Sicherheit

Schmallenberger suchen Sicherheitslücken in den Häusern

Burkhard Wickel und Benedikt Vollmers vom Haus für Sicherheit in Schmallenberg

Burkhard Wickel und Benedikt Vollmers vom Haus für Sicherheit in Schmallenberg

Foto: Laura Handke / WP

Schmallenberg.  Benedikt Vollmers und Burkhard Wickel leiten das Haus für Sicherheit in Schmallenberg. Sie zeigen Schwachstellen und geben Tipps.

Menschen fühlen sich zunehmend unsicher - auch in Schmallenberg. Und das, obwohl die Einbruchszahlen im Stadtgebiet vergleichsweise gering sind – zwölf Einbrüche gab es im Jahr 2018, sechs bisher in diesem Jahr (Stand September). Dass das Sicherheitsgefühl nachlässt, das beobachten auch Benedikt Vollmers und Burkhard Wickel vom „Haus für Sicherheit“ in Schmallenberg. Seit acht Jahren betreiben sie ihr Unternehmen im Lenninghof. Sie warnen vor falschen Schlüsseldiensten und Sicherheitslücken im eigenen Haus.

Geringe Einbruchszahlen, weite Wege zur Autobahn: Eigentlich sollte man meinen, dass sich die Leute in Schmallenberg sehr sicher fühlen. Wie kann man da mit Sicherheitstechnik Geld verdienen?

Wickel: Wir sind seit acht Jahren mit unserem Unternehmen hier am Standort im Lenninghof. Die Arbeit im Bereich Sicherheitstechnik ist für uns in den letzten Jahren deutlich intensiver geworden. Zum einen hat es damit zu tun, dass viele Menschen vorsorglich ihre Wohnungen und Häuser gegen Einbrüche absichern wollen, zum anderen auch mit dem nachlassenden Sicherheitsempfinden.

Seit wann beobachten Sie, dass das Sicherheitsempfinden nachlässt?

Vollmers: Stärker geworden ist dieses Phänomen - das können wir nach unseren Beobachtungen sagen - mit Beginn der Flüchtlingswelle im Jahr 2015. Das hat dann natürlich nach einer gewissen Zeit wieder etwas nachgelassen. Aber vorwiegend in der dunklen Jahreszeit, meistens ab Oktober, steigt die Nachfrage nach Beratungsterminen bei uns.

Es ist also kein Klischee, dass sich Menschen in der dunklen Jahreszeit mehr vor Einbrüchen fürchten?

Wickel: Nein, überhaupt nicht. Das ist tatsächlich so. Aber unsere Kunden kommen natürlich nicht nur aus Schmallenberg, sondern auch aus umliegenden Orten. Unser Einzugsgebiet geht bis zum Märkischen Kreis. Wir beraten Privatpersonen im Bereich Einbruchsschutz aber beispielsweise auch Unternehmen zu Videoüberwachungsanlagen, Schließanlagen oder Zutrittskontroll-Systemen.

Und was wird am häufigsten nachgefragt?

Wickel: Oft wünschen sich die Leute einen mechanischen Einbruchsschutz an Fenstern oder Türen. Das sind auch die auffälligsten Schwachstellen in den Wohnungen oder Häusern, die wir uns anschauen.

Sie fahren also zu den Leuten nach Hause und schauen dort, wo Einbrecher es am ehesten versuchen würden?

Vollmers: Ja. Und es sind häufig immer wieder die gleichen Schwachstellen. Terrassentüren sind ohne richtigen Schutz prädestiniert dafür, dass Einbrecher dort versuchen, in das Gebäude zu gelangen. Der Faktor Zeit spielt dabei eine wichtige Rolle. Kommen die Täter nicht innerhalb von zwei bis fünf Minuten in das Gebäude, bleibt es meist bei einem Einbruchsversuch. Wenn man das Eindringen also zeitlich verzögern kann, sind die Chancen größer, dass die Einbrecher abbrechen. Wir bieten den Leuten in ihrem Zuhause eine umfassende Beratung an - beispielsweise auch im Bereich Brandschutz.

Also geht es bei Ihnen nicht nur um Sicherheitstechnik?

Vollmers: Nein. Da ich ursprünglich aus dem Bereich „Brandschutz“ und Herr Wickel aus dem Bereich „Sicherheits- und Haustechnik“ kommt, bieten wir auch Beratung auf diesen Gebieten an - zum Beispiel zu Verkauf und Wartung von Feuerlöschern, Beratung und Einrichtung von Rauchwarnmeldern oder Brandschutzschulungen.

Zudem haben wir auch noch einen 24-Stunden-Notfall-Schlüsseldienst. Das ist uns auch ein Herzensanliegen. Denn viele Menschen werden von anderen Anbietern über den Tisch gezogen. Und auch in Schmallenberg sperren sich häufiger mal Leute aus (lacht).

Wie meinen Sie das?

Wickel: Oft gerät man an falsche Schlüsseldienste und ist im Zweifel sehr viel Geld los. Die Leute müssen für dieses Thema sensibilisiert werden. Es gibt teils Adressen von Schlüsseldiensten, die hier gelistet sind. Den Menschen wir somit vorgegaukelt, dass es sich um ortsansässige Unternehmen handelt. In Wirklichkeit sitzen diese dann aber ganz woanders und verlangen dann auf einmal horrende Preise für Anfahrt und Türöffnung. Man sollte also aufpassen.

Und was raten Sie den Leuten?

Vollmers: Am besten ist es, einen Ersatzschlüssel bei einem Nachbarn oder einer guten Freundin/einem guten Freund zu deponieren. Ansonsten gibt es auch sogenannte Schlüssel-Depots dafür. Und generell gilt: Wo will man sich denn sicherer fühlen, als im eigenen Zuhause?

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