Soziales

Der VdK Moers Kapellen feiert sein 100-jähriges Bestehen

Eckhard und Hiltrud Brückersind im Vorstand des VdK Kapellen.

Eckhard und Hiltrud Brückersind im Vorstand des VdK Kapellen.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  Die Hilfe des Verbandes ist auch heute noch gefragt, die Mitgliederzahlen in NRW steigen stetig. Am Anfang stand die pure Not.

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Es war die pure Not, als sich vor 100 Jahren der Vorläufer des Sozialverbandes VdK in Berlin und in vielen anderen Städten Deutschlands gründete. Viele Kriegsheimkehrer waren behindert und konnten keinem Broterwerb mehr nachgehen. Absicherungen wie heute gab es nicht. „Sie standen vor dem Nichts“, weiß Eckhard Brücker (74) zu berichten. Er ist zusammen mit seiner Frau Hiltrud (67) aktiv im Vorstand des Ortsverbandes Kapellen. Dieser begeht am heutigen Samstag, 22. Juni, seinen 100. Geburtstag. Die Hilfe des gemeinnützigen, parteiunabhängigen Verbandes ist heute so gefragt wie eh und je: Rund zwei Millionen Mitglieder hat der VdK im ganzen Land, 250 gibt es allein in Kapellen.

Zunächst nannte sich die Gemeinschaft noch Reichsbund für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene. Später gab man sich den heute bekannten Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands e. V.“, heute Sozialverband VdK.

Problem: Knappe Renten

In Kapellen war es Hans Kroppen, der den Verband vor 100 Jahren gründete. Heute steht Gerda Müller ihm vor. Und noch immer nimmt man sich derer an, die in der Gesellschaft das Nachsehen haben. Das sind oft kranke Berufstätige sowie erwerbs- oder berufsunfähig gewordene Menschen, die in allen Fragen rund um Krankenversicherung, Rente, Pflege oder Entschädigung beraten werden. „Noch immer sind Berufstätige, die früh erwerbsunfähig werden, bei den Renten viel schlechter gestellt“, moniert Brücker, seit 1991 im VdK und selbst betroffen. Schließlich suche sich keiner seine Krankheit aus. „Wer früh in Rente gehen muss, hat oft zu wenig Geld zum Leben.“

Dies gelte aber auch für Menschen mit geringen Löhnen, die in Altersrente gingen. Auch deshalb stiegen die Mitgliederzahlen landesweit stetig an. Wichtig auch: Hilfesuchende leite der Ortsverband an die Fachleute in den Beratungsstellen des VdK weiter.

Für fünf Euro Beitrag im Monat bekommen die Mitglieder viel

Ebenfalls nicht zu unterschätzen seien die vielen Aktivitäten, die der Ortsverband für seine Mitglieder im Haus der Awo an der Ehrenmalstraße starte, so Hiltrud Brücker. „Viele kommen auch deshalb zu uns.“ Für fünf Euro Beitrag im Monat bekommen die Mitglieder einiges geboten: „Neben zwei Info-Nachmittagen, an denen es um aktuelle Themen geht, starten wir auch Tagesfahrten“, berichtet sie. So sei man bereits zur Hafenrundfahrt nach Duisburg gefahren. In diesem Jahr stehe eine Tour nach Bad Ems an. Auch Oktoberfeste und Jahresabschlussfeiern finden statt. „Da muss man mit dem Geld schon sparsam umgehen“, meint Brücker, dessen Vater schon Mitglied im Sozialverband war. Alles werde ehrenamtlich erledigt. „Aber es macht immer noch Spaß.“

Große Feier im Kulturzentrum Rheinkamp

Am heutigen Samstag feiern Mitglieder und Freunde ab 15 Uhr im Kulturzentrum Rheinkamp das runde Jubiläum. Als Ehrengäste haben sich unter anderem Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim (SPD), Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Horst Vöge vom VdK NRW und VdK Deutschland angesagt. Dieser hält auch die Festrede. Ein buntes Unterhaltungsprogramm gibt es ebenfalls.

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