Brauerei

Krombacher hat sprudelnde Wasserquellen in Schönau entdeckt

Ein Mann zapft ein Bier der Brauerei Krombacher.

Ein Mann zapft ein Bier der Brauerei Krombacher.

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Schönau.   Die Krombacher Brauerei plant drei Wasserbrunnen in Schönau: „Das Wasser ist hervorragend, wie im Siegerland. Es ist sehr weich und nitratarm.“

Auf drei sprudelnde Wasserquellen stieß die Krombacher Brauerei in Schönau. Keine Frage: Das ist eine sehr gute Trefferquote bei vier Probebohrungen. Doch nicht nur die Quantität hat es den Brauern aus Krombach angetan. Auch bei der Qualität läuft ihnen offenbar quasi das Wasser im Munde zusammen. So geriet Helmut Schaller, Geschäftsführer Technik bei der Krombacher Brauerei, am Montagabend in der Infoveranstaltung im Landgasthof Scherer geradezu ins Schwärmen: „Das Wasser hier ist hervorragend, wie im Siegerland. Es ist sehr weich und nitratarm.“

Irritationen bei Bürgern

Alles andere als ins Schwärmen waren die Schönauer geraten , als sie bei der Bürgerversammlung Anfang November 2018 plötzlich von den Probebohrungen der Krombacher Brauerei erfuhren. Nicht einmal Bürgermeister Bernd Clemens hatte davon gewusst. Schaller räumte ein, dass dies ein Fehler gewesen sei: „Es ist mir erst im Nachhinein klar geworden, dass das für sie nicht so alltäglich ist. Ich habe gedacht, dass da vom der Unteren Wasserbehörde Kommunikation betrieben wird. Als ich hörte, dass selbst Bürgermeister Clemens überrascht war, wurde mir erst klar, dass wir sie nicht mitgenommen haben.“ Deshalb sollten die Schönauer jetzt aus allererster Hand über die geplanten Aktivitäten der Krombacher in Schönau informiert werden, so Unternehmenssprecher Peter Lemm.

„Um Getränke herzustellen, braucht man Rohstoffe und das ist Wasser. Wir bauen seit Jahren die Wasserressourcen aus. Im Siegerland haben wir über die Jahre etwa 50 Brunnenanlagen ausgebaut“, sagte Helmut Schaller. Deshalb habe man jetzt die Erkundungsbohrungen in Schönau gemacht und diese mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Olpe abgestimmt: „In Krombach, Littfeld und Eichen hätte es keinen Sinn gemacht, weitere Brunnen zu bohren. Da war es naheliegend, hier zu schauen wegen der gleichen Wasserqualität und nicht zu langer Leitungen zu unserem zentralen Wasserwerk in Krombach.“ Schaller versicherte, dass in Schönau kein einziger Tankzug auftauchen werde. Ziel sei es, hier dauerhaft Wasser zu gewinnen, ohne die Natur zu schädigen.

Testphase mit Pumpversuchen

Nach den Erkundungsbohrungen folge jetzt in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Testphase mit weiteren Pumpversuchen, die der Kreis Olpe genehmigen muss, so Frank Schmidt, Hydrogeologe aus Bielefeld, der für die Krombacher Brauerei arbeitet. Ab 2022 gebe es dann die Erarbeitung der endgültigen Genehmigung einer wasserrechtlichen Erlaubnis zur Grundwasserentnahme. „Die Förderung der Krombacher Brauerei hat keine Konsequenzen für den Grundwasserspiegel. Mit geringen Grundwassermengen wird weniger gefördert oder gar nichts. Wir entnehmen dem Brunnen nur das Wasser, das frisch zufließt nicht mehr“, versicherte Schmidt. Alles werde genaustens überprüft. Die Oberfläche werde wegen der Vegetation nicht angegriffen: „Erst ab 15 bis 20 Meter wird das Gestein fest. Da kann Wasser strömen“, betonte Schmidt. Die Bohrungen gehen 100 Meter tief. „Wir sind sehr guten Mutes“, beurteilte Schmidt die Situation in Schönau. Das sah auch Schaller so: „Wir sind sehr optimistisch.“

Genaue Prüfungen

Gregor Becker, Leiter des Fachdienstes Umwelt bei der Unteren Wasserbehörde, betonte: „Es handelt sich hier auch um ein Landschaftsschutzgebiet. Wir werden alles, was an Anträgen kommt, prüfen, dass keine negativen Folgen für Umweltschutzgüter eintreten.“ Falls es negative Auswirkungen gebe, bestünde auch jederzeit die Möglichkeit, die wasserrechtliche Erlaubnis wieder einzukassieren, unterstrich Becker. Es bestehe für Schönau keine Gefahr einer Wasserknappheit: „In der Listertalsperre, wo sie ihr Wasser her bekommen, ist noch genug Wasser drin. Diese Angst kann ich Ihnen nehmen.“

Zur Frage von Grünen-Ratsherr Elmar Holterhof, um welche Wassermassen es in Schönau gehe, sagte Schaller: „Wenn wir hier alle drei Brunnen ausbauen könnten, wären es 100.000 Kubikmeter im Jahr.“

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