Chormusik

Grafschafter Konzertchor: Außergewöhnliches Konzert in Moers

Der Grafschafter Konzertchor führt in St. Martinus Händels Messias auf.

Der Grafschafter Konzertchor führt in St. Martinus Händels Messias auf.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Moers.  Runder Geburtstag: 110 Jahre liegen die Anfänge des Grafschafter Konzertchores zurück. Am Sonntag führte er Händels „Messias“ auf – authentisch.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Nach Bachs Weihnachtsoratorium im vergangenen Jahr hatte der Grafschafter Konzertchor diesmal als Adventskonzert ein weiteres Kleinod barocker Kirchenmusik ausgewählt. Am Sonntag führte er in der Repelener St. Martinus-Kirche zusammen mit dem Rheinischen Oratorienorchester und vier Solisten den „Messias“ von Georg Friedrich Händel auf.

Die Ursprünge des gemischten Chors liegen in einem Männerchor, der im Jahre 1909 als „Liedertafel Homberg“ gegründet wurde. Deshalb kann er in diesem Jahr auch bereits sein 110-jähriges Jubiläum feiern: „Dies wollten wir mit einem ganz besonderen musikalischen Werk krönen, für das wir fünf Monate geprobt haben“, erklärte Chorvorsitzender Rainer van Lück. Händels im Jahr 1741 komponiertes Oratorium vertont in drei Teilen die christliche Heilsgeschichte über das Leben, den Tod und die Auferstehung Jesu als dem lange angekündigten Messias.

Anders als sonst bei Weihnachtskonzerten üblich, bestand das Konzert nicht nur aus dem ersten Teil und dem Halleluja, das den zweiten Teil des Oratoriums beschließt, sondern brachte, in gekürzter Form, alle drei Teile zu Gehör: „Der Messias ist die äußerste Vergeistigung der barocken Oratorienform, ein metaphysisches Welttheater, dargestellt durch das Medium der lyrisch-hymnischen Musik“, drückte es Chorleiter und Dirigent Christian Parsiegel etwas kryptisch aus.

Die Zuhörer in der gut besuchten Kirche konnten aber schnell und ganz konkret erleben, was er damit meinte. Dafür sorgten ein gut aufgelegter, stimmsicherer Chor und ein einfühlsames, authentisch musizierendes Orchester.

Nicht zu vergessen die vier Solisten Evelyn Ziegler (Sopran) , Ulrike Kamps-Paulsen (Alt/Mezzosopran), Philipp Hoferichter (Tenor) und Gregor Finke (Bass), die viel dazu beitrugen, den Sinn der alten Texte hör- und fühlbar zu machen. Höhepunkt des Oratoriums ist zweifellos das von Solosopran und Bass eingeleitete Chorlied „Halleluja“ am Ende des zweiten Teils: „Für mich die einfachste, aber auch mitreißendste Form gesungenen Gotteslobs“, sagt Parsiegel. Ein Musikstück, das in verschiedenen Fassungen von ganz unterschiedlichen Künstlern um die Welt gegangen ist.

Die in „kunstvollster Polyphonie“ in D-Dur gefasste Amen-Fuge setzte nach gut zwei Stunden den effektvollen Schlusspunkt unter einen außergewöhnlichen Konzertabend: „Abgesehen von der wunderbaren Musik vermittelt das Oratorium auch eine Botschaft, die bis heute ihre Gültigkeit behält“, fasste Bürgermeister Christoph Fleischhauer seinen ganz persönlichen Eindruck zusammen.

Kein Wunder, dass die begeisterten Zuhörer erst nach einem erneuten „Halleluja“ als Zugabe zufrieden den Heimweg antraten.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben