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Thyssenkrupp schließt Werk in Olpe: Sozialplan steht

Das Thyssenkrupp-Werk in Olpe wird geschlossen. Jetzt gibt es einen Sozialplan.

Das Thyssenkrupp-Werk in Olpe wird geschlossen. Jetzt gibt es einen Sozialplan.

Foto: Verena Hallermann

Olpe.  Der Sozialplan für die Thyssenkrupp-Mitarbeiter in Olpe steht. Die IG Metall lobt das Resultat. Das Werk wird 2021 geschlossen.

Die Tarifpartner haben sich auf einen Sozialplan und Interessensausgleich für die Thyssenkrupp-Mitarbeiter geeinigt, die durch die Schließung des Stabilisatorenwerks in Olpe-Lütringhausen ihren Arbeitsplatz verlieren. Das gab das Unternehmen am Mittwoch bekannt.

Zu dem Maßnahmenkatalog gehören Übernahmeangebote auf andere Stellen bei Thyssenkrupp, soziale Absicherung über eine Transfergesellschaft inklusive Weiterbildungs- und Unterstützungsangebote bei der Suche nach Arbeitsplätzen außerhalb der Gruppe sowie spezielle Unterstützungsmöglichkeiten für ältere Mitarbeitende bis zum Renteneintritt.

Auch in Hagen fallen viele Stellen weg

Mario Gropp, CEO der Geschäftseinheit Federn und Stabilisatoren bei Thyssenkrupp, erklärt: „Unserem Anspruch einer sozialverträglichen Restrukturierung sind wir mit diesem Verhandlungsergebnis gerecht geworden. Mit dem heute abgeschlossenen Sozialplan und Interessensausgleich haben wir einen guten Rahmen geschaffen, die betroffenen Mitarbeitenden individuell auf dem Weg von Arbeit in Arbeit zu unterstützen und zu begleiten.“

Ende April hatte Thyssenkrupp bekannt gegeben, die Fertigung von Stabilisatoren am Standort Olpe bis Ende 2021 aufzugeben. Davon sind rund 330 Stellen betroffen. Der Standort Hagen soll zu einem Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Fertigung von Federn und Stabilisatoren umgebaut werden. Dort fallen bis zu 160 Stellen weg.

Sowohl der Betriebsratsvorsitzende des Olper Thyssen-Krupp-Federnwerkes als auch der Bevollmächtigte der IG Metall, André Arenz, machten im Gespräch mit unserer Redaktion keinen Hehl daraus, dass sie mit den Konditionen des ausgehandelten Sozialplanes für die rund 330 Beschäftigten in Olpe sehr zufrieden seien.

Deutlich höhere Abfindung als üblich

Atasoy: „Natürlich hätten wir alle am liebsten weiter gearbeitet. Aber das, was wir hier ausgehandelt haben, ist schon sehr gut.“ Die in der Region üblichen Abfindungsfaktoren seien deutlich überschritten worden, genaue Zahlen wollte Atasoy aber nicht nennen.

Sein positives Fazit: „Wir haben ein Paket geschnürt, das im Endeffekt deutlich besser ist, als in solchen Fällen üblich.“ Das gelte sowohl für die jüngeren Kollegen als auch für die rentennahen Beschäftigten nahe an der 60-er Grenze oder darüber hinaus. Atasoy: „Das sind schon sehr vernünftige Lösungen.“

Der 35-jährige gelernte Industriemechaniker, der seit 2018 Betriebsratsvorsitzender des Werkes in Lütringhausen ist, sprach aber auch von einem zähen Ringen in den Verhandlungen. Mit am Verhandlungstisch hätten ein halbes Dutzend Arbeitnehmer gesessen, die Geschäftsführung der Thyssen-Krupp Federn- und Stabilisatoren GmbH und die beiden IG-Metall-Bevollmächtigten für die Kreise Olpe, André Arenz, sowie für die Region Hagen, Jens Mütze.

Transfergesellschaft mit guten Angeboten für Ältere

André Arenz sprach auf Anfrage am Mittwoch Nachmittag sogar von „einem der besten Sozialpläne, den es in Deutschland je gegeben hat, wegweisend für die Republik.“ Das gelte sowohl für die Abfindungen als auch für das Thema Transfergesellschaft, aber auch für die Angebote an die älteren Arbeitnehmer. Arenz: „Durchweg sehr gute Konditionen.“

Von den rund 330 Beschäftigten des Olper Werkes, so schätzt Betriebsratsvorsitzender Atasoy, stünden nach dem Abschied von Thyssen-Krupp rund 250 dem Arbeitsmarkt wieder zur Verfügung.

Sein abschließendes Fazit: „Jetzt werden wir am 25. November noch die traditionelle Katharinenmesse für die Belegschaft feiern. Sie wird jedes Jahr gefeiert. Die letzte wird dann die 332. sein, was zeigt, wie alt der Standort hier ist.“

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