Dreister Fahrer

Mercedes-Fahrer fährt durch Rettungsgasse auf A4 bei Olpe

Für diesen Fahrer ist die Rettungsgasse sicherlich nicht gedacht.

Für diesen Fahrer ist die Rettungsgasse sicherlich nicht gedacht.

Foto: Carsten Wall

Lindlar/Hünsborn.   Nachdem ein Mercedes-Fahrer eine Rettungsgasse „missbrauchte“, um seine Fahrt fortzusetzten, stellte ihn Carsten Wall aus Lindlar zur Rede.

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Als ehemaliger Soldat verfügt Carsten Wall, wie er selber sagt, über ein bestimmtes Auftreten. Deutliche Worte liegen dem Hobby-Segelflieger aus Lindlar im Oberbergischen ein Stück weit also im Blut. Zu spüren bekam dies am Sonntagmorgen ein Mercedes-Fahrer auf der A4.

Hier blockiert ein Lkw eine Rettungsgasse

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Hier blockiert ein Lkw eine Rettungsgasse

Wall war mit seinem zehnjährigen Sohn Richtung Olpe unterwegs. Sein Ziel: Der Flugplatz in Hünsborn. Kurz vor der Anschlussstelle Bergneustadt „blieb plötzlich alles stehen“, erinnert er sich – nur etwa 200 Meter entfernt hatte sich ein Unfall ereignet. Alle Autofahrer vor und hinter ihm bildeten „vorbildlich eine Rettungsgasse“, erzählte Wall im Gespräch mit unserer Zeitung, so dass Polizei, Feuerwehr und ein RTW problemlos zum Unfallort durchkamen.

Beweisfoto geschossen

Was der Segelflieger dann sah, konnte und wollte er kaum glauben. Ein silberner Mercedes tat es den Rettungskräften gleich und „nutzte“ die Gasse, um weiterfahren zu können. Einige Autofahrer, die bereits ausgestiegen waren und wohl den Unfall aus nächster Nähe begutachten wollten, hielten ihn an und machten dem Fahrer deutlich, dass dies keine freie Durchfahrtmöglichkeit für ihn sei – dabei habe dieser verdutzt und irritiert aus dem Fenster geschaut. Er war sich offensichtlich keines Fehlverhaltens bewusst.

Zu diesem Zeitpunkt saß Wall noch in seinem Auto, bekam dann aber bei geöffneten Fenster mit, dass sich der Mercedes-Fahrer eben uneinsichtig zeigte und mit den anderen eine Diskussion begann. In diesem Moment wurde es Carsten Wall zu viel. Er stieg aus, machte ein Beweisfoto und ging strammen Schrittes auf den Benz zu. Mit den Worten „Ich habe ein Foto von ihnen und werde sie anzeigen“ brachte er den „Verstopfer“ zumindest soweit, dass er – nachdem zwei Fahrer ihre Autos enger zusammengesetzt hatten – in eine kleine Lücke einparkte.

Kein Verständnis für Gaffer

„Gott sei Dank ist in der Zwischenzeit kein weiteres Rettungsfahrzeug gekommen“, sagte Wall, „mich persönlich hat es betroffen gemacht, dass keine Regung bei dem Fahrer über sein Fehlverhalten zu sehen war. Auch war ich betroffen über die Schaulustigen, die von hinten angelaufen kamen, um ihre Neugierde zu befriedigen.“ Folgendes Sprichwort fiel dem Hobby-Segelflieger nach diesem Ereignis am Sonntag ein: „Das gefährlichste am Fliegen ist der Weg zum Flugplatz.“

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