Soziales

Caritas Moers - Xanten auf dem Weg in die digitale Pflege

Pepper stellte sich beim Festakt zum 50-jähruigen Jubiläum der Caritas Moers - Xanten als neuer Mitarbeiter vor.

Pepper stellte sich beim Festakt zum 50-jähruigen Jubiläum der Caritas Moers - Xanten als neuer Mitarbeiter vor.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  50 Jahre Caritas: Jetzt soll Roboter Pepper in Seniorenheimen helfen. Aber was er darf und was nicht, muss noch erforscht und festgelegt werden.

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Das war eine schweißtreibende Angelegenheit für die gut hundert geladenen Gäste, die zum Festakt am Montag zum Auftakt der 50-Jahr-Feierlichkeiten der Caritas gekommen waren, darunter die Bürgermeister der Städte und Gemeinden zwischen Xanten und Moers, der Direktor und der Vorsitzende des Diözesan-Caritas-Verbandes, Heinz Josef Kessmann und Josef Leenders, sowie der Weihbischof Rolf Lohmann. Aber der eigentliche Star der Veranstaltung war Pepper. Der Roboter mit den dunklen Knopfaugen, der ebenso im Bethanienkrankenhaus zum Einsatz kommen soll wie in einem Moerser Restaurant (wir berichteten), stahl allen die Schau und gilt der Vorstandsvorsitzenden des Caritasverbands Moers - Xanten, Brunhild Demmer, als Sinnbild für den Weg in die Digitalisierung der Pflege.

Wie sein Einsatz in der Pflege im Detail aussehen könnte, ist noch nicht raus. Die Caritas ist deshalb Kooperations-Partner in einem Forschungsprojekt, der die Kompetenzen des computerunterstützten Assistenten heraus filtern soll: „Sein Einsatz wirft viele Fragen auf“, findet Demmer, „denn nicht alles, was Technik kann, ist sinnvoll.“ Man müsse sehen, wo Pepper nützlich und hilfreich sei und den Pflegekräften womöglich auch wieder mehr Zeit für Zuwendung zu verschaffen.

Alte Menschen haben keine Berührungsängste

Erste Erfahrungen hätten gezeigt, dass die alten Menschen „vorbehaltlos“ auf den Apparat zugingen. „Und er kann tatsächlich wunderschön aktivieren, zum Memory spielen einladen oder zum Mitsingen animieren.“ Auch könne er nachts über die Flure rollen und gezielt Hilfe herbeirufen, falls sich jemand verlaufen hat.

Dass der Roboter auch nur einen einzigen Arbeitsplatz in der Pflege gefährdet, hält Demmer für ausgeschlossen. Zu groß sei die Not, überhaupt genügend Fachkräfte zu finden.

50 Jahre Caritas, das sei, sagte der Festredner Mario Junglas, Caritasdirektor a.D., kein Grund sich auszuruhen, aber es sei ein Rückblick, der Mut mache. Auch Brunhild Demmer sieht die Caritas breit aufgestellt und auf gesunden Füßen: „Wir müssen an irgendeiner Stelle etwas richtig gemacht haben.“ In der Tat begleitet die Caritas die Menschen sprichwörtlich von der Wiege bis zur Bahre, von den frühen Hilfen für Neugeborene bis zum Seniorenheim als letzte Station.

Gerade in der Kinder- und Jugendarbeit sieht Brunhild Demmer ein wichtiges Thema. „Wohlstand und Teilhabe sind immer noch ein vererbliches Thema. Da ist es gut, wenn wir Jugendliche erreichen, die es sonst nicht so gut haben.“ Es gehe hier nicht nur darum, Jugendliche fit zu machen für den Fachkräfte-Markt. Vielmehr gehe es auch darum, sich für Freiheit und Vielfalt einzusetzen und junge Menschen genau dazu zu befähigen.

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