Schützen

So ein Vogelschießen gab’s noch nie in Wenholthausen

Sechs Bewerber gibt es beim Schießen um die Vizekönigswürde in  Wenholthausen. Detlev Baldeau geht daraus als Sieger hervor.

Sechs Bewerber gibt es beim Schießen um die Vizekönigswürde in Wenholthausen. Detlev Baldeau geht daraus als Sieger hervor.

Foto: Gudrun Schulte

Wenholthausen.  Zuletzt krachte der ganze Kugelfang herunter. Darum gab es jetzt in Wenholthausen das Vogelschießen 2.0 – und endlich den neuen Vizekönig.

Ungewöhnliche Klänge am Eibel, zumindest für Ende September: „Auf die Vogelwiese geht der Franz“ spielte die Lyra. Zum ersten Mal in der Geschichte der St.-Sebastianus- Schützenbruderschaft von 1654 wurde ein Vogelschießen im Herbst ausgetragen.

Grund war, dass der komplette Kugelfang beim Schützenfest im Juni direkt vor dem Vizekönigsschießen zu Boden krachte: Ein technischer Defekt an der fast 60 Jahre alten Vogelstange. Gott sei Dank wurde niemand verletzt. Die alte Stange konnte aber nicht mehr repariert werden. Jetzt wurde die neue Vogelstange nach nur 111 Tagen nach besagtem „Absturz“ feierlich eingeweiht.

Pastor Volker Staskewitz segnete die neue Anlage ein. Der erste Vorsitzende Albert Siebrichhausen eröffnete das Vogelschießen „2.0“: „Keiner hätte am Schützenfestmontag gedacht, dass wir uns heute hier wiedersehen, um ein weiteres Vogelschießen zu erleben. Niemand wird das Geräusch vergessen, dass beim Runterdonnern des Kugelfangs alle in Angst und Schrecken versetzte. Aber jetzt bin ich stolz, dass es die Dorfgemeinschaft so schnell geschafft hat, eine neue Anlage mit ihren Spenden mitzufinanzieren. Jeder Zentimeter und Meter war wichtig und wertvoll. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die sich ehrenamtlich eingesetzt haben, so dass wir nun das Vizekönigschießen nachholen können“.

Ein Tag für die Annalen

Siebrichhausen dankte der Architektin Bettina Hümmler, der Gemeinde Eslohe und vielen anderen mehr, die den Neubau, auch behördlicherseits, so schnell möglich gemacht hatten. „Besondes schön ist es, dass alles handgemacht aus Holtsen kommt, von der Stahlkonstruktion bis zur Musik“, strahlte der Vorsitzende.“ Wer gleich die Vizekönigswürde erzielt, geht in die Annalen des Vereins ein.“ Gestrahlt hat auch die Sonne. Bei sommerlichen Temperaturen und wolkenlosem Himmel schauten die zahlreichen Gäste, auch Vertreter des Kreisschützenbundes, wie der neue Kugelfang ganz langsam automatisch hochgezogen wurde. Der ein oder andere Beobachter erschreckte doch, als der Kasten geräuschvoll einrastete. Der zweite Vorsitzende Helmut Baumhöfer versicherte sofort: „Das ist normal. da kann nichts passieren.“

Sechs Bewerber wollen Vize werden

Mancher stellte die Überlegung an, ob nicht immer ein zweites Mal Vogelschießen im Herbst sein sollte, doch der Vorstand lehnte lächelnd ab, zu viel Aufwand. Dann begann ein sehr spannendes Vogelschießen. Sechs Bewerber versammelten sich unter der Vogelstange. Schon nach wenigen Schüssen drehte sich der Aar eineinhalb Mal um die eigene Achse und blieb auf dem Kopf stehen. Schnell riss das Holz in der Mitte, aber nur einen kleinen Spalt breit.

Rund eine Stunde und 165 Schuss brauchte schließlich Detlev Baldeau, um sich den Titel zu sichern und in die Geschichte der Bruderschaft einzugehen. Er war schon auf dem Weg zu den Mitbewerbern, als der Vogel krachend zu Boden fiel. Der 56-jährige selbstständige Stuckateurmeister und Trockenbauer nahm Ehefrau Silvia zur Königin. Mit ihnen freuen sich die Kinder Sabrina, Sina und Lars. Der neue Vizekönig und gebürtige Rheinländer ist erster Vorsitzender des WCV Karnevalsvereins und daneben ist sein Hobby ein Boot in Holland.

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