Wirtschaft

Wie sich die Zahl der Baugenehmigungen entwickelt

Ein Baugerüst steht an einem Rohbau: Wie die Nachfrage in den heimischen Kommunen ist, haben wir in einer Übersicht ermittelt.

Ein Baugerüst steht an einem Rohbau: Wie die Nachfrage in den heimischen Kommunen ist, haben wir in einer Übersicht ermittelt.

Foto: Bernd von Jutrczenka

Meschede/Bestwig/Eslohe/Schmallenberg.   Die Baubranche boomt. In vielen Kommunen müssen kurzfristig neue Baugebiete ausgewiesen werden: Wie ist es hier vor Ort?

Der Wirtschaft geht es gut – und damit vielen Beschäftigten. Günstige Kreditangebote locken. Die Baubranche boomt. In vielen Kommunen müssen kurzfristig neue Baugebiete ausgewiesen werden. Ein Blick auf die Baugenehmigungen der vergangenen Jahre zeigt, wie es in den vier Kommunen unseres Verbreitungsgebiets aussieht. Einheitlich ist das Bild nicht.

Während in Meschede, Eslohe und Schmallenberg in den vergangenen Jahren eine langsam zunehmende Bautätigkeit zu beobachten ist – wenn auch mit leichtem Auf und Ab – sieht das in Bestwig anders aus. Wir haben die Baugenehmigungen für Wohnungen in Neubauten vergleichen. Darunter fallen auch Einfamilienhäuser.

Bestwig

In den Jahren 2013 bis 2017 wurden jährlich zwischen sechs und elf Bauanträge in Bestwig gestellt. Tiefststand war 2007 mit vier und 2012 mit drei Anträgen. Viel gebaut wurde in Bestwig dagegen in den Jahren 1992 bis 2000. Der Spitzenwert: 1994 wurden 125 Bauanträge für Wohnungen in Neubauten genehmigt.

Eslohe

Tiefstand in der Gemeinde Eslohe war das Jahr 2009 mit fünf Bauanträgen. Seitdem steigt die Bautätigkeit stetig auf zuletzt 14 und 24 in den Jahren 2016 und 2017. Viel gebaut wurde auch in Eslohe in den Neunzigern. Rekordjahr mit 89 Baugenehmigungen für Wohnungen in Neubauten war 1999.

Schmallenberg

Auch in Schmallenberg sind die Neunziger die Periode, in der Häuslebauer sehr aktiv waren. Mit 158 genehmigten Bauanträgen liegt der Höchststand im Jahr 1993. Generell wurde in Schmallenberg bis 2007 rege gebaut. Dann Flaute es ab: 2009 zum Beispiel sind nur neun Genehmigungen verzeichnet. Seit 2011 steigt die Bautätigkeit langsam wieder an. Zuletzt waren es 93 und 41 Genehmigungen (2017 und 2016) für Wohnungen in Neubauten.

Meschede

37 Bauanträge für Wohnungen in Neubauten wurden 2017 in Meschede genehmigt. Im Vorjahr waren es 79. Der Tiefstand in der Kreisstadt liegt im Jahr 2008 mit 13 Genehmigungen. Rekordjahr mit 255 Bauanträgen hingegen ist 1994. Ähnlich wie in Schmallenberg geht die rege Bautätigkeit weit über die Neunziger hinaus, im Grunde bis einschließlich 2006. Dann kommt der Einbruch.

Ursachen und Ausblick

Der Knick liegt in allen vier Kommunen in der Zeit der globalen Finanzkrise. Persönliche Gründe wie Verunsicherung spielten eine Rolle. Für den Bauboom in den Neunzigern hat Klaus Wahle, Leiter des Fachbereichs Planung und Bauordnung der Stadt Meschede, eine Erklärung: „In dieser Zeit wurden viele große Baugebiete ausgewiesen.“ Die Nachfrage sei unter anderem deshalb groß gewesen, weil viele Russlanddeutsche nach Deutschland gekommen seien.

Klaus Schüßler vom Bauordnungsamt der Stadt Schmallenberg hat eine weitere Begründung: „In dieser Zeit wurde das Bauen durch öffentliche Mittel viel stärker gefördert als das heute der Fall ist.“ Hervorzuheben sei vor allem die öffentliche Förderung für den sozialen Wohnungsbau. In den Neunzigern seien daher in Schmallenberg viele Mehrfamilienhäuser entstanden.

Dass die Bautätigkeit in den vergangenen Jahren langsam wieder zugenommen hat, ist im Bauordnungsamt deutlich zu spüren. „Da spielt auch der niedrige Zinssatz eine Rolle“, so Schüßler. Neue große Baugebiete sind schon oder werden in Kürze beispielsweise in Schmallenberg ausgewiesen, so dass für die kommenden Jahre eine rege Bautätigkeit anzunehmen ist.

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