Heimischer Handel

Onlineseite: Menden-Shopping wächst in Corona-Krise weiter

Klare Sache: Wo der Vincenzturm zu sehen ist, da geht’s um Menden – auch im Internet. Hier gibt es jetzt eine neue Einkaufsseite, die geschlossenen Geschäften helfen soll, ihre Kunden bei der Stange zu halten.

Klare Sache: Wo der Vincenzturm zu sehen ist, da geht’s um Menden – auch im Internet. Hier gibt es jetzt eine neue Einkaufsseite, die geschlossenen Geschäften helfen soll, ihre Kunden bei der Stange zu halten.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Menden.  Die neue Internetseite www.menden-shopping.de läuft: Mehrere tausend Kunden kauften schon online in Menden ein, um „ihren“ Geschäften zu helfen.

Am ersten Tag waren es laut Stefan Weige 1800 Zugriffe auf der Internetseite menden-shopping.de: Die neue Online-Plattform des Mendener Stadtmarketings für den heimischen Einzelhandel steht seit knapp einer Woche im Netz – „jetzt sind es 4000 Zugriffe, aber es kann natürlich immer besser sein“, sagt der FDP-Fraktionsvorsitzende, der sich aktiv in den Aufbau der Plattform eingeschaltet hat. Inzwischen ist die Seite, die heimischen Einzelhändlern in der coronabedingten Schließungsphase zumindest einige Umsätze bescheren soll, bereits über drei Internetadressen erreichbar.

Wer will, dass Geschäfte und Restaurants wieder öffnen, soll jetzt bestellen

So wollen auch die Werbegemeinschaften Menden und Lendringsen, die hier an einem Strang ziehen, ihren Mitgliedsbetrieben helfen, aber auch Vereinen. Weige: „Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn Mendener Bürgerinnen und Bürger, die Online-Bestellungen aufgeben, dabei wirklich daran denken, dass es nicht nur die globalen Versandhäuser gibt.“ Wer nach der Corona-Krise in wieder geöffneten Mendener Geschäften einkaufen und in Restaurants essen wolle, der könne jetzt mit Bestellungen und Liefer-Ordern ganz entscheidend dazu beitragen.

Auch „Kaufhaus Innenstadt“ jetzt digital: Kunden können Geschäften helfen

Auch das „Kaufhaus Innenstadt“, das seine Pforten weitestgehend schließen musste, könnte jetzt als Online-Shop mit einem ähnlich vielfältigen Angebot aufwarten wie vor der Ordnungsverfügung. Dazu fehlt es nach den Worten von Jenni Gröhlich vom Stadtmarketing indes auch einigen konservativen Geschäftsleuten an einem ganz entscheidenden Detail: „Nicht wenige hatten bisher noch nicht einmal eine Homepage.“ Doch wer bisher glaubte, es würde reichen, sein Geschäft morgens aufzumachen, der sieht sich jetzt eines Besseren belehrt. Und so erhält die Wirtschaftsförderungsgesellschaft, zu der das Stadtmarketing gehört, jetzt zahlreiche Anfragen dazu, wie denn so eine Homepage einzurichten sei. Die Corona-Krise bringe also einen Modernisierungsschub in den gesamten heimischen Handel.

Krise bringt auch Modernisierungsschub für den heimischen Handel

Daneben werde auch nach den Anträgen auf Kurzarbeit oder den Soforthilfen des Staates gefragt. Hier hat die Wirtschaftsförderung auf ihrer Netzseite wsg-menden.de Anlaufstellen, Mailadressen und Rufnummer aufgeführt, die helfen können.

Zugleich zeigen die Folgen der Corona-Krise auch Versäumnisse auf. So hatte die Werbegemeinschaft Menden bereits im Mai 2018 einen Vortrag für ihren Händlerstammtisch organisiert: Darin erklärten Vertreter eines Unnaer Fachbüros, wie heimische Geschäftsleute selbst zu Netz-Akteuren werden könnten, statt sich von Online-Riesen wie Amazon die Kunden abspenstig machen zu lassen. Damals hieß es: Zwar könnten sie bei Einzelprodukten preislich oft nicht mit den durch Massenbestellungen verbilligten Angeboten der großen Ketten mithalten. Doch pfiffige Kombis mit anderen Produkten oder Dienstleistungen könnten Alleinstellungsmerkmale schaffen.

Erster Gästebucheintrag zeigt: Es funktioniert

Für die Einzelhändler, die interaktive Seiten ebenso anbieten könnten wie bloße Schaufenster für ihre Produkte, sollte der monatliche Beitrag (nach einer Einstiegsgebühr) in der Höhe eines günstigen Handyvertrags liegen. Für den damaligen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Frank Oberkampf, war indes klar: Mindestens 30 Mitglieder sollten zum Start dabei sein. Eine Internetplattform folgte daraus nicht. Erst jetzt geht alles ganz schnell. In der Krise, die Existenzen bedroht.

Immerhin scheint es zu funktionieren. So schreibt Nutzerin Daniele aus Menden als erste ins Gästebuch: „Wir haben heute den Lieferdienst von Hasecker’s über diese Website getestet. Wir hatten um 19 Uhr für 20 Uhr bestellt. Unser Essen kam pünktlich und warm an. Der Fahrer stellte die Transportbox vor der Haustür ab, klingelte, öffnete die Box und trat einige Schritte zurück, um Abstand zu wahren.“

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