Projekt in Afrika

Hilfe für 2400 Schüler in Togo aus Neukirchen-Vluyn

Bildung für Togo: Dietmar Schnapp aus Neukirchen-Vluyn.

Bildung für Togo: Dietmar Schnapp aus Neukirchen-Vluyn.

Foto: privat

Neukirchen-Vluyn.   Dietmar Schnapps Verein unterhält in Afrika zehn Schulen. Bei der Auswahl der Schulen spielt ein bestimmtes Kriterium eine große Rolle.

Isidore kam aus Togo und lernte Landwirtschaft an der Fachschule in Wesel. Als ein Lehrer von der Armut in seinem Dorf hörte, begannen er und die übrigen Schüler, Spenden zu sammeln. So erfuhr auch der Garten- und Landschaftsbauer Dietmar Schnapp von dem Projekt.

„Ich dachte aber, ich will hier jetzt keine zehn Euro in die Sammelbüchse werfen.“ Es entstand etwas viel Größeres, nämlich der später gegründete Verein Bildung für Togo Neukirchen-Vluyn, der inzwischen zehn Grundschulen auf dem Land in Togo unterhält. Jetzt zieht Dietmar Schnapp Bilanz.

Geschäftspartner und Freunde spenden regelmäßig

Seit 2003 flossen rund 150 000 Euro in das Bildungsprojekt. „Viele Geschäftspartner, Freunde und Bekannte spenden regelmäßig für die gute Sache“, berichtet Schnapp. Im vergangenen Jahr habe man doppelt so viel wie in den Vorjahren gesammelt, nämlich 20 000 Euro, freut der Helfer sich.

Auf dem Land in Togo gibt es zwar Grundschulen, aber sie werden vom Staat nur eingeschränkt gefördert. Daher können viele Dörfer sich die Schulen kaum leisten. „Viele sind außer Betrieb, weil die Dorfbewohner die Lehrer nicht bezahlen können“, schildert der Neukirchen-Vluyner. Der Verein stellt daher Lehrer ein und bezahlt die Gehälter. 330 Euro verdiene ein Lehrer in Togo – jährlich. Eine Schulbank mit Tisch koste 35 Euro. Hilfe aus Deutschland ist mit wenigen Mitteln wirkungsvoll.

Ein Schreiner baute 2016 gleich 130 neue Schulbänke

Aber auch für den Bau der Gebäude, für Schulmöbel, Lehr- und Lernmaterial sorgt der Verein. Im vergangenen Jahr wurden allein 130 neue Schulbänke von einem einheimischen Schreiner gebaut. Auch Lehrerpulte mit abschließbaren Schubladen schaffte der Verein für alle Klassen in den Schulen an. „Das fördert zudem die Arbeitsplätze vor Ort.“ Oft müssten die Schulen auch mit festen Dächern versehen werden. „Normalerweise sind sie mit Palmwedeln gedeckt, die aber bei Regen nicht dicht sind.“

Wenn Kinder in Togo auf eine weiterführende staatliche Schule gehen wollen, müssen sie eine Abschlussprüfung an einer Grundschule bestehen sowie eine Aufnahmeprüfung an der neuen Schule ablegen. Daher sind die zehn Grundschulen des Vereins mit insgesamt 2400 Schülern offensichtlich ein Segen für die Region.

Isidore kümmert sich um die Geschäfte vor Ort

Zudem: „Wir fördern nur Schulen, in denen es genauso viele Mädchen wie Jungen gibt, sonst stoppen wir die Förderung und suchen eine andere Schule aus.“ Denn nur allzu gern schicke man auch in Togo die Mädchen auf die Felder und die Jungen in die Schule. „Das gibt es bei uns nicht.“

Damit das alles auch seine Ordnung hat, Gelder tatsächlich bei den Lehrern ankommen, kümmert sich seit einigen Jahren Isidore um die Geschäfte vor Ort. „Er lässt sich jedes einzelne Gehalt quittieren, sieht überall nach dem Rechten und hält ständig per Computer mit uns Kontakt“, berichtet Schnapp. Und alle zwei Jahre fahre er selbst nach Togo.

Bildung für Togo Neukirchen-Vluyn arbeitet ehrenamtlich und ist längst zu einer Art Familienprojekt geworden. Neben Dietmar Schnapp und seiner Frau Sigrid sind auch die Schwägerin samt Mann und Tochter, die Schwester und der Schwager sowie zwei Nachbarn und zwei Freunde für das Projekt im Einsatz.

>> INFO
Wer spenden möchte: 0163/3001480 oder www.bildung-fuer-togo-nv.de, info@dietmar-schnapp.de

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