Gericht

Familienzoff: Mescheder zeigt neuen Freund der Tochter an

Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste sich ein Mescheder vor Gericht verantworten.

Wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis musste sich ein Mescheder vor Gericht verantworten.

Foto: Ilka Trudewind

Freienohl.  Vor dem Mescheder Gericht ging’s um einen Mann, der ohne Führerschein Auto gefahren war. Dahinter steckte auch ein heftiger Familienstreit.

Er war gerade erst aus der geschlossenen Vollzug seiner Haftstrafe entlassen, stand unter Bewährung und beging gleich die nächste Straftat: Das Mescheder Amtsgericht sah es nämlich als erwiesen an, dass ein Mescheder wiederholt ohne Führerschein gefahren ist. Er muss 3200 Euro Geldstrafe zahlen und bekam die Auflage, dass er erst in sechs Monaten seine Fahrerlaubnis beantragen darf.

Hinter diesem Verfahren, das wurde im Prozess deutlich, steckt allerdings nicht nur ein Mann ohne Führerschein, sondern auch ein öffentlich ausgetragener Familienstreit. Im Mittelpunkt ein Vater, der kein Wort mehr mit seiner Tochter spricht, und eine Tochter, die keifend im Publikum des Gerichtssaals sitzt. Die Tochter ist nämlich die Lebensgefährtin des Angeklagten. Ihr Vater brachte den Prozess mit einer Anzeige bei der Polizei ins Rollen.

Was war also geschehen?

Im Februar 2018 fährt der Angeklagte mit seiner Freundin und deren Tochter in einem BMW vor dem Haus der Vaters in Freienohl vor. „Ich kannte den neuen Freund meiner Tochter nicht. Der sagte auch nicht einmal ‘Hallo’“, sagt der Vater vor Gericht aus. Deshalb habe er ein Foto des Kennzeichens gemacht. „Das fand meine Tochter nicht gut, aber ich wollte etwas in der Hand haben, falls meiner Enkelin etwas passieren sollte“, führt er aus. Die Enkeltochter saß nämlich auch im BMW. Zu dem Zeitpunkt habe er noch gar nicht gewusst, dass der Partner seiner Tochter gar keinen Führerschein besaß.

Familienstreit steckt dahinter

Irgendwann eskaliert der Familienstreit. Was genau vorgefallen ist, bleibt unklar. Bekannt ist nur, dass der Vater das belastende Handyfoto, das den Angeklagten am Steuer zeigt, der Polizei schickte. Außerdem lebt die Enkelin nun bei ihrem Großvater und nicht mehr bei der Mutter.

Haftstrafe wegen Diebstahls und Einbruchs

Der Angeklagte hatte wegen gemeinschaftlichen Diebstahls und schweren Wohnungseinbruchsdiebstahl im Gefängnis gesessen. Das Vorstrafenregister umfasst zehn Einträge. Seine Bewährungshelferin attestiert dem Mann jedoch eine gute Prognose. Er zahle seine Strafen regelmäßig ab und habe einen Zeitvertrag als Lagerist bekommen. Der Bericht der Bewährungshelferin wirkte sich strafmildernd aus.

Richter Siepe schließt die Verhandlung jedoch mit dem Appell: „Sie dürfen nicht fahren, tun dies aber in größerem Umfang. Das sollten Sie überdenken.“ Denn beim nächsten Mal würde sein Handeln Auswirkungen auf die Bewährung haben.

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