Rosarium

Der Rosengarten in Moers ist ein Ort zum Entschleunigen

Anne-Rose Fusenig, Hans-Peter Hilger, Gabriele Scheffler-Hummell und Heidrun Heckhausen bei der Grünpflege.

Anne-Rose Fusenig, Hans-Peter Hilger, Gabriele Scheffler-Hummell und Heidrun Heckhausen bei der Grünpflege.

Foto: Norbert Prümen (nop) / FUNKE FotoServices

Moers.  Im Rosengarten in Moers blühen 37 wohl duftende Rosenarten. Zudem gibt es andere Pflanzen wie Lavendel, Glockenblumen und dergleichen mehr.

Hans-Peter Hilger ist Gartenbau- und Landschaftstechniker bei der Stadt und gerät nicht leicht ins Schwärmen. Lockt man ihn aber in den Rosengarten im Schlosspark, geht ihm das Herz gleich auf. Seit 2010 ist das Rosarium des einstigen Schlossgartenbesitzers Friedrich Wintgens renoviert, saniert und komplett überarbeitet.

Hinter grünen Taxushecken summt und brummt es lebhaft. Denn neben 37 wohl duftenden Rosenarten wetteifern auch Lavendel, Glockenblumen und viele andere fleißige Blüher um die Gunst von Mensch und Tier.

Neben Hans-Peter Hilger, der selber in seinen Mittagspausen gern Ruhe im Rosarium tankt, halten auch freiwillige Helferinnen wie Anne-Rose Fusenig, Heidrun Heckhausen und Gabriele Scheffler-Hummell der Anlage die Treue. Die Ehrenamtlichen treffen sich jeden Mittwochmorgen, um mit der Rosenschere alte Blüten und Wildtriebe abzuschneiden, Unkraut in den Beeten zu jäten und dem Rosarium auch sonst den letzen Schliff zu geben.

Gerade ist ein Enni-Mitarbeiter dabei, die Rosen zu wässern.

Hilger erklärt: „Enni sichert hier die Grundpflege.“ Hecken müssen geschnitten, Wege gesäubert, Pflanzen gewässert und die Brunnenanlage gewartet werden. 18.500 Euro koste dies durchschnittlich im Jahr, je nach Witterung schwanke der Aufwand.

Hilger: „Diesen Pflegestandard können wir natürlich nicht überall im Stadtgebiet leisten. Das soll aber auch nicht so sein, denn weniger Pflege kommt oft auch der Artenvielfalt zugute.“

Das Rosarium sei sozusagen das Kleinod im Schlosspark. Es sei im Zusammenhang mit dem Städtebauprojekt Musenhof mit Landeszuschüssen restauriert worden. Die Pläne dazu habe es zuvor schon bei der Stadt gegeben.

Picobello ist alles im Rosarium, was nicht nur die Helferinnen freut: „Wir werden bei der Arbeit oft von Besuchern angesprochen, wie schön es hier sei. Und dass es sowas in ihrer Stadt nicht gebe“, berichtet Gabriele Scheffler-Hummell stolz.

Immer blüht etwas

Manche Bürger säßen auch einfach nur mit einem Buch auf einer Bank. „Ich habe sogar schon mal jemanden wecken müssen, so tiefenentspannt war der Mann“, erinnert sich die Helferin lächelnd.

Dem Konzept zufolge soll, erklärt Hilger weiter, zu fast jeder Jahreszeit etwas in dem grünen Viereck blühen. „Im Frühjahr sind es Narzissen, Hyazinthen oder Blausternchen. Im Herbst bildet der Schlosspark mit seinem bunten Laub die Kulisse“, weiß er.

Die Blütenpracht ende je nach Witterung: „Im letzten Jahr haben wir hier noch bis Mitte November gearbeitet“, sagt Fusenig. Hilger ergänzt: „Im Moment machen die Rosen eine Pause, bevor sie im August mit der zweiten Blüte beginnen.“

Ein Blickfang ist jedoch auch der ungewöhnliche Brunnen im Zentrum der Anlage. In einer metallisch glänzenden Kugel spiegelt sich das Rosarium samt blauem Himmel wider.

37 Rosensorten, dick gefüllte, botanisch einfache, edele Teerosen, kletternd oder buschig und das in allen möglichen Farben – da erfährt der Besucher auf Schildern auch die Namen der Schönheiten: Gold-Else, Romanze, Midsummer oder Rokoko, um nur einige zu nennen.

Fachmann Hilger liebt aber vor allem die üppig kletternden Rambler-Rosen. Sein Tipp: Wer eine Rose kauft, sollte darauf achten, dass es eine ADR-Rose (Anerkannte Deutsche Rose) aus geprüften Gärten ist. „Das sind Sorten von bester Qualität.“

Im Rosarium könnten die Helferinnen noch Unterstützung brauchen. Wer mitmachen möchte, kann sich bei der Stadt Moers bei Hans-Peter Hilger melden: telefonisch unter , oder per E-Mail an:

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