Senioren

Caritas: Pläne für Tagespflege in Ramsbeck sind vom Tisch

Der Blick in eine Tagespflege. So hätte es auch in Ramsbeck aussehen können. Doch inzwischen hat sich der Caritas-Verband von seinen Plänen verabschiedet. 

Der Blick in eine Tagespflege. So hätte es auch in Ramsbeck aussehen können. Doch inzwischen hat sich der Caritas-Verband von seinen Plänen verabschiedet. 

Foto: Archiv

Ramsbeck/Nuttlar.  Die Caritas-Pläne für eine Tagespflege in Ramsbeck sind vom Tisch. Stattdessen gibt es konkrete Pläne für einen anderen Standort.

Der Caritasverband Meschede hat seine Pläne für einen neuen Pflegestützpunkt in Ramsbeck aufgegeben. Das bestätigt Caritas-Vorstand Peter Fuhrmanns auf Anfrage. Geplant war ein Neubau direkt an Junkern Hof in Ramsbeck. Stattdessen hat die Caritas jetzt neue Pläne für Nuttlar.

„Ein grundsätzliches Aus für solch ein Projekt in Ramsbeck bedeutet die Caritas-Absage allerdings nicht“, sagt Jörg Fröhling, Sprecher der Gemeinde Bestwig: „Wir sind im Gespräch mit anderen Trägern.“ Fröhling spricht ausdrücklich von einer „Filetfläche“ in allerbester Lage in Ramsbeck: Die Fläche am ehemaligen Kinderspielplatz an Junkern Hof werde weiterhin für Zwecke frei gehalten, die dem ganzen Ort zugute kämen. Die Umsetzung einer Tagespflege sei auch weiterhin gewünscht: „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Projekt weiterhin in Ramsbeck sinnvoll ist.“

Barrierefreie Wohnungen

Nach ersten Plänen der Caritas, die sie 2017 vorgestellt hatte, sollte der Pflegestützpunkt mit insgesamt 24 Plätzen, schon in diesem Jahr bezugsfertig sein. Geplant waren darin Plätze für die Tagespflege, ambulant betreute Wohngemeinschaften und barrierefreie Wohnungen. Gerade diese barrierefreien Wohnungen fehlten rund um Ramsbeck, so die Einschätzung damals. Ramsbeck wurde seinerzeit wegen seines Einzugsgebietes bis nach Westernbödefeld und Wehrstapel bewusst ausgewählt.

Aus finanziellen Erwägungen ist die Caritas inzwischen jedoch von dem Vorhaben zurückgetreten. Als Investor war die Aachener Grundvermögen Kapitalverwaltungsgesellschaft aus Köln im Gespräch gewesen. Die Caritas hätte das Gebäude dann für 20 Jahre gemietet. In den Vorgesprächen hatte der Investor dann, erklärt Peter Fuhrmanns, künftige Mietpreise von 9,50 Euro pro Quadratmeter ins Spiel gebracht - das war der Caritas zu hoch.

Auslastung fraglich

„Es geht auch anders“, sagt Fuhrmanns und verweist auf die erfolgreich umgesetzten Vorhaben der Siedlungs- und Baugenossenschaft Meschede, die für ihre ähnlichen Projekte mit Rinschen Park in Meschede und dem ehemaligen Kurhaus in Eslohe Mietpreise von 7,50 bzw. 7,35 Euro nimmt. Die Caritas hätte bei einer Unterauslastung in Ramsbeck mit einem Defizit von über einer Million Euro jährlich rechnen müssen – zu riskant angesichts der langen Laufzeit von 20 Jahren: „Das war uns zu heiß“, sagt Fuhrmanns. Denn nach Gesprächen mit Mitarbeitern gab es Zweifel, ob diese neuen Plätze auf Dauer auch ausgelastet sein würden.

Inzwischen ist in Bestwig selbst zentral in der alten Post vom DRK die erste Tagespflege in der Gemeinde umgesetzt worden. Die Caritas will jetzt eine zweite folgen lassen: Diese Tagespflege mit 14 Plätzen soll im Erdgeschoss des Pfarrheims in Nuttlar entstehen. Die Tagespflege von 8 bis 16 Uhr sieht gemeinsame Essenszeiten sowie Bewegungs- und Gruppenangebote vor. „Wir sehen den Bedarf. Das ist wirklich nötig“, sagt Peter Fuhrmanns. Die Eröffnung in Nuttlar soll im Frühjahr 2020 sein. Das Obergeschoss bleibt weiter der katholischen Gemeinde erhalten.

  • Die Caritas hatte das Vorhaben in Ramsbeck 2017 als Beitrag für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung im ländlichen Raum gesehen: „Die Menschen sollen auch im Alter dort bleiben können“, so der damalige Caritas-Vorstand Ferdi Lenze.
  • Ortsvorsteher Peter Schüttler begrüßte das Vorhaben: „Es gibt dringenden Bedarf für ein solches Projekt.“ Denn es fehle in Ramsbeck an geeignetem Wohnraum für Senioren. Sie müssten Ramsbeck im Alter verlassen, um etwa in Wohnanlagen in Meschede oder Olsberg zu leben.

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