Katastrophenhilfe

Stürme, Fluten, Anschläge: THW Meschede stellt sich neu auf

Zehn THW-Ortsverbände übten mit rund 200 Einsatzkräften verschiedene Einsatzszenarien in Meschede.

Zehn THW-Ortsverbände übten mit rund 200 Einsatzkräften verschiedene Einsatzszenarien in Meschede.

Foto: adja Hohmann

Meschede.  Das THW Meschede richtet eine neue Einheit ein und bereitet sich damit auf Ereignisse wie Stürme, Fluten, aber auch terroristische Anschläge vor.

Das Technische Hilfswerk stellt sich bundesweit neu auf und reagiert damit auf gesellschaftliche Veränderungen. Hintergrund ist die „Konzeption Zivile Verteidigung“, die bereits 2016 im Bundesinnenministerium beschlossen wurde. Für die Ortsgruppe Meschede eine positive Entwicklung: Eine dritte Einheit wird jetzt aufgebaut und mit Fahrzeugen, Geräten und Material im Wert von mehr als 300.000 Euro ausgestattet.

Während laut THW Hattingen „die sicherheitspolitische Lage jetzt wieder so eingeschätzt wird, dass es auch Krieg auf europäischem Gebiet geben könnte“, sagen andere Vertreter des THW, dass es weniger um konkrete Kriegsgefahr gehe. Vielmehr gehe es darum, auf mögliche Großereignisse wie Dürren, Fluten, Stromausfälle, aber eben auch terroristische Anschläge vorbereitet zu sein.

„Aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre, in denen wir mit Stürmen, Hochwasser und auch den Flüchtlingsströmen zu tun hatten, wollen wir auch die Arbeit des THW anpassen“, erklärt Sascha Meyer, Leiter der Regionalstelle des THW in Arnsberg. Die Veränderungen wertet er als deutlich positiv.

300.000 Euro für Material

Der bisherige Kernbereich des THW, die Bergung, bleibe ein wichtiger Schwerpunkt, werde aber um den Bereich Kritis-Aufgaben bzw. kritische Infrastruktur ergänzt. „Jede Ortsgruppe erhält zum Beispiel eine Netzersatzanlage 50 kVA mit Lichtmast“, erklärt Meyer. Davon gebe es bisher keine einzige im HSK und nur zwei im gesamten Regionalverband.

In den Ortsverbänden, die eine zweite Bergungstruppe haben, soll diese in die neue Fachgruppe Notinstandsetzung und Notversorgung umgewandelt werden. „Da wir in Meschede seit einigen Jahren aber nur eine Bergungstruppe haben, wird bei uns eine komplett neue Einheit aufgebaut“, erklärt Sven Kißler, Ortsbeauftragter in Meschede. Insgesamt hat der Ortsverband Meschede dann drei Einheiten: die Bergungstruppe, die Fachgruppe Räumen und die neue Fachgruppe Notinstandsetzung und Notversorgung.

Zum Jahresbeginn

„Geplant ist, die neue Gruppe mit neun Personen zum 1. Januar 2020 einzurichten“, sagt Regionalleiter Sascha Meyer. Die entsprechende Ausrüstung werde nicht sofort komplett zur Verfügung stehen. Das Ministerium habe dem THW bis 2023 bundesweit 100 Millionen Euro für Fahrzeuge und Großgeräte zugesagt.

Das THW Meschede soll nach und nach mit einem Mehrzweckgerätewagen, einer Netzersatzanlage mit Lichtmast, einem Multifunktionsanhänger (auch für sperrige Transporte), einem Anhänger mit kleinem Boot und einem Gabelstapler mit mindestens drei Tonnen Hubkraft ausgestattet werden. Hinzu komme Material für den Camp-Bau wie zum Beispiel Zelte und Feldbetten. Kostenfaktor: „Mehr als 300.000 Euro“, so Meyer.

Neue Einheit

Fachpersonal für die neue Einheit könne zum Teil aus den anderen beiden Gruppen herangezogen werden. Unter anderem werden Elektriker, Bootsführer, Lkw-Fahrer und Gabelstaplerfahrer benötigt. „Gut ist wenn jemand Qualifikationen aus dem Beruf mitbringt. Die Scheine dafür kann man aber auch bei uns machen“, erklärt Sven Kißler.

Mit insgesamt 80 Mitgliedern, darunter etwa 15 Jugendliche und 30 Aktive, sei das THW Meschede gut aufgestellt. „Dennoch freuen wir uns über jeden, der uns ehrenamtlich unterstützt“, sagt Regionalleiter Sascha Meyer. Besondere handwerkliche Fähigkeiten - wie fälschlicher Weise häufig angenommen - müsse man nicht mitbringen.

>>>> Weitere Informationen:

Zum Regionalverband Arnsberg gehören die vier Kreise HSK, Höxter, Paderborn und Soest mit insgesamt zehn Ortsverbänden und mehr als 1500 Helfern. Gesetzliche Aufgabe des THW ist der Zivilschutz.

Der THW-Ortsverband in Meschede wurde 1963 gegründet.

Die Treffen jeden Dienstag um 19 Uhr in der Le-Puy-Straße 25a in Meschede sind nicht verpflichtend. Interessierte sind jederzeit willkommen.

Die Grundausbildung umfasst ca. 90 Stunden, die Fachausbildung weitere 90 Stunden.

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