Ehrenamt

Ein verwunschenes Haus für die Angler in Wenholthausen

1946 begann der Dienst des Schreiners Paul Kremer im Pumpenhaus. Er war nicht nur für alle Schreinerarbeiten auf den Strecken des Sauerlands zuständig, sei es für Bahnschilder, Schranken oder Fenster an Bahngebäuden, sondern musste auch die Wasserpumpe im Haus im Auge behalten. Jetzt kümmern sich die Mitglieder des Angelvereins Wennetal um das alte Gebäude.

1946 begann der Dienst des Schreiners Paul Kremer im Pumpenhaus. Er war nicht nur für alle Schreinerarbeiten auf den Strecken des Sauerlands zuständig, sei es für Bahnschilder, Schranken oder Fenster an Bahngebäuden, sondern musste auch die Wasserpumpe im Haus im Auge behalten. Jetzt kümmern sich die Mitglieder des Angelvereins Wennetal um das alte Gebäude.

Foto: Gudrun Schulte

Wenholthausen.  Das alte Pumpenhaus in Wenholthausen wird vom Angelverein „Wennetal“ hergerichtet. Die Lage an der Wenne gibt ihm einen besonderen Reiz.

Das Gebäude am Passelweg hat eine bewegte Geschichte hinter sich und war die letzten Jahre wieder etwas in Vergessenheit geraten, aber jetzt herrscht wieder Leben in und um das Pumpenhaus. Der Angelverein „Wennetal“ Wenholthausen hat es nun übernommen und richtet es für seine Belange als Vereinsheim her.

Vor zehn Jahren hatte die Familie Lübke das Pumpenhaus von Paul Kremer gekauft. Einige Zeit betrieb sie dort ein kleines Café, das aber nur am Wochenende geöffnet hatte. Doch es zeigte sich bald, dass nicht genügend Personal zur Verfügung stand, um dort ein Lokal zu betreiben. Das Gebäude tauchte wieder in seine einstige Verwunschenheit ab, an den Bahndamm gekuschelt und wuchs langsam wieder zu.

Engagierter Heimatschützer

Stefan Schöttler, erster Vorsitzender des Angelvereins Wennetal, ist auch engagierter Heimatschützer und fand es einfach schade, dass das Haus nicht mehr genutzt wurde. In ihm reifte der Gedanke, das Pumpenhaus zum Vereinsheim umzugestalten. Die Lage an der Wenne und die Ortsnähe machten den Reiz der Geschichte aus. Bei der Generalversammlung des Vereins schlossen sich die Mitglieder seinem Vorschlag an.

Die Familie Lübke übergab das Häuschen gerne an den Verein, damit dieser es für seine ehrenamtliche Arbeit und vor allem für die Jugendarbeit nutzen kann. Dafür bedankt sich der Verein ausdrücklich. Der Angelverein hatte zuvor kein eigenes Domizil. Man musste sich privat treffen oder in einem Lokal. Das soll sich jetzt ändern. „Besonders den Kindern und Jugendlichen des Vereins sollen hier Angebote gemacht werden. Die Räume sollen aber auch für die Allgemeinheit offen stehen und können genutzt werden“, betont Schöttler.

Funktionierende Gemeinschaft

Der Umbau geschieht ehrenamtlich durch die Vereinsmitglieder. „Gott sei Dank haben wir fast alle Handwerksberufe in unseren Reihen. Wir sind eine gute funktionierende Gemeinschaft von Alt und Jung. Jeder hilft mit so gut er kann“, freut sich der Vorsitzende. Die Toilettenanlage, Stromzufuhr sowie Wasserzufuhr und -abfuhr werden komplett erneuert. Die Räumlichkeiten sollen im vorderem Drittel aber den historischen Charme des Pumpenhäuschen behalten. Darauf legt der Verein großen Wert. Hier soll auch die Geschichte des Angelvereins dokumentiert werden. Um das Gebäude wurde schon frei geschnitten. Der gegenüber liegende Park wird wieder aufgehübscht, denn auch der gehört zu dem Gelände, das 1000 Quadratmeter umfasst.

>>>HINTERGRUND<<<

Der Angelverein „Wennetal“ wurde 1954 gegründet. Er hat 150 Mitglieder, davon 50 unter 18 Jahren.

Die Wenne, das alte Wennebett sowie der Esmeckestausee gehören zu den Angelgründen des Vereins.

Das Pumpenhaus wurde 1909 gebaut. So lange Dampfzüge auf der Strecke Schmallenberg-Wennemen fuhren, diente das Haus als Pumpstation für den Wasserbedarf der Züge.

Aus einem Brunnen, gespeist aus der Wenne, wurde das Wasser vom Pumpenhaus zum Wasserturm am Hölter Bahnhof gepumpt. Gleichzeitig war hier eine Bahn-Schreinerei untergebracht.

47 Jahre arbeitete Schreiner Paul Kremer dort. 1946 begann sein Dienst im Pumpenhaus. Er war nicht nur für alle Schreinerarbeiten auf den Strecken des Sauerlands zuständig, sei es für Bahnschilder, Schranken oder Fenster an Bahngebäuden, sondern musste auch die Wasserpumpe im Haus im Auge behalten.

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