Geschichte

Schmallenbergs Stadtmauer: Einfach wieder zuschütten?

Bei archäologischen Grabungen haben Mitarbeiter des LWL Archäologie für Westfalen Reste der Stadtmauer aus der Mitte des 13. Jahrhunderts  freigelegt. Jetzt sollen die Steine wieder zugeschüttet werden.

Bei archäologischen Grabungen haben Mitarbeiter des LWL Archäologie für Westfalen Reste der Stadtmauer aus der Mitte des 13. Jahrhunderts  freigelegt. Jetzt sollen die Steine wieder zugeschüttet werden.

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.  Es war die Sensation zum Stadtjubiläum: Archäologen hatten Reste der mittelalterlichen Stadtmauer gefunden. Jetzt wird alles wieder zugeschüttet.

Die freigelegte Stadtmauer war beim Stadtjubiläum einer der Publikumsmagneten. Nun musste Bürgermeister Bernhard Halbe mitteilen, dass die Grabung wieder zugeschüttet wird.

„Aus technischen Gründen. Die Steine würden sich lösen“, erklärte er bedauernd im Rat. Auch die LWL-Archäologen und zwei weitere zurate gezogene Fachfirmen hätten das bestätigt. „Ich hätte die Mauer - wie sicher viele Schmallenberger - gern offen stehengelassen“, bedauerte der Bürgermeister. „Aber das würde das Denkmal auf Dauer zerstören.“ Die Frage bleibe, wie man den Standort der Mauer, der für die Stadtgeschichte ja wichtig ist, trotzdem kenntlich machen könne.

Plexiglas-Scheibe ist nicht möglich

Nicht möglich sei es, beispielsweise eine Plexiglas-Scheibe einfach darüber zu legen. „Die wäre durch das Kondenswasser des Bodens ständig beschlagen“, hatte der Archäologe Wolfram Essling-Wintzer schon bei den ersten Terminen erläutert. So etwas sei nur in Innenräumen möglich.

Aber andere Städte hätten den alten Mauerverlauf auch einfach durch ein Metallband sichtbar gemacht oder als Sitzbank wieder aufgemauert. Auch könnte man die Mauer vielleicht in Beton gießen. Ideen sollten jetzt gesammelt und die Kosten berechnet werden. Doch erstmal schüttet jetzt der Bagger alles wieder zu.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben