Anspannung und Verzweiflung

Moers.   100 Jahre sind seit dem Ende des ersten Weltkrieges vergangen. Um an das Leid zu erinnern, und der rund 17 Millionen Opfern zu gedenken, die dieser Krieg forderte, lud der Grafschafter Konzertchor vergangenen Sonntagabend in die katholische Pfarrkirche St. Martinus in Repelen zum Konzert.

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100 Jahre sind seit dem Ende des ersten Weltkrieges vergangen. Um an das Leid zu erinnern, und der rund 17 Millionen Opfern zu gedenken, die dieser Krieg forderte, lud der Grafschafter Konzertchor vergangenen Sonntagabend in die katholische Pfarrkirche St. Martinus in Repelen zum Konzert.

Nachdem das Publikum des so gut wie ausverkauften Konzertes Platz genommen hatte, bot sich ihnen ein imposantes Bild: die Sängerinnen und Sänger und das Orchesters, dunkel gekleidet und in einvernehmlichem Schweigen, betraten die Kirche und machten sich auf den Weg nach vorne. Dort angekommen und aufgestellt, füllten sie den gesamten Altarbereich.

Stille für ein paar Augenblicke

Für einige Augenblicke war es komplett still, keiner sagte ein Wort – bis der erste Ton die Stille durchbrach. Gespielt wurde das Stabat Mater Opus 58 des tschechischen Komponisten Antonín Dvorák, eine Vertonung des gleichnamigen Gedichtes aus der Zeit des Mittelalters.

Die Entstehung der Komposition ist geprägt von mehreren Schicksalsschlägen Dvoráks, der innerhalb von nur zwei Jahren seine drei Kinder im Säuglings- beziehungsweise Kleinkindalter zu Grabe tragen musste. Um diese Verluste zu verarbeiten, wandte er sich der Arbeit am Stabat Mater zu. Der Text des Gedichtes beschreibt die Schmerzen und Leiden Marias, die den qualvollen Tod, den ihr Sohn Jesus am Kreuze erlitt, miterleben musste.

Nicht nur für Dvorák ein vertrautes Thema, sondern auch ein passendes Thema für den Anlass des Konzertes. Die Anspannung und Verzweiflung, die während des Stücks dank der beeindruckenden Darbietung im ganzen Raum spürbar in der Luft lag, entspannte sich, als das Stabat Mater zum Ende in eine hoffnungsvolle Stimmung umschlug, die die letztendliche Überwindung der Verluste Dvoráks widerspiegelt und auch das Publikum aufatmen ließ.

Soli, Chor und Orchester

Das Stück ist ausgelegt für Soli, Chor und Orchester. Der Chor setzte sich an diesem Abend aus dem Grafschafter Konzertchor und dem Chor des städtischen Musikvereins Wesel zusammen, und das Rheinische Oratorienorchester sorgte für die passende musikalische Unterstützung.

Gemeinsam mit den vier Solistinnen und Solisten Agnes Lipka (Sopran), Rena Kleifeld (Alt), Paul Onaga (Tenor) und Bruno Vargas (Baß) sorgten sie einen Abend voller Emotionen und Erinnerung an die Leiden eines Krieges.

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