Wirtschaft

Enni Energie & Umwelt: Schon wieder ein Rekordjahr

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Moers/Neukirchen-Vluyn.   Stadtwerk erzielt mehr als 18 Millionen Euro Gewinn. Erfolg dank eines grundsätzlichen Wandels. Preise bleiben stabil. Ab Juli neue Rechnungen

Die Enni Energie & Umwelt sorgt derzeit für gute Nachrichten. Erstens für die Kunden, denn die Preise für Strom, Gas und Wasser bleiben stabil. Und zweitens für Eigentümer wie die Städte Moers und Neukirchen-Vluyn: Sie kassieren Millionenbeträge, da das Stadtwerk 2016 zum fünften Mal in Folge ein Rekordergebnis erzielt und den Unternehmenswert auf 250 Millionen Euro gesteigert hat.

Der Erfolg ist Folge eines Wandels, den Enni vor mehr als zehn Jahren eingeläutet hat. 2003 verdiente das Unternehmen sein Geld nur mit dem Verkauf von Strom, Gas und Wasser. 13 Jahre später kommt fast jeder vierte erwirtschaftete Euro aus neuen Geschäftsfeldern (siehe Grafik). Enni hat heute mehrere Standbeine und steht im Gegensatz zu vielen anderen der Branche glänzend da.

Längst vertreibt Enni Strom in ganz Deutschland

So kletterte 2016 trotz stabiler Energie- und Wasserpreise der Enni-Umsatz auf 180 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern nahm erstmals die 18-Millionen-Euro-Hürde. Eine wichtige Rolle spielte dabei, dass Enni Strom längst in ganz Deutschland vertreibt – inzwischen ein Drittel seines Gesamtabsatzes. Geschäftsführer Stefan Krämer: „Da profitieren wir vom Wettbewerb.“

Die Gesellschafter ebenfalls. Insgesamt überweist Enni Energie & Umwelt 18,9 Millionen Euro an Gewinnausschüttung, Konzessionsabgaben sowie Grund- und Gewerbesteuern. 1 Million Euro wird ins Eigenkapital überführt. Die 213 Jobs bei dem Unternehmen sind laut Krämer sicher, darüber hinaus beschaffte es für elf Millionen Euro Waren und Dienstleistungen, was umgerechnet weitere 233 Arbeitsplätze in der Region sichert.

Solar-Park in Vinn: Strom für 6 Cent/Kilowattstunde

Stefan Krämer kündigte an, dass man bei seiner Wachstumsstrategie bleiben wolle. Soeben erst hat Enni die Gas-Konzession für Uedem bekommen, die Bewerbung für Sonsbeck läuft. Zudem wächst Enni im Telekommunikationsgeschäft. Weitere Windparks werden zwar nicht entstehen, doch Krämer hofft, neben der A 40 in Moers-Vinn einen fünf Fußballfelder großen Solar-Park bauen zu können. Soeben hat sich Enni an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur beteiligt. Wie stark die Energiewende die Technik der „grünen“ Energieerzeugung vorangetrieben hat, zeigt dieses Beispiel: „Wir werden in Vinn Strom für 6 Cent pro Kilowattstunde produzieren“, sagt Stefan Krämer. „Das schafft kein Kraftwerk mit fossiler Erzeugung.“

Eine Nachricht hat der Enni-Chef noch für die Kunden: Die Rechnungen sollen einfacher werden: „Wir haben die Formulare aufgeräumt und übersichtlicher gemacht.“ Unvermeidbare Fachbegriffe werden auf einem „Beipackzettel“ erklärt. Die ersten neuen Rechnung werden im Juli an die Kunden in Kapellen verschickt.

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