Corona-Kunst

Menden: Museum möchte mit Klopapier in Ausstellung erinnern

Museumsbesucherin Ursula Wiemann, Andreas Topp (Topp Förder- und Profilsysteme) und Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck bei der Übergabe der Desinfektionssäule als Museumsexponat.

Museumsbesucherin Ursula Wiemann, Andreas Topp (Topp Förder- und Profilsysteme) und Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck bei der Übergabe der Desinfektionssäule als Museumsexponat.

Foto: Stadt Menden

Menden  Klopapier, Desinfektionsmittel, Schutzmasken oder Zeitungen: Auf Gut Rödinghausen gibt es bald verschiedene Zeugnisse der Krise zu betrachten.

Ob und wie wir alle die Corona-Pandemie überstehen, ist aktuell noch fraglich. Die positiven Signale zeigen sich in den täglich veröffentlichten Zahlen zu neuen Infektionen. Sie zeigen, dass Deutschland die Situation rund um das lebensbedrohliche Virus gut im Griff hat -- und das liegt neben den Maßnahmen durch die Politik vor allem am Engagement, der Kreativität und dem Erfindergeist der Menschen. Damit diese Zeit gut dokumentiert wird und auch noch in vielen Jahren ein gutes Bild dieser besonderen Monate erhalten ist, sammelt Jutta Törnig-Struck Exponate der Coronakrise.

Eine eigene Ausstellung wird es aber nicht geben. Viel mehr sollen die Exponate in die bereits bestehenden Ausstellungen des Museums integriert werden. "Wir haben eine unfassbare Rückmeldung bekommen", berichtet Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck. Aus der gesamten Umgebung seien besondere Exponate aus der andauernden Coronakrise an sie herangetragen worden. Fotos und Schilder von geschlossenen Läden in der Innenstadt oder schlicht und einfach Waren, die in den ersten Tagen des Lockdowns als "pures Gold" galten.

Klopapier im Museum

Klopapier und Desinfektionsmittel gehörten ab Mitte März zu den heiß begehrten Produkten, die nie lange Zeit im Regal der Supermärkte oder Drogerien verbrachten. "Die habe ich mir damals aber auch schon auf verschwiegenen Wegen besorgt", sagt Jutta Törnig-Struck und lacht. Dass eine Rolle Klopapier einmal den Weg in ihr Museum finde, habe sie sich selbst nie vorstellen können.

Ebenfalls erreichten sie viele Masken, die in diesen Tagen von verschiedenen Menschen und Institutionen produziert wurden. Auch wird sich die besondere Kreuztracht 2020 in den Exponaten wiederfinden. "Ich habe die Osterkerze und ein kleines Kreuz ergattern können", sagt die Museumsleiterin. Darüber hinaus werden einige Ausgaben der Westfalenpost die Zeit in Menden und der Region rund um Corona dokumentieren.

Praktikable Spende

In welcher Form die vielen Exponate in die verschiedenen Ausstellungen integriert werden, ist noch nicht klar und immer auch abhängig von der Art des Zeitzeugnisses. Eine am Mittwoch von der Firma Topp gestiftete "Desinfektionssäule" wird zum Beispiel Teil der Ausstellung zur Industriegeschichte in der Region. "Sie passt dort sehr gut rein, denn die Säule zeigt, wie flexibel und schnell sich die Industrie hier an die Gegebenheiten anpasst und Lösungen findet", sagt Törnig-Struck. Zudem sei die Säule im Moment auch noch praktikabel als Spender für Desinfektionsmittel nutzbar.

Denn die werden aufgrund der Lockerungen und der damit verbundenen Wiedereröffnung auch benötigt, denn nach der langen Zeit der geschlossenen Türen strömen die ersten Besucher wieder in die beiden Mendener Museen. "Die Menschen sind froh, dass sie endlich wieder raus und etwas besichtigen können", sagt Jutta Törnig-Struck. Seit dem vergangenen Wochenende kann das Gut Rödinghausen wieder besichtigt werden, unter anderem die prestigeträchtige Ausstellung "behHAUPTungen" habe viele Besucher verdient, so Törnig-Struck.

Nur ein Besucher pro Raum

In der Ausstellung werden Porträts von Menschen mit verschiedenen Hintergründen, Aussehen oder Alters gezeigt. In der Ausstellung werden Werke von Vincenz Frigger, Rüdiger Kramer, Georg Köster, Linda Lebeck, Robert Lebeck, Friedrich Lillotte, Claudia Mölle, A. Osterhold, Walter Schultz, Sophia von Schade zu Ahausen, Angela Seebohm und Dirk Vogel gezeigt. Seit dem 27. März hängen die Bilder auf Gut Rödinghausen, nur zu Gesicht haben sie Kunstinteressierte bis zum vergangenen Wochenende nur per Video bekommen.

Auf der Facebook-Seite des Museums stellte die Leiterin verschiedene Werke vor. Nun aber können sich die Menschen selbst ein Bild von der Ausstellung machen. Pro Raum darf aber nur eine Person die Werke auf Gut Rödinghausen betrachten, darüber hinaus werden auch keine Führungen angeboten. "Bei Fragen stehen wir aber natürlich zur Verfügung", sagt Törnig-Struck.

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