Natur

Expertin aus Moers erklärt, wie man Bienenweiden anlegt

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers.   Maria Madani leitet den Biogarten der Volkshochschule. Sie kennt Tipps und Tricks, wie sich der eigene Garten bienenfreundlich gestalten lässt.

Maria Madani steht im Biogarten an der Vinner Straße in Moers. Vor ihr blüht wilder Kohl, darüber summen und brummen Insekten und um sie herum stehen rund 20 Leute versammelt. Sie alle sind gekommen, um etwas von Maria Madani über bienen- und hummelfreundliche Pflanzen zu lernen.

Madani leitet den Biogarten der VHS Moers seit zehn Jahren und gibt ihr Wissen gerne weiter. Thema der Führung durch den Garten ist vor allem das Anlegen von Bienen- und Insektenweiden für Zuhause. „Den wilden Kohl hier, den mögen die Bienen auch gerne. Kohl ist die Medizin des kleinen Mannes, weil man da sehr viel mit heilen kann und er hat mehr Vitamin C als Orangen“, erzählt Madani. Damit die Vitamine erhalten bleiben und nicht verkochen, bietet es sich an, den Kohl als Salat zu essen.

Himbeere hat immer reichlich Blüten und Nektar

Auch sehr gut für die Bienen sei die kalifornische Phacelia, deren lilafarbene Blüten aussehen wie kleine stachlige Kugeln. „Kann man davon die Blüten abrupfen und den Nektar daraus trinken?“, fragt der zehnjährige Besucher Piet. „Könnte man vielleicht, aber sie kann eine Kontaktallergie auslösen“, so Madani. Also lässt Piet lieber die Finger davon.

Weiter geht es im Garten zu den Himbeeren. „Auch eine wunderbare Blütenpracht, die Himbeere hat immer Blüten und Nektar en masse“, schwärmt Madani.

„Das, was hier vorne lila blüht, ist die Nachtviole, die zieht Nachfalter an. Stecken Sie mal Ihre Nase rein, das riecht wunderschön.“ Die Besucher folgen der Aufforderung und riechen an den zarten Blüten. „Könnte man da denn die Blüten rupfen und den Nektar trinken?“ Piet lässt nicht locker. „Du willst unbedingt was essen hier, oder?“, lacht Madani und zeigt ihm die Blätter eines Borretschgewächses. „Das ist die spanische Ochsenzunge, die wächst hier überall.“

Tipps für die Insektenweide zuhause

Endlich hat Piet etwas zu essen gefunden. „Ich interessiere mich sehr für die Natur. Am liebsten hätte ich einen eigenen Bienenstock“, sagt der Zehnjährige. Die zwei Bienenstöcke im Biogarten darf er sich gemeinsam mit Madani, die erst seit diesem Jahr imkert, anschauen.

Madanis weitere Tipps, um Zuhause eine Insektenweide anzupflanzen: Saatgut nicht einfach auf den Rasen streuen, sondern erstmal die Rasenschicht abtragen. Der Boden darunter sollte ordentlich aufgelockert werden. Um das Saatgut vor Kaninchen zu schützen, ist ein Zaun nötig, der unten nach außen abgeknickt ist, damit die Nager sich nicht unter dem Zaun durchbuddeln. Auch Insektenhotels helfen, dem Insektensterben entgegenzuwirken.

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