Musik

Das Bollwerk in Moers ist einer der schönsten „Läden“ in NRW

Carsten Butterwegge ist vor drei Jahren nach Moers gezogen, der Jahresabschluss im Bollwerk ist für ihn ein Heimspiel.

Carsten Butterwegge ist vor drei Jahren nach Moers gezogen, der Jahresabschluss im Bollwerk ist für ihn ein Heimspiel.

Foto: Victor Gurov

Moers.  Carsten Butterwegge mag das Bollwerk, das Bollwerk mag ihn. Am 13. Dezember kommt er zum Jahresabschluss-Konzert – und bringt Verstärkung mit.

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Carsten Butterwegge – DER Butterwegge – kommt am 13. Dezember in das Jugendkulturzentrum Bollwerk 107. Und er ist nicht allein. Über seine Musik, seine neue Rolle als Vater und das Kölner Popduo Klee berichtet er im Gespräch mit Matthias Alfringhaus (NRZ).

Was verbindet Sie mit dem Bollwerk in Moers?

Das Bollwerk hatte ich schon zu Zeiten auf dem Schirm, als ich noch in Duisburg gelebt habe. Einen ersten Kontakt gab es, wenn ich mich recht erinnere, über Jons Heiner, den ich aus der Duisburger Veranstaltungsszene kannte. Vor ein paar Jahren habe ich dann angefangen, ab und an Partys und Konzerte zu veranstalten. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Infrastruktur der Location machen es mir als externem Veranstalter sehr leicht, das Bollwerk – man kann durchaus sagen – lieb zu haben.

Nach meinem Umzug nach Moers vor knapp drei Jahren rückte das Bollwerk dann natürlich weiter in meinen Fokus. Ich halte das Gebäude und das Inventar für einen der schönsten „Läden“ in NRW und sehe von daher keinerlei Grund, mein Jahresabschluss-Konzert nicht direkt vor der Haustür zu veranstalten.

Wenn Sie auf 2019 zurückblicken: Was war Ihr wichtigstes Projekt?

Wenn man das als „Projekt“ bezeichnen kann, war das wichtigste mit Sicherheit, in die Rolle des „jungen“ Vaters zu schlüpfen. Ende 2018 wurde mein Sohn geboren und somit hatte das Jahr 2019 spannende, neue Aufgaben für mich parat. Beruflich wichtig und glücklicherweise von Anfang an recht erfolgreich war sicherlich die Eröffnung der neuen Sparte in meiner Agentur. Mitte des Jahres ging mit „Harten Hund Booking“ ein neuer Bereich meines Unternehmens an den Start. Wir kümmern uns da um neun durchaus namhafte Bands, deren Touren und Festival-Auftritte.

Toleranz ist Ihnen wichtig. Wie können wir zu mehr Verständnis füreinander kommen?

Intoleranz ist meiner Erfahrung nach häufig eine Folge von Unwissenheit. Handlungsweisen und Äußerungen erscheinen uns sicher weniger befremdlich, wenn wir voneinander wissen, wie diese zustande kommen. Am Ende muss da jeder bei sich selbst anfangen und sich einen Ruck geben, oder Angebote wahrnehmen, die sich mit dem Thema Toleranz beschäftigen.

Man muss sicher nicht immer alles tolerieren, aber zumindest muss ein Zusammenleben möglich sein. Zu diesem Thema kann und sollte man so viel sagen. Das würde den Rahmen hier aber sicher sprengen. Unterm Strich wünsche ich mir eine Gesellschaft, in der es überhaupt keine Rolle spielt, ob ich klein, groß, schwul oder hetero, schwarz oder weiß oder Christ, oder Moslem bin. Das klingt vielleicht naiv, aber so ganz habe ich die Hoffnung noch nicht verloren.

Nervt es Sie, wenn man Sie mit Sven Regener vergleicht?

Es wundert und ehrt mich eher. Sven Regener ist sicher einer der interessantesten Texter der deutschen Musiklandschaft und ja mittlerweile auch anerkannter Literat. Dass der Vergleich immer wieder gezogen wird, freut mich, allerdings wär ich nie auf diese Idee gekommen. Ich hab Regeners Band, Element of Crime, schon weit vor meiner eigenen musikalischen Schaffenszeit gehört und verfolgt. Vielleicht hat da was abgefärbt. Fänd ich nicht das Schlechteste.

Ihre Meinung zum Duo Klee, das auch zum Konzert im Bollwerk kommt?

Ähnlich wie bei Element of Crime, geht es mir mit Klee. Die Art, mit der deutschen Sprache zu spielen und die lyrische Intelligenz gepaart mit unglaublich eingängigen Melodien hat mich schon vor vielen Jahren überzeugt. Da ich ja eher aus der Folk- und Punkrock Szene stamme, waren viele Leute meines Umfelds von meiner eigenen Musik überrascht und hätten sicher auch nicht gedacht, dass ich mir Klee als absolute Wunschgäste für das diesjährige Dezember-Konzert wünsche. Dass es geklappt hat, freut mich um so mehr, denn es ist das einzige Club-Konzert, das Klee in diesem Jahr spielen. Und, was viele nicht wissen, ist das nicht nur ein Heimspiel für mich, sondern auch für Suzie und Sten von Klee, die beide vom Niederrhein stammen.

<< Karten gibt es auch im Leserladen >>

Carsten Butterwegge und Band treten am 13. Dezember, 20 Uhr in der Bollwerk-Halle auf. Es ist das Jahresabschluss-Konzert. Auf der Setlist stehen neben bekannten auch neue Songs. Sein neues Album will Butterwegge im kommenden Frühjahr vorstellen. Für das Konzert hat er sich eine bestimmte Begleitung gewünscht.

Das Duo Klee (Suzie Kerstgens und Sten Servaes) produziert Ohrwürmer und Hits und ist in der Popszene zuhause.

Tickets (Vorverkauf 18 Euro zuzüglich Gebühren) sind zum Beispiel im Bollwerk (Zum Bollwerk 107) und im NRZ-Leserladen, Homberger Straße 4 erhältlich.

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