Apfelernte

Apfelernte auf Bloemersheim in Neukirchen-Vluyn gestartet

Die Ernte ist in vollem Gange.

Die Ernte ist in vollem Gange.

Foto: Sivani Boxall / FFs

Neukirchen-Vluyn.  Gerade ist die Erntesaison auf Gut Bloemersheim angelaufen. Trotz des Wetters seien die Ergebnisse gut. Es werden leckere Sorten angekündigt.

Kühle Nächte und sonnige Tage – die machen rote Apfelbäckchen. Gerade ist die Erntesaison auf Gut Bloemersheim angelaufen, da leuchtet es in viele Reihen der Plantage schon kräftig rot. Die Saison hatte wegen des Wetters bisher so ihre Tücken, wie Verkaufsleiterin Jaqueline Huhndorf berichtet. Trotzdem blicke man auf ein ordentliches Ergebnis, und die Kundschaft in der Region könne sich wieder auf viele leckere Sorten freuen.

Rund 20 Hektar Obstanbau hat der Chef der Anlage, Pächter Bernd Fruhen aus Tönisvorst, auf Bloemersheim seit zwei Jahren zu versorgen. Der Gartenbau-Meister hat zuhause auf dem Obsthof Fruhen mit seiner Familie noch weitere 35 Hektar Obstanbau zu bearbeiten. „Wir produzieren hier im Einklang mit der Natur“, sagt Fruhen und deutet auf den Wald rund um die Plantage.

„Und schauen Sie mal in die Obstbaumreihen, da fliegt immer irgendwas.“ So sortiere man denn auch schon seit zwei Wochen angepickte und angepiekste Früchte aus. „Vögel und Insekten lieben die Früchte wegen des Wassergehalts, das macht uns Arbeit“, sagt der Fachmann.

Brandflecken und Schäden durch die Hitzewoche mit über 40 Grad gibt es auf Bloemersheim nicht. „Wir beregnen die Früchte von oben. Das schützt vor Verbrennungen“, weiß Huhndorf.

Die frühen Apfelsorten sind schon im Handel

Andernorts am Niederrhein habe man jedoch große Ausfälle deswegen zu verzeichnen. „Die Frucht wird an einer Stelle erst rot wie bei einem Sonnenbrand, später fault das überhitzte Fleisch im Innern. Der Apfel ist nicht mehr zu verwerten“, sagt sie. Zudem hätten die Produzenten in der Region um Krefeld schon im dritten Jahr mit Hagelschäden zu kämpfen. „Davon bekommen die Früchte viele braune Flecken.“ Und die wollten die Verbraucher nicht.

Die ganz frühen Apfelsorten sind schon über die Ladentheken gegangen. Jetzt sind die ersten Lagersorten mit der Ernte an der Reihe. Dazu gehöre „Santana“, die sich besonders gut für Allergiker eigne. „Mantet“ und „Collina“ kämen als nächstes.

Bis in den November hinein wird auf Bloemersheim geerntet: „Wir hatten schon mal Früchte mit einem Eismantel“, weiß Fruhen. Überhaupt beschert das Wetter den Obstbauern immer wieder andere Probleme: „Die Sorte Elstar wird ab Montag geerntet, hat aber leider wegen der augenblicklichen Wärme nur mäßig rote Bäckchen.“ Trost für den Kunden: „Dafür sorgt die Wärme für viel Süße in der Frucht.“

Rund 20 Mitarbeiter krempeln derzeit auf Bloemersheim die Ärmel hoch. „Sie müssen gut eingearbeitet sein, denn Äpfel sind druckempfindlich und bekommen schnell braune Flecken. Sie werden nur in Handarbeit geerntet“, weiß die Expertin.

So legen die Erntefrauen denn auch geschickt eine Frucht nach der anderen auf ein langsam laufendes Förderband, das die Äpfel vorsichtig wie rohe Eier in eine große Holzkiste legt. Nur so können die Früchte bis übers Frühjahr hinaus in den Kühlhäusern bei etwa zwei Grad heil überwintern. Zu den Spätsorten gehören vor allem Jona Gold und Golden Delicious.

Nicht nur für die Ernte gehen die Obstbauern durch die langen Reihen mit den kleinen Bäumen. „Wir schauen täglich nach der Anlage. Schon im Winter sehen wir nach Bäumen ohne Blätter, nach zu langen Ästen, die heruntergebunden werden müssen, sprechen mit einem Imker, das Gras muss gemäht werden und vieles andere“, schildert der Chef. Etwa 18 Jahre alt ist so ein Hochleistungsbäumchen, wenn es gerodet und ersetzt wird. „Bei unseren Erdbeeren ist das anders, sie werden jährlich neu gepflanzt und brauchen immer anderen Boden.“

„Wir vermarkten alle Produkte in der niederrheinischen Region“, unterstreicht der Meister. Daher lege man großen Wert auf zufriedene Kunden. „Wir bringen demnächst neue Apfelsorten in die Läden, damit die Leute die besonders gut schmeckenden auswählen können. Und die bauen wir dann an“, berichtet Bernd Fruhen von seinem neusten Projekt.

>> Hier gibt es das Obst von Bloemersheim <<

Auf Bloemersheim baut man auch Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Pfirsiche und Mirabellen an. Aktuell gibt es auch rote Johannisbeeren im Verkauf. Ab-Hof-Verkauf gibt es an der Niederrheinallee 381 in Vluyn, in Tönisvorst an der Huverheide 15, in Xanten Am Rheintor nahe dem APX sowie in Breitscheid.

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