Integration

Jeder vierte Schüler im HSK mit Zuwanderungsgeschichte

Der Anteil von Schülern mit einer Zuwanderungsgeschichte ist auch an den Schulen im HSK in den vergangenen Jahren angestiegen.

Der Anteil von Schülern mit einer Zuwanderungsgeschichte ist auch an den Schulen im HSK in den vergangenen Jahren angestiegen.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Altkreis.  Die Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte ist im HSK gestiegen. Das Kommunale Integrationszentrum will ihre Bildungschancen verbessern.

Jeder vierte Schüler im Hochsauerlandkreis hat eine Zuwanderungsgeschichte. Der Anteil ist in allen Schulformen, besonders deutlich aber an den Grund- und Hauptschulen, deutlich gestiegen. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Daten des Statistischen Landesamtes IT NRW hervor. Um die Integration und damit die schulischen und beruflichen Chancen dieser Jugendlichen zu verbessern, bietet das Kommunale Integrationszentrum des HSK diverse Projekte und Maßnahmen an.

31,4 Prozent der Grundschüler mit Zuwanderungsgeschichte

31,4 Prozent der Grundschüler im HSK hatten im vergangenen Schuljahr einen Migrationshintergrund – vor vier Jahren lag der Anteil deutlich niedriger bei 23,8 Prozent. Um 5,8 Prozent gestiegen ist in diesem Zeitraum auch die Zahl der Schüler mit Zuwanderungsgeschichte, die eine Hauptschule besuchen. Insgesamt waren das im abgelaufenen Schuljahr 752 Schüler.

Der Sekundarschulanteil lag im Schuljahr 2018/19 bei 33,6 Prozent (plus 3,9 % seit 2015), an den Realschulen im HSK bei 27,6 % (plus vier Prozent im Vergleichszeitraum). Am Gymnasium hatte jeder fünfte Schüler eine Zuwanderungsgeschichte – vor vier Jahren war es 15,2 Prozent. An den allgemeinbildenden Schulen im Hochsauerlandkreis wurden im vergangenen Schuljahr insgesamt 27.134 Schüler unterrichtet, 7.568 hatten eine Zuwanderungsgeschichte. Das entspricht einem Anteil von insgesamt 27,9 Prozent.

Eva Keiter ist Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums des Hochsauerlandkreises. Sie erklärt, dass sich die Integrationsarbeit in den vergangenen Jahren stetig gewandelt und weiterentwickelt hat. Ihre Arbeit setzt im Bildungsbereich bei der frühkindlichen Bildung an und reicht über die Schule bis zum Übergang ins Berufsleben. Um die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu verbessern, unterstützt das Kommunale Integrationszentrum (KI) Schulen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Angeboten.

Seiteneinsteigerberatung

So gibt es beispielsweise eine sogenannte „Seiteneinsteigerberatung“, die sowohl durch das KI selbst, seit dem Anstieg der Zuwanderungszahlen 2016 inzwischen auch durch die einzelnen Kommunen angeboten wird. Dabei geht es darum, so Eva Keiter, für neu zuwandernde Kinder und Jugendliche wohnortnah die richtige Schulform zu finden. Dabei werde unter anderem geguckt, welche Bildungsbiografie ein Schüler mitbringe. Sprache sei bei der Wahl der Schulform nicht der entscheidende Faktor. Sprachkenntnisse sollten deshalb kein Hinderungsgrund für den Besuch des Gymnasiums sein. Um die Lehrkräfte an den einzelnen Schulen für die Arbeit mit zugewanderten Schülern zu qualifizieren, werde in jedem Schuljahr eine Qualifizierungsreihe angeboten. Außerdem gibt es Beratungsangebote für Lehrkräfte, Kollegien und Schulen. Dafür sind auf Anfrage BikUS – Berater für interkulturelle Unterrichts- und Schulentwicklung - im Einsatz. „Wir würden uns wünschen, dass dieses Angebot künftig viel mehr genutzt würde,“ erklärt Eva Keiter.

Sprachförderung

Mit 145.000 Euro jährlich finanziert der Kreis auch die schulbegleitende Sprachförderung, kurz „SchubS“, die sich an Schüler aller Schulformen richtet. Um das Miteinander und das Lernklima an den Schulen zu verbessern nehmen inzwischen außerdem im HSK 18 Schulen am bundesweiten Programm „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ teil.

„Interkulturelle Schulentwicklung ist heute ein ganz wichtiges Thema. Da gibt es nach wie vor großen Handlungsbedarf. Aber durch viele Rückmeldungen aus den Schulen wissen wir natürlich auch, dass das Ganze für viele Schulen auch eine Personalfrage ist und es im Schulalltag auch zeitliche Probleme gibt, zumal ja auch aktuell viele andere wichtige Themen wie die Digitalisierung anstehen“, weiß die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums.

Unterstützung für Azubis

Wichtig ist ihr auch, dass der Übergang ins Berufsleben klappt. Denn: „Sprache ist einer der wichtigsten Gründe, warum Auszubildende scheitern“, so Eva Keiter. Deshalb unterstützt der Hochsauerlandkreis seit einem Jahr Sprachkurse für Azubis. 16.000 Euro werden dafür durch den HSK bereitgestellt. An vier Berufskollegs und der Krankenpflegeschule in Meschede können so zusätzliche Sprachkurse angeboten werden, für die die Auszubildenden von ihren Arbeitgebern für vier bis fünf Stunden pro Woche freigestellt werden. Auch im nächsten Schuljahr soll dieses Angebot fortgesetzt werden: Neben dem Hochsauerlandkreis steigen dann auch die IHK und die Handwerkskammer mit zusammen 15.000 Euro in die Finanzierung ein. Der Anteil an Berufsschülern im HSK, die eine Zuwanderungsgeschichte haben, lag laut IT NRW, im Schuljahr 2018/19 bei 17 Prozent. Das sind 1.777 Schüler.

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