Drogenmissbrauch

Stufenfahrt: Lehrer schicken sechs Kiffer wieder nach Hause

Ein Mann raucht einen Joint (Symbolfoto). Sechs Schüler der Stufe 9 des  Gymnasiums Schmallenberg wurden auf der Berlinfahrt beim Drogenkonsum erwischt und deswegen nach Hause geschickt

Ein Mann raucht einen Joint (Symbolfoto). Sechs Schüler der Stufe 9 des Gymnasiums Schmallenberg wurden auf der Berlinfahrt beim Drogenkonsum erwischt und deswegen nach Hause geschickt

Foto: Oliver Berg / picture alliance / dpa

Schmallenberg/Berlin.  Sechs Schüler der 9. Klasse des Gymnasiums Schmallenberg müssen die Klassenfahrt abbrechen. Schulleitung: „Erster Vorfall“

Vor den Ferien war die Stufe 9 des Gymnasiums auf Klassenfahrt in Berlin. Alles lief super, bis zum vorletzten Abend. In der Nacht wurden sechs Schüler mit Drogen erwischt. Nach Informationen dieser Zeitung sollen sie Cannabis geraucht haben. Für die Lehrer war der Fall klar: Sie schickten die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren vorzeitig nach Hause.

Intensive Aufklärung

Der Fall sorgte an der Schule für Unruhe. Einen derartigen Fall habe es bislang noch nicht gegeben, so Schulleiterin Dr. Elke Winekenstädde. Schulleitung und Lehrer hätten sich sich in den vergangenen Tagen nun intensiv mit der Aufklärung der Vorfälle beschäftigt. Sie bestätigte jetzt auf Nachfrage, dass sechs Schüler gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben. „Details dazu sind - zum Schutz der Betroffenen - ausschließlich für die Eltern bestimmt sowie für das Gremium, das über schulische Maßnahmen berät“, schreibt Winekenstädde in einer Stellungnahme.

Verstoß gegen das Schulgesetz

„Die Schüler sowie die Erziehungsberechtigten werden im Vorfeld einer Klassenfahrt sowohl mündlich als auch schriftlich darüber informiert, dass Regelverstöße (das heißt Verstöße gegen das Schulgesetz) dazu führen, dass man von der weiteren Teilnahme an der Klassenfahrt ausgeschlossen wird und die Rückfahrt dann auf eigene Kosten zu erfolgen hat“, so Winekenstädde. Bei einem Ausschluss von der Klassenfahrt würden die Eltern unmittelbar telefonisch informiert „und können entscheiden, ob sie ihre Kinder abholen oder ob diese die Heimfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln antreten sollen.“

Konsequenzen werden beraten

Ob der Fall nun auch schulische Konsequenzen für die Jugendlichen hat, darüber berät und entscheidet eine Teilkonferenz aus Schülern, Eltern und Lehrern nach den Sommerferien. Die betreffenden Schüler und ihre Eltern werden dabei sein. „Das Ergebnis ist somit derzeit offen“, so die Schulleiterin. Auf Erfahrungen kann die Schule nicht zurückgreifen, denn nach eigenen Angaben habe es Verstöße, wie sie während der Berlinfahrt stattgefunden haben, am Städtischen Gymnasium noch nicht gegeben.

Angemessener Schritt

Die Bezirksregierung Arnsberg als Aufsichtsbehörde des Gymnasiums nennt die Entscheidung, die Schüler nach Hause zu schicken, „einen logischen und konsequenten Schritt“. Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, führt aus: „Alkohol und Drogen sind ein ,No Go’, das ist keine Kleinigkeit. Daher war das ein vollkommen angemessenes Vorgehen der Schule und die richtige Entscheidung.“

An jeder Schule gebe es Hausregeln und die Schulordnung, die Verhaltensregeln vorschreibt. „Vor Fahrten - wie auch hier in diesem Fall - wird oftmals noch einmal kommuniziert, was nicht toleriert wird. Wer sich daran nicht hält, muss mit Sanktionen und auch mit den Konsequenzen rechnen.“

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