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Mehr Fußball im Wohngebiet in Meschede

Der Sportplatz am Schederweg ist bislang vor allem für den Schulsport da. Nach dem Willen der Stadt soll sich das ändern: In der Kernstadt werden Trainings- und Spielmöglichkeiten für Fußballer dringend gesucht.

Der Sportplatz am Schederweg ist bislang vor allem für den Schulsport da. Nach dem Willen der Stadt soll sich das ändern: In der Kernstadt werden Trainings- und Spielmöglichkeiten für Fußballer dringend gesucht.

Foto: Hans Blossey

Meschede.   Bisher ist der Sportplatz am Schederweg in Meschede vor allem dem Schulsport vorbehalten - und wird wenig genutzt. Die Stadt plant Änderungen.

Der Sportplatz am Schederweg soll künftig stärker durch Vereine genutzt werden können. Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung einstimmig beschlossen. Ärger mit den Nachbarn ist damit vorprogrammiert: Denn bislang ist der Aschenplatz eigentlich nur für den ruhigeren Schulsport gedacht. Pläne für den Neubau eines Sportplatzes nebenan an der Doppelturnhalle am Schulzentrum haben sich zerschlagen.

Gutachten veröffentlicht

Die Stadtverwaltung hat bereits prüfen lassen, ob es für die Anlieger deutlich lauter wird. Ergebnis eines schalltechnischen Gutachtens: Zumutbar und zulässig. „Lärmtechnisch wäre es möglich“, sagt Fachbereichsleiter Klaus Wahle. Außer Frage steht: Werktags ist weiterhin Schulsport von 8 bis 16.30 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Trainiert werden könnte montags bis freitags von 16 bis 20 und von 20 bis 22 Uhr.

Drei bis vier Spiele maximal

Hinzu kämen Fußballspiele am Wochenende. Im Gutachten wurden mögliche Konstellationen bei Spielen mit 70, 120 und 200 Zuschauern untersucht: Damit es dabei nicht zu laut wird, sind deshalb maximal drei bis vier Spiele am Wochenende laut Gutachten denkbar. Das können auch Jugendspiele sein.

Die Stadtverwaltung will jedes Jahr die Anzahl der Spiele an den Wochenenden vorgeben: Um das planen zu können, müssen die Vereine einen Nachweis der Zuschauerzahlen über die verkauften Eintrittskarten liefern. Wobei: „120 Zuschauer bei jedem Heimspiel schaffen nicht ganz viele Vereine im Stadtgebiet“, schränkte Bürgermeister Christoph Weber ein.

Wenn mehr kommen: „Seltenes Ereignis“

Würden wider Erwarten einmal mehr Zuschauer kommen, kann trotzdem angepfiffen werden: Das wäre dann ein so genanntes „seltenes Ereignis“ – von denen es 18 im Jahr geben darf, und bei denen es lauter werden kann. Mit zusätzlichem Krach durch mehr Verkehr und Parker rechnet die Verwaltung nicht.

Bislang darf formalrechtlich am Schederweg nur Schulsport stattfinden. Trotzdem nutzten in der Folge Senioren-Fußballer den Platz für sich – das war unproblematisch, bis Mitte der 90er Jahre, als sich Anwohner wegen Lärmbelästigungen beschwerten. 1995 gab es eine außergerichtliche Einigung zwischen Stadt und Anwohnern: Seitdem gibt es in der Regel keinen Vereinssport – mit Ausnahme für Fatih Türkgücü Meschede, die hier zweimal die Woche trainieren und samstags ein Meisterschaftsspiel durchführen dürfen.

Mit Nachbarn ins Gespräch kommen

2012/13 spielte auch der neue FC Mezopotamya Meschede am Schederweg. Anwohner wiesen auf die Nutzung als Schulsportplatz hin – und der Verein musste zunächst nach Heinrichsthal-Wehrstapel, aktuell nach Olpe ausweichen. Sowohl Fatih als auch Mezopotamya wollen den Sportplatz am Schederweg aber wegen dessen zentraler Lage und den Wohnorten ihrer Spieler intensiver nutzen.

Antonius Vollmer (Grüne) hob das „integrative Element“ des Sportes hervor: „Was wollen die Anwohner denn? Wollen die Grabesruhe? Irgendwann werden die von der Ruhe erschlagen!“

Fachbereichsleiter Klaus Wahle warnte: „Wir werden viel Gegenwehr bekommen. Darauf muss man sich einstellen.“ Denn schließlich hätten Nachbarn darauf vertraut, dass es ein Schulsportplatz sei. Man wolle mit den Anwohnern ins Gespräch kommen: „Das wird nicht einfach.“ Der Ausschuss war sich aber einig: Es gebe nun einmal einen Bedarf in der Kernstadt nach mehr Sportflächen.

Umwidmung „längst überfällig“

Hans-Werner Rötzmeier (UWG) nannte die Umwidmung des Platzes für den Vereinssport „längst überfällig“. Er selbst habe als SSV-Jugendtrainer versucht, Trainingszeiten am Schederweg zu bekommen – weil von den 80 Jugendlichen, die er stattdessen am Dünnefeld trainierte, 60 aus dem Bereich des Schederwegs kamen: „Ich bin fast auf Knien zu den Anliegern hin.“ Vergeblich.

Rötzmeier warb auch dafür, den Platz am Schederweg umzubauen, weil er in katastrophalem Zustand sei. Das beklagen auch Sportlehrer: Der Platz und die Leichathletikanlagen müssten saniert werden. Das ist aber ein ganz anderes Thema.

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