Corona

Wie Cobbenroder Jecken ein Zeichen in Corona-Zeiten setzen

Prinz Monti winkt seinem Volk zu, auch wenn das bei seiner Ernennung  nichtsahnend zu Hause sitzen musste.        

Prinz Monti winkt seinem Volk zu, auch wenn das bei seiner Ernennung nichtsahnend zu Hause sitzen musste.      

Foto: Gudrun Schulte

Cobbenrode.  Die Cobbenroder Karnevalisten haben dafür gesorgt, dass es auch in Corona-Zeiten endlich mal eine erfreuliche Nachrichten gibt.

Es ist eine der traurigsten Sessionseröffnungen in der langen Geschichte des Cobbenroder Karnevals gewesen. Eine Sessionseröffnung ohne Prinzenproklamation. Dabei hätte der neue Prinz sogar mit einer Mega-Party in die neue Session starten sollen - gemeinsam mit der Kölschen Kult-Band Brings. Doch wie in vielen anderen Bereichen hat Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht.

Für Prinz „Monti, den Versprechenden“, alias Tobias Willmes, ist das aber nur eine traurige Randerscheinung. Für ihn war klar, dass er unbedingt dieses Jahr Prinz des CCV werden musste - denn Vater Friedhelm Willmes war vor 55 Jahren Prinz in Cobbenrode und feiert damit immerhin ein karnevalistisches Jubiläum.

„Eigentlich wollte ich schon vor fünf Jahren ran, aber da wurde es „Basti, der Unbezwingbare“, dessen Vater vor 25 Jahren Prinz war. Also war für mich klar, dass ich es beim närrischen Jubiläum 2020 machen werden. Das habe ich dem Papa versprochen“, sagt Prinz Monti. „Leider kann er es nun nicht mehr erleben“, ergänzt er. „ Er hatte sich so darauf gefreut“.

Die Proklamation von Prinz Monti hatte coronabedingt nur im minimalsten Rahmen stattgefunden - mit Prinz Monti selbst und Thomas Funke, einem der drei Präsidenten des CCV. „Wir wollten trotz, oder gerade wegen Corona, ein Zeichen setzen“, sagt Willmes.

„Es sollen nicht nur traurige Nachrichten, die täglich und überall auf einen einprasseln, unseren Alltag bestimmen.“ Man wolle mal etwas anderes, positiv Überraschendes und Fröhliches präsentieren. „Es ist ohnehin alles schlimm, warum soll es nicht einfach auch mal einen Lichtblick geben“, fragt der aktive Karnevalist, der seit sieben Jahren Zeremonienmeister bei den Sitzungen ist.

Hoffen auf Normalität

Natürlich hat Prinz Monti auch einen Elferrat - seine Stammtischbrüder und Kollegen: „Eben alle, die mich ein Leben lang begleitet haben“, so Willmes. Zum Einsatz kommt der momentan zwar nicht. Dafür aber in der nächsten Session 2021/22 - denn Prinz Monti bleibt zwei Jahre im Amt.

Allerdings hofft Willmes wenigstens auf ein kleines Stückchen „Normalität“ auch in seinem ersten Prinzenjahr. „Vielleicht darf man ja wenigstens den Kindergartenkindern Bonbons durchs Fenster werfen oder im Seniorenheim im Garten für gute Stimmung sorgen. Ein bisschen Freude bereiten, das wäre schon schön“, schmunzelt die Tollität.

Damit es keine Probleme bezüglich seiner Funkenmariechen gibt, hat sich Willmes entschieden, alles in der Familie zu lassen. Seine Frau Steffi und Schwägerin Heike Flender begleiten ihn. Sicher ist sicher. Wer weiß was noch kommt….

  • Tobias Willmes ist 39 Jahre alt, verheiratet und hat ein Kind.
  • Er ist Fenster- und Fassadenbauer bei der Fa. Schmidt, Oedingen.
  • Sein Prinzenname leitet sich von der Tatsache ab, dass bei Willmes, wenn er ganz schnell etwas erzählt, immer viele Versprecher garantiert sind.
  • Prinz Monti ist der erste Karnevalsprinz beim CCV , der zwei Sessionen regiert.
  • Schon als Neunjähriger war Willmes mit im Cobbenroder Rosenmontagszug. Außer in einem Jahr war er immer dabei - mal mit seinen Kumpels als Fußgruppe oder als Wagenbauer. Im Kinderkarneval war er Zeremonienmeister .
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