Quartiersarbeit

Finanzierung von „Wohnen und Leben im Alter“ für 2019 sicher

Sascha Oliver Maas von der Deutschen Postcode Lotterie übergibt Ulrike van den Berg, Anneke van der Veen und Hans Esser vom Treff 55 (von links) einen Scheck für das Projekt „Wohnen und Leben im Alter - Quartiersarbeit in Vluyn“

Sascha Oliver Maas von der Deutschen Postcode Lotterie übergibt Ulrike van den Berg, Anneke van der Veen und Hans Esser vom Treff 55 (von links) einen Scheck für das Projekt „Wohnen und Leben im Alter - Quartiersarbeit in Vluyn“

Foto: Erwin Pottgiesser

Neukirchen-Vluyn.   Das Projekt „Wohnen und Leben im Alter“ der Grafschafter Diakonie wird weiter laufen. So kann es bald Gespräche auf Rezept geben.

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Gegen Einsamkeit hilft ein Gespräch auf ärztliches Rezept – außergewöhnliche Projekte wie dieses gehören zur Quartiersarbeit „Wohnen und Leben im Alter“ der Grafschafter Diakonie. „Wir wollen die Menschen dabei unterstützen, länger hier im Ort bleiben zu können“, erklärt Anneke van der Veen, Dienstellenleiterin vom Treff 55 der Grafschafter Diakonie. Durch eine Finanzierung der Deutschen Postcode Lotterie kann das seit 2015 bestehende Projekt auch im kommenden Jahr weiterlaufen. „Der Projektantrag hat uns gut gefallen, weil man damit Leute bedenkt, die sonst seltener im Fokus sind“, so Sascha Oliver Maas, Geschäftsführer der Deutschen Postcode Lotterie.

Kontakt zu anderen Menschen

„Die Arztpraxen sind überfüllt von alten Menschen, die einfach ein Gespräch suchen“, erzählt Ulrike van den Berg, Seniorenberaterin der Grafschafter Diakonie. Vor diesem Hintergrund entstand ihre Idee zu den Gesprächen auf Rezept. Sobald ein Arzt merkt, dass sein Patient lediglich etwas Kontakt zu anderen Menschen braucht, kann er in Zukunft die kleinen Karten mit van den Bergs Nummer herausgeben.

Schon jetzt kümmern sich in weiteren Projekten rund 30 Ehrenamtliche um Seniorinnen und Senioren, die sich alleine nicht mehr vor die Tür trauen oder zu Hause gerne Spiele spielen möchten. „Manche rufen an und sagen, sie seien einsam“, so van den Berg. „Dann frage ich die Interessen ab und suche in meinem Ehrenamt-Pool die passende Person.“ Aus einer Stunde entwickle sich so schnell eine Routine von zwei Besuchen pro Woche. „Damit sind alle meist sehr zufrieden.“

Die kleinen Hilfen im Alltag

Neben Besuchs- und Spazierdienst oder einem alle 14 Tage stattfindenden Frühstückstreff gibt es auch einen Handwerkerdienst. „Viele bekommen von ihren Kindern oder Enkelkindern einen PC hingestellt und wissen nicht, was sie damit machen sollen“, weiß Hans Esser als Technik-Botschafter aus Erfahrung. In Fällen wie diesen kommt er oder einer der anderen zehn ehrenamtlichen Helfer vorbei, um einige Tipps und Tricks zu zeigen. „Wir leisten aus einer konkreten Situation heraus Hilfestellungen.“ Auch wenn jemand handwerkliche Hilfe braucht, springen die Jungs ein. Glühbirnen austauschen oder Fliegengitter anbringen – „wir helfen da, wofür sonst kein Handwerker kommen würde.“

Kleine Hilfen im Alltag sind wichtig, doch versucht die Quartiersarbeit „Wohnen und Leben im Alter“ vor allem eines zu unterstützen, wie van den Berg betont: „Es geht um das gemeinsame Zeit verbringen.“ So entsteht echter Zusammenhalt im Ort.

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