Rückblick

Tollwütiger Marder greift in Meschede Mopedfahrer an

Im August 1959 räumt Lehrer Fischer seine Wohnung in Latrop: Weil die Volksschule neu gebaut werden muss und es keinen anderen großen Raum gibt, findet der Unterricht jetzt bei ihm statt.

Im August 1959 räumt Lehrer Fischer seine Wohnung in Latrop: Weil die Volksschule neu gebaut werden muss und es keinen anderen großen Raum gibt, findet der Unterricht jetzt bei ihm statt.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.  Vor 60 Jahren: Wohnungsnot in Bestwig, in Oberkirchen greifen sich Anwohner einen Einbrecher - und in Meschede gibt es eine besondere Begegnung.

Über diese Themen berichteten wir vor 60 Jahren im Lokalteil.

Wohnungsnot in Bestwig

14.500 Menschen leben 1959 in der Gemeinde Bestwig. Es herrscht Wohnungsnot: 250 Familien mit rund 800 Menschen leben in Baracken und Behelfsheimen – viele davon sind Flüchtlinge aus der DDR.

Bundesstraße wird ausgebaut

Zwischen Meschede und Heinrichsthal wird die Bundesstraße 7 ausgebaut. Probleme bereitet die Steigung der B 7 von Heinrichsthal aus: Dort muss ein Stützmauer muss ein sieben Meter tiefer Graben ausgebaggert werden.

Umstrittene Verpachtung

Die Gemeindevertretung in Gleidorf legt Protest gegen eine Entscheidung des Amtes Schmallenberg ein: Das hat eine große Wiese am Gleidorfer Ortsrand gepachtet und erlaubt dort „Zigeunern“, wie sie damals hießen, ihr Lager aufzuschlagen.

Tollwut grassiert

In Meschede greift ein Marder einen Mopedfahrer an der B 55 an. Der Fahrer tötet das Tier durch Fußtritte. Es soll von Tollwut befallen gewesen sein, die im Kreis grassiert.

Einbrüche in kleinen Orten

Anwohner halten in Oberkirchen einen Einbrecher fest, bis die Polizei kommt. Zwei Komplizen fliehen. Im Auto des Mannes wird eine scharf geladene Pistole gefunden. Die Täter sollen sich auf kleinere Orte spezialisiert haben: Zuletzt sollen sie vier Einbrüche in Herhagen verübt haben.

Nordfriedhof wird gebaut

Die Stadt Meschede und die Kirchengemeinde einigen sich: Die Kirche gibt zehn Morgen an Land ab, damit im Mescheder Norden ein neuer Friedhof entstehen kann.

Fredeburger sparen gern

Die Sparkasse Fredeburg wird 100 Jahre alt. Stolz ist man auf die hohe Sparquote: Im Schnitt hat jeder ihrer Kunden 1000 Mark auf der hohen Kante liegen, doppelt so viel wie im übrigen Westfalen-Lippe.

Unterricht in Lehrer-Wohnung

In Latrop muss die Volksschule neu gebaut werden. In der alten, Baujahr 1896, war es so kalt geworden, dass die Kinder in Mänteln unterrichtet werden mussten. Damit die 23 Kinder während der Bauzeit weiter im Ort unterrichtet werden können, räum Lehrer Erich Fischer für sie für ein Jahr seine Fünf-Zimmer-Wohnung in Latrop. Der Lehrer hat damit den längsten Schulweg: Er mietet sich für diese Zeit in Schmallenberg ein.

Kultur nur in der Schützenhalle

Der Kulturring in Meschede spricht sich für ein neues Kulturzentrum aus: Bislang können Opern und Operetten nur in der Halle der St.-Georgs-Schützen gezeigt werden.

Sorge vor illegalem Schlachten

Im Mescheder Kreisgebiet sind Viehdiebe aktiv. Von Weiden in Nordenau, Obervalme, Oberhenneborn und Gevelinghausen werden fünf Stück Rindvieh gestohlen. Die Polizei bittet die Bevölkerung, aufmerksam zu sein. Die Behörden befürchten Gesundheitsgefahren durch unkontrollierte Schlachtungen.

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