Moers

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland: Moers macht mit

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Die am Thementag beteiligten Moerser Institutionen freuen sich auf den kommenden Sonntag.

Die am Thementag beteiligten Moerser Institutionen freuen sich auf den kommenden Sonntag.

Foto: Stadt Moers

Moers.  Die Ausstellung mit Bildern von Otto Pankok in Moers läuft, Sonntag folgt der Thementag mit vielen Angeboten und einer interessanten Diskussion.

Am kommenden Sonntag, 19. September, findet in Moers ein Thementag zum Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ statt. Unter dem Motto „Chai–Auf das Leben!“ werden viele Veranstaltungen und Aktionen die unterschiedlichen Facetten jüdischen Lebens zeigen, sagt Diana Finkele, Leiterin des Grafschafter Museums mit Blick auf das vielfältige Programm.

Der Thementag beginnt um 11 Uhr mit einer Führung über den jüdischen Friedhof in Moers an der Klever Straße. Eine halbe Stunde später startet im Wallzentrum ein Diskussionsforum zum Thema Demokratie vor Ort starten. Unter dem Titel „Erinnern und Verantworten“ können die Besucherinnen und Besucher laut Ankündigung mit den Forumsgästen Diana Finkele vom Grafschafter Museum, Bürgermeister Christoph Fleischhauer und Superintendent des Kirchenkreises Moers Wolfram Syben über Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Demokratie ins Gespräch kommen und eigene Ideen hierzu einzubringen.

Im Vortragssaal des Alten Landratsamtes finden ebenfalls Programmpunkte statt: Um 12 Uhr gibt es eine Präsentation zu 40 Jahren Jugendaustausch mit Israel. Daran anschließend stellt das Gymnasium Adolfinum das Auschwitz-Projekt vor. In einem ca. 45-minütigen Vortrag werden Vor- und Nachbereitung der Fahrt sowie die Durchführung vor Ort präsentiert, erläutert der verantwortliche Lehrer Daniel Schirra. Danach werde es eine Gesprächsrunde geben.

Um 15 Uhr werden Ensemblemitglieder des Schlosstheaters Moers Erzählungen, Reportagen und Romane des vor kurzem verstorbenen jüdischen Schriftstellers Walter Kaufmann verlesen. Auch rund ums Schloss wird einiges los sein: Auf dem Schlossplatz findet um 14.15 Uhr ein Konzert der Moerser Musikschule statt. Eine Gruppe aus Lehrenden und Schülerinnen und Schülern werde passende Musik mit Bodypercussion vortragen, erklärt Ulrike Schweinfurt. Das Publikum werde eingeladen, mitzumachen. Ebenfalls auf dem Schlossplatz wird es eine ganztägige Ausstellung zum Thema „jüdisches Leben im Rheinland“ geben, die um die Ausstellung „jüdisches Leben in Moers“ von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Moers erweitert wird.

Das läuft in der Stadtkirche in Moers

Die Moerser Stadtkirche ist an den Feierlichkeiten ebenfalls beteiligt. Unter dem Titel „AUS- gegrenzt! - gebürgert! - gewandert! - gelöscht“ werden Werke von Otto Pankok aus seinem Bilderzyklus „Jüdisches Schicksal“ gezeigt. In seinen Kohlezeichnungen solidarisiere er sich mit seinen jüdischen Freunden und leiste durch seine Kunst offen und provokant Widerstand, erklärt Annette Burger, die langjährige Leiterin des Pankok-Museums Haus Esselt, das die Ausstellungsstücke – sechs großformatige Bilder und zwei Bronzefiguren – zur Verfügung gestellt hat.

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Auch die Hermann-Runge-Gesamtschule ist am Thementag beteiligt. In der Ausstellung „Moers-Ramla II“ präsentiert der Projektkurs Bilder der letzten Begegnung im Jahr 2019, bei dem die 22 Teilnehmenden aus Moers die Möglichkeit hatten, das jüdische Pessach-Fest mitzufeiern. Diese Ausstellung wird am Montag, den 20. September, eröffnet und wird im Foyer des Bildungszentrums bis zum 4. Oktober zu sehen sein.

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Der Thementag „Chai - Auf das Leben“ findet am Sonntag, den 19. September von 11 – 17 Uhr statt. Für den Rundgang über den Friedhof und die Diskussionsrunde im Wallzentrum ist eine Anmeldung nötig. Nähere Informationen zur Anmeldung können dem Flyer im Internet unter 1700jahre.moers.de entnommen werden.

Die Werke von Otto Pankok können bis zum 26. September immer dienstags, freitags und samstags von 11 bis 15 Uhr in der Moerser Stadtkirche besichtigt werden. Kontakt: Pfarrerin Münker-Lütkehans (christiane.muenker@ekir.de) oder Konrad Göke (info@konrad-goeke.de).

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