SchmallenberG

Elke Wahl für Einsatz in der Flüchtlingsarbeit ausgezeichnet

Elke Wahl (rechts) erhält den Ehrenamtspreis von Volksbank und Westfalenpost

Elke Wahl (rechts) erhält den Ehrenamtspreis von Volksbank und Westfalenpost

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.   Elke Wahl erhält den Pro-Ehrenamtspreis. SIe wurde gleich zweimal vorgeschlagen. Auch der Iraker Emad Saffawi hat die Nominierung ausgefüllt.

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Elke Wahl ist das richtig unangenehm. „Eigentlich bin ich ein Mensch, der lieber im Hintergrund steht.“ Doch das sahen Regina Tigges und Emad Saffawi anders und schlugen sie deshalb unabhängig voneinander für den Pro-Ehrenamtspreis von unserer Zeitung und der Volksbank Bigge-Lenne vor. „Sie hat die Auszeichnung mehr als verdient!“, sagen beide überzeugt.

Elke Wahl ist immer zur Stelle

Die 44-jährige Schriftführerin der Schmallenberger Caritas leitet „Die Schatztruhe“ der Caritas, das Café Multi-Kulti, sie organisiert Umzüge, Möbel und Weihnachtsgeschenke für die Flüchtlingskinder und hilft aber auch bei Bewerbungsschreiben. „Elke Wahl ist immer zur Stelle, wenn es in der Flüchtlingsarbeit Probleme gibt“, sagt Regina Tigges. „Auch wenn es unangenehm wird und beispielsweise Polizei in die Unterkünfte kommt - Elke ist immer da“, ergänzt Emad Saffawi. Der Iraker floh vor einem Jahr aus Mossul nach Deutschland. Heute spricht der studierte Informatiker schon sehr gut Deutsch und ist auf der Suche nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger. „Auch das verdanke ich Elke“, sagt er. „Ich habe sehr viel von ihr gelernt.“

Persönlicher Kontakt zu 200 Flüchtlingen

200 Flüchtlinge, so schätzt die Schmallenbergerin, hat sie im Laufe ihrer Arbeit persönlich kennengerlernt. Klar, sei sie auch mal enttäuscht worden, „mit zwei Personen rede ich nicht mehr.“ Aber das seien Ausnahmen. „Ich mache es, weil ich die Menschen in mein Herz geschlossen habe und die Arbeit Spaß macht. Herzlichkeit und Gastfreundschaft - ich bekomme soviel zurück“, schwärmt sie.

Vor drei Jahren, mit der Ankunft der ersten Flüchtlinge im Falke-Haus „rutschte“ die Hotelkauffrau, die stundenweise im Einzelhandel arbeitet, in die ehrenamtliche Arbeit der Caritas. „Meine Mutter ist Vorsitzende in Schmallenberg. Und als die ersten Flüchtlinge kamen, fragte sie mich, ob ich nicht übersetzen könnte.“ Mittlerweile ist Elke Wahl auch Schriftführerin der Caritas: „Die älteren Vorstandsmitglieder waren dankbar, dass ich sie bei den Arbeiten am Computer entlasten könnte.“

Als Übersetzerin hat sie angefangen

Durch die neuen Aufgaben, die die Caritas übernommen hat, von der Flüchtlingsarbeit über die Schatztruhe, fanden sich rund 45 neue Helfer. Sie alle koordiniert Elke Wahl vor allem über die sozialen Netzwerke, wie Facebook und Whatsapp. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. „Ich glaube, ich bin wirklich über jeden einzelnen Vorgang informiert“, sagt sie und schmunzelt. „Es läuft - auch dank der vielen motivierten Helfer wirklich gut.“

Im Gummiboot über Meer gefahren

Manche Geschichte bleibt natürlich auch bei ihr hängen: „Wenn dir einer erzählt, dass er auf einem Gummiboot gesessen hat und sich bei jeder Welle festklammern musste, um nicht ins eisige Wasser zu fallen, das belastet schon“, sagt sie. Doch als Pragmatikerin fragt sie dann: „Wie kann ich dem Menschen jetzt konkret helfen?“ - und tut es.

HINTERGRUND

Einmal im Jahr verleiht die Volksbank Bigge-Lenne in ihrem Geschäftsgebiet gemeinsam mit unserer Zeitung den Pro-Ehrenamtspreis . Alle Bürger haben ein Vorschlagsrecht.

Markus Grobbel, Regionaldirektor Privatkunden, übergab den mit 250 Euro dotierten Preis an Elke Wahl.

Er lobte, dass sie mit ihrem Einsatz noch unter der Vielzahl der engagierten Ehrenamtlichen in der Region heraussteche.

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