Duisburger Mutterhauses, das 2004 eröffnete, an den Start. Weitere KadeDi gibt es in Rheinhausen, Neumühl, Dinslaken, Voerde und Wesel.

Kunden sind nicht nur Hartz IV-Empfänger

„Es ist schade, dass man immer mehr Sozialkaufhäuser einrichten soll und muss“, vertreibt Betriebsleiter Siegbert Weide Gedanken, dass es sich hierbei um ein einträgliches Geschäft handeln könnte. Nein, es gebe neben Hartz IV-Empfängern eben auch immer mehr ältere Menschen, die wenig Rente bezögen.

Es brauche bei den Sozialkaufhäusern Vermieter, die die Idee mittragen, was die Höhe der Miete angeht. Die Umsatzerlöse müssen groß genug sein, um Stammkräfte, Fahrzeuge, Versicherungen und vieles mehr zu tragen.

Kaufen in ansprechender Kaufhaus-Atmosphäre

Das Kamp-Lintforter Haus betreibt die Diakonie Duisburg gemeinsam mit der Grafschafter Diakonie und TuWas aus Moers, wie Betriebsleiter Siegbert Weide erklärt: „Wir beschränken uns auf Hausrat, Bekleidung und ,Unterarmmöbel’. TuWas kümmert sich um die großen Sachen.“

Das Prinzip funktioniert so: Die Menschen spenden Hausrat oder Spielzeug für den Verkauf, vor allem aber gut erhaltene Kleidung. Die wird aufgearbeitet, gebügelt und dann mit festen Preisen ausgezeichnet in ansprechender Kaufhaus-Atmosphäre präsentiert. „Von Bürgern für Bürger“, nennt der Betriebsleiter das. „Da können auch Nicht-Bedürftige mit gutem Gewissen einkaufen“, freut sich Sozialdezernent Christoph Müllmann über das neue Geschäft in der Stadt. Konkurrenz zum Cari-Treff sieht er nicht: „Das ist ja ein anderes Konzept.“

Eine Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern

Während das Stammhaus in Duisburg 1700 Quadratmeter Ladenfläche hat, beschränkt sich die Diakonie in Kamp-Lintfort auf 650. Sechs Stammkräfte, vier in Vollzeit, zwei in Teilzeit, werden den Laden gemeinsam mit Ehrenamtlern schmeißen. Geöffnet wird montags bis freitags von 9.30 bis 18 Uhr sein, samstags von 10 bis 13 Uhr. „Wir glauben, das passt gut. Das ist der richtige Standort“, erklärt Weide. Schließlich sei Kamp-Lintfort eine aufstrebende Stadt.

Insgesamt sind in den KadeDi laut Weide 220 Menschen (inklusive Ehrenamtler) beschäftigt, davon 12 Auszubildende.

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