Tattoo und Piercing

Mendener Tätowierer Daniel Bognar darf weiter nicht arbeiten

Tätowierer Daniel Bognar.

Tätowierer Daniel Bognar.

Foto: Archiv WP / WP

Menden.  Der Mendener Tätowierer Daniel Bognar möchte arbeiten, doch das darf er immer noch nicht. Die Coronaschutzverordnung verbietet es.

Diese Branche gehört bislang zu den Verlierern der jüngsten Lockerungen in der Corona-Pandemie: die Tätowierer. Während beispielsweise Friseure, Fußpfleger, Massage-, Kosmetik-, Maniküre- und Nagelstudios wieder öffnen dürfen, gilt dies für Tätowierer nicht. „Wir hängen da im Moment ziemlich in der Luft“, sagt Daniel Bognar von Bognar Tattoo & Piercing an der Kolpingstraße.

Von einer Kundin habe er gehört, er dürfe Ende des Monats wieder starten, doch genaue Infos fehlen derzeit, erklärt Daniel Bognar. Mit viel Herzblut betreibt er seit knapp 20 Jahren sein Tattoo- und Piercingstudio in Menden , zunächst an der Wilhelmstraße, dann an der Hauptstraße/Ecke Stadtmauer, dann gegenüber im einstigen Café Ries und mittlerweile an der Kolpingstraße. Seinen Kunden musste er in den vergangenen Wochen absagen – auch jenen, die sehnsüchtig auf die weitere Gestaltung eines größeren Tattoo-Projektes warten, das mehrere Sitzungen in Anspruch nimmt.

Die Kosten senken

Jetzt hofft Daniel Bognar, „dass keine zweite Welle kommt. Das wäre fatal.“ Als Geschäftsmann überlege er derzeit, wie er seine Kosten senken könne: „Mein Mietvertrag läuft gerade aus, da denke ich natürlich darüber nach, ob ich den jetzt verlängere.“ Fest steht für ihn, dass er auf alle Fälle sein Tattoostudio wieder öffnen will, sobald er darf. Aber bis dahin, so seine Überlegung, könne er die derzeit gemieteten Räume möglicherweise nur als Lagerräume nutzen, um seine Ausgaben zu reduzieren.

Soforthilfe und Erspartes

Derzeit bestreitet Daniel Bognar seine Ausgaben durch die staatliche Soforthilfe und von Ersparnissen – und hofft inständig, dass er bald wieder arbeiten darf: „Ich will so schnell wie möglich wieder Geld verdienen.“

Maske und Schutzvisier

Einzig bei Piercings im Mund-/Lippenbereich wäre er zurückhaltend, wenn er sein Studio wieder öffnen dürfte: „Da bin ich ja direkt dran an dem Bereich, wo ich mich infizieren könnte.“ Ansonsten könne er aus seiner Sicht aber problemlos starten: Er plant, dass sowohl er selbst als auch der Kunde eine Maske tragen, der Tätowierer zusätzlich noch ein Schutz vor dem Gesicht: „Da lege ich mir einen Bauhelm mit Schutzvisier zu, den kann man desinfizieren.“ Und im Kassenbereich würde eine Plexiglasscheibe Kunde und Tätowierer schützen.

Kein Verständnis hat Daniel Bognar dafür, dass andere körpernah arbeitende Branchen schon wieder an den Start gehen durften, die Tätowierer aber nicht: „Ich frage mich, wieso ich nicht arbeiten darf. Im Gegensatz zu Friseuren beispielsweise ist die Fluktuation in meinem Laden ja viel geringer, das sind vielleicht zwei Kunden am Tag.“ Zudem gebe es für jeden Kunden eine einzelne Kabine.

Noch kein konkreter Termin

Das städtische Ordnungsamt kann – mit Blick auf die Coronaschutzverordnung – dem Tätowierer und seinen Berufskollegen derzeit noch keinen konkreten Termin für eine Wiedereröffnung nennen. „Unserem Ordnungsamt liegen keine neuen Regelungen für Tätowierer vor“, erklärt Stadtsprecher Johannes Ehrlich. „Es gibt für diese Branche noch keinen Termin. Lediglich gab es mal den Hinweis, dass Tätowierer wohl zu denen gehören, die erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder öffnen dürfen.“ Das liege zum einen an der Nähe zum Kunden, aber auch an den „Verletzungen“, die durch das Tätowieren entstehen, so Johannes Ehrlich.

Auch wenn Daniel Bognar noch keinen Termin für eine Wiedereröffnung kennt, bereitet er in seinem Studio alles für eine Öffnung vor: „Sobald es möglich ist, will ich wieder starten. Das ist ja mein Baby hier.“

>> CONORASCHUTZVERORDNUNG: In § 12 der Coronaschutzverordnung (in der ab dem 11. Mai 2020 gültigen Fassung) heißt es: „Tätowieren ist bis auf weiteres unzulässig.“ Für andere „Handwerker- und Dienstleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann“, gelten besondere Hygiene- und Infektionsschutzstandards – hierunter fallen etwa Friseurleistungen, Fußpflege, Kosmetik, Nagelstudios, Maniküre und Massage.

Mehr Nachrichten, Fotos und Videos aus Menden finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben