Quarantäne-Halle

Keine Nachfrage - Stadt Menden baut "Corona-Knast" wieder ab

Ende März 2020: Die Stadt Menden richtete die Quarantänehalle in Menden ein: Nils Spieler (links) und Dennis Gubba vom Mendener Baubetrieb bauten die Feldbetten auf.

Ende März 2020: Die Stadt Menden richtete die Quarantänehalle in Menden ein: Nils Spieler (links) und Dennis Gubba vom Mendener Baubetrieb bauten die Feldbetten auf.

Foto: Thomas Hagemann

Menden  Die als "Corona-Knast" bekannt gewordene Sporthalle in Menden-Lendringsen wurde wieder zurückgebaut. Es fehlten Quarantäne-Sünder als Nutzer.

Die auch als „Corona-Knast“ bekannt gewordene extra eingerichtete Quarantänehalle in Lendringsen ist ungenutzt wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgebaut worden. Feldbetten und Ausrüstung sind vorerst eingelagert. Die Stadtverwaltung bleibt aber weiter in Alarmbereitschaft.

„Die Turnhalle wird voraussichtlich in Kürze wieder durch die Vereine genutzt werden können“, sagt Stadtsprecher Johannes Ehrlich. „Eine Nutzung der Halle war bisher nicht erforderlich. Je nachdem wie sich die Pandemie weiter entwickelt, ist die Halle aber multifunktional einsetzbar.“

Umgebaute Sporthalle aus Menden schafft es ins kanadische Fernsehen

Die Stadtverwaltung hatte die Halle eingerichtet, um dort unter Zwangsmaßnahmen Mendener unterbringen zu können, die gegen Corona-Quarantäne verstoßen. Der Erste Beigeordnete Sebastian Arlt, der sich für die Medien auf einem der Betten fotografieren ließ, sorgte deutschlandweit für Schlagzeilen. Boulevard-Medien sprachen von „Corona-Knast“. Sogar das kanadische Fernsehen widmete der Halle einen Beitrag.

Die Halle hatte zuletzt auch dem Märkischen Kreis als Reserve gedient. Dort hätten im Notfall auch Patienten des Vincenz-Krankenhauses untergebracht werden können. Das wurde aber nicht erforderlich, weil die Patientenzahlen nicht wie befürchtet explosionsartig nach oben schnellten.

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Ordnungsamt in Menden berät die lokale Gastronomie

Normalität ist in der Stadtverwaltung immer noch nicht angesagt. „Das Ordnungsamt muss sich sehr flexibel anpassen und entsprechend agieren, da es nahezu laufend neue Regelungen gibt“, sagt Ehrlich. „Hier werden wir zunehmend als Berater angefragt, zum Beispiel durch Gastronomen, die sichergehen wollen, dass ihre Hygienekonzepte funktionieren.“

Ehrlich bittet aber darum, die Behörden nicht zu überfordern: „Wir können zwar nicht die Erstellung solcher Konzepte übernehmen, da das ausdrücklich die Aufgabe eines jeden Einzelnen ist und es uns von der Menge her überfordern würde. Diese Beratungsfunktion nehmen die Kolleginnen und Kollegen des Ordnungsamtes aber gerne wahr, weil Kooperation allemal besser als Kontrolle ist.“

Privater Sicherheitsdienst unterstützt das Ordnungsamt

Im Ordnungsamt ist die Personalstärke mittlerweile deutlich zurückgefahren, weil Kollegen wieder in andere Bereiche der Stadtverwaltung zurückgekehrt sind. „Vereinzelt besteht jedoch nach wie vor die Möglichkeit, Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen einzusetzen“, sagt Ehrlich. Der Personalbedarf ist dennoch höher als vorher: Ein privater Sicherheitsdienst unterstütze jetzt das Ordnungsamt. „Das Stammpersonal soll aber künftig dauerhaft aufgestockt werden.“

Fälle wie die Masseninfektionen von Schlachthof-Mitarbeitern zeigen, dass es mit der Ruhe schlagartig auch wieder vorbei sein könnte. Es sei jederzeit möglich, wieder in den Krisenmodus zurückzukehren, betont die Stadtverwaltung. Aktuell gibt es in Menden noch 13 Infizierte. Die Fälle stehen offensichtlich in keinem Zusammenhang. Einen Infektions-Hotspot wie Ende März/Anfang April im Jochen-Klepper-Haus scheint es nicht zu geben. „Uns sind keine Zusammenhänge bekannt“, sagt Ehrlich.

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