Klimaprotest

Fridays for Future: Demos in Moers und Neukirchen-Vluyn

In Essen hat es bereits ein Fridays-for-Future-Demonstration gegeben.

In Essen hat es bereits ein Fridays-for-Future-Demonstration gegeben.

Foto: Ralf Rottmann

Neukirchen-Vluyn/Moers.   Schüler in Moers und Neukirchen-Vluyn rufen für Freitag zu Fridays-for-Future-Demonstrationen auf. Beide laufen während der Unterrichtszeit.

Jetzt ist Fridays-for-Future auch am linken Niederrhein angelangt. Am kommenden Freitag werden Schülerinnen und Schüler in Neukirchen-Vluyn und Moers gegen den Klimawandel protestieren – während des Unterrichts.

Freitags um 10.30 Uhr ist am Julius-Stursberg-Gymnasium (JSG) gerade große Pause. Bei Antonia Leffers, die in die zehnte Klasse geht, steht anschließend Englisch auf dem Stundenplan. Doch diesmal wird die 16-Jährige nicht in ihrer Klasse sitzen, sondern am Leineweberplatz stehen und mit vielen Gleichgesinnten, wie sie hofft, für mehr Klimaschutz demonstrieren. Die Veranstaltung ist Teil der mittlerweile weltweiten Fridays-for-Future-Bewegung, initiiert von der schwedischen Schülerin Greta Thunberg. Antonia Leffers, wie Greta 2003 geboren, hat die Demo bei der Kreispolizei angemeldet (siehe unten). Start ist am Leineweberplatz. Von dort soll es über die Niederrheinallee zum Rathaus an der Hans-Böckler-Straße gehen.

Ein großes Banner ist schon längst fertig

Der Ablaufplan steht also, auch wenn noch nicht jedes Detail klar ist. „Am Anfang werden ein oder zwei Leute reden, wie viele es am Rathaus sein werden, wissen wir noch nicht“, erklärt Antonia. Feststeht, dass sie selber sprechen wird. Es ist das erste Mal für sie. Ist schon klar, was sie sagen wird? „Grob“, sagt sie.

Die Schülerin organisiert mit zehn Mitstreiterinnen und Mitstreitern die Demo. Ein großes Banner, auf dem „Fridays for Future“ steht, hat das Team längst fertig. Dazu kommen Plakate, die auf Instagram gepostet werden, um für die Demo zu werben.

Die Organisatoren wischen die Schulpflicht nicht einfach bei Seite; auch nicht, dass sie möglicherweise bestraft werden, wenn sie die Schule schwänzen. Auch Antonia Leffers hat abgewogen: „Würden wir nachmittags oder samstags demonstrieren, bekämen wir und der Klimaschutz weniger Aufmerksamkeit“, erklärt sie. „Wir wollen, dass unser Planet geschützt wird!“

Schüler treffen sich in Moers am Kö

Das Orga-Team für die Fridays-Demo in Moers besteht aus 12 bis 15 Schülerinnen und Schülern der Oberstufen an Gymnasien und Gesamtschulen. Start ist um 13 Uhr am Kö. Nach einigen Reden geht es zum Altmarkt, wo weitere Ansprachen gehalten werden. Jan Pütter, der die Demo angemeldet hat, rechnet damit, dass sie zwischen 14 und 14.30 Uhr endet. Unterstützt wird sie von der Evangelischen Kirche und dem BUND.

Die Uhrzeit soll durchaus auch jenen Schülern entgegenkommen, die aus Furcht vor disziplinarischen Konsequenzen schwanken. „Wir wollen möglichst viele anregen, für den Klimaschutz auf die Straße zu gehen“, sagt Pütter. Beim Klimaschutz gehe es um die grundsätzliche Positionierung. „Gleichzeitig kann man darüber nachdenken, ob es der Klimaschutz nicht doch wert ist, mal eine oder zwei Unterrichtsstunden zu vernachlässigen“, so Pütter. „Wir als ganze Generation werden von den Folgen betroffen sein.“

>>> Wer darf eine Demonstration anmelden?

Antonia Leffers war selbst überrascht, dass sie auch als Minderjährige eine Demonstration anmelden darf. Denn anders, als von vielen vermutet, schreibt das Versammlungsgesetz keineswegs ein Mindestalter dafür vor. Es fordert lediglich, dass die Anmelderin oder der Anmelder einer Demonstration die „geistige Reife“ dazu besitzt, wie die Kreispolizei auf Anfrage mitteilt. Anders die Ordner, die der Veranstalter stellen muss. Hier fordert das Versammlungsgesetz ein Mindestalter von 18 Jahren

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