Werbung

Nackte Tatsache: Frauenberatung sieht Gefühle verletzt

„Nackte Tatsache" im Netto-Markt in Meschede. Muss das sein?

„Nackte Tatsache" im Netto-Markt in Meschede. Muss das sein?

Foto: Brigitta Bongard

Meschede.  Auch wenn Netto seine Werbung witzig findet - die Frauenberatung Meschede und Mitarbeiter sehen das anders. Auch Familien hätten sich beschwert.

Was nackte Menschen mit unverpackter Ware zu tun haben sollen, das erschließt sich auch der Frauenberatung nicht. „Eigentlich sollten Botschaft und Foto zusammenpassen. Das kann ich hier nicht erkennen“, sagt Barbara Hönsch, Psychologin und Mitarbeiterin der Frauenberatung. „Für mich ist eine Grenze erreicht, wenn sich andere Menschen verletzt fühlen.“

Und das ist hier offensichtlich passiert. Die Netto-Werbung „Nackte Tatsache“ (wir berichteten) ärgert in Meschede an der Briloner Straße Teile der Mitarbeiter, so dass auch schon Werbeaufsteller, die eigentlich vor die Tür sollten, „vergessen“ wurden. Man habe keine Lust unter den „Nackten“ zu arbeiten, sagten Mitarbeiter, die im Netz als besonders freundlich gelobt werden. Auch Familien mit Kindern hätten sich vermehrt beschwert. Das kann die Frauenberatung verstehen. „Das hat nicht damit zu tun, dass man prüde ist.“

Shitstorm bleibt aus

Im Netz blieb der Shitstorm auf den WP-Bericht aus. Die meisten unserer Facebook-Nutzer fanden es witzig: „Meine Güte, auf beinahe jedem Titelbild wird man von einer barbusigen Dame angelächelt. Was ist an einem fast nackten Mann so schlimm?“, schrieb eine Nutzerin, ein anderer fühlte sich direkt angesprochen: „Wichtig ist doch nur, dass endlich die Folien ums Gemüse (wo es nicht nachteilig für die Frische ist) verschwinden! Warum wird so ein Hype darum gemacht? Bin gleich dort und schau mal das Angebot an.“

Keine Angaben zum Ärger der Mitarbeiter

Die Pressesprecherin von Netto hatten wir gebeten, zu der Aktion und zum Ärger der Mitarbeiter Stellung zu nehmen. Sie nannte die Aktion, mit der auf die unverpackten Waren hingewiesen werden soll „humorvoll und pointiert“. Zum Ärger ihrer Mitarbeiter sagte sie trotz Nachfrage nichts.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben